Diskussion um Katholische Kirche

„Limburger Bischof vor dem Aus?“;Titelseite 11. Oktober, „Die Kirche entdeckt die Freiheit“; Politik 9. Oktober, „Auch nicht der Papst kann daran vorbei“; Leserbrief 10. Oktober

Auch ein Bischof will chic wohnen, da kann er nicht die Kasse schonen. Es wird geklotzt und nicht gekleckert, ein Spielverderber, wer jetzt darüber meckert. Es trifft doch nur die armen Sünder, die dafür jetzt den Ablass zahlen. Und wenn nicht mit einer chicen Hütte, womit will ein Bischof sonst denn prahlen? Amen!
Karl-Heinz Schneider Attenkirchen

Ich finde, ein Strafbefehl gegen weltweites Gelüge und windiges Vertusche in vielen Bereichen der Katholischen Kirche sind 31 Millionen Euro wert. Michael Maresch München Das autoritäre und verschwenderische Gebaren des Limburger Bischofs Tebartz-van Elst muss für unseren Papst Franziskus wie eine Provokation wirken. Er wird sicher nicht lange zögern, diesen Mann abzusetzen, bevor ein weiterer Fall die Kirche nachhaltig erschüttert. Was müssen die Gläubigen und die vielen guten Streiter für eine bessere Kirche noch alles aushalten und hinnehmen? In der Frage der wiederverheirateten Katholiken vermute ich nicht ohne Grund, dass viele Betroffene schon längst nach ihrem persönlichen Gewissen oder nach erbetener Beratung entschieden haben, sodass es zumindest für diesen Personenkreis auf eine doch recht überfällige Sanktionierung gar nicht mehr ankommt. Trotzdem kommt Freude auf darüber, dass Jesus dadurch wieder ein wenig spürbarer wird in unserer durchaus geliebten Kirche.
Werner Rupp
München

Was hier als Freiheit neu verkündet wird, ist in Wahrheit nichts Neues. Es war schon immer so, dass Priester nicht grundsätzlich alle Härtegrade bei wiederverheirateten Geschiedenen angewandt, sondern jeden Fall, der an sie herangetragen wurde, genau abgewogen haben. Mehr kann es auch jetzt nicht geben, was eindeutig aus der „Handreichung für Seelsorger“ hervorgeht. Deshalb hat Papst Franziskus auch auf das Annullierungsverfahren verwiesen, das in Zukunft noch differenzierter gehandhabt werden solle. Wem wirklich etwas am kirchlichen Leben liegt, wird auch das Ehegericht bemühen, um die Verhältnisse ehrlich zu klären. Außerdem gilt auch heute noch Jesu Wort bezüglich des Ehebruchs: „Gehe hin und sündige nicht weiter“ und grundsätzlich für alle Christen: „Passt euch nicht dieser Welt an.“ Im Übrigen dürfte es sich bei den Betroffenen nur um eine kleine Minderheit handeln, denn statistisch ist erwiesen, dass die Scheidungsrate bei Ehepaaren, die sich an die kirchliche Lehre halten, sehr gering ist. Werden sich jene Verheirateten, die in der ersten Ehe nicht auf die Kirche hörten, nach einer Wiederverheiratung plötzlich als kirchentreu erweisen?
Dr. Gerhard Neubert
Buch

In den vergangenen Tagen wurde das Problem der „Geschiedenen und Wiederverheirateten“ innerhalb der Katholischen Kirche breit diskutiert. Im o. g. Leserbrief deutet die Schreiberin an, dass alle, denen dieser Zustand innerhalb der Kirche ein Ärgernis ist, sich selbst betrügen. Alle nicht kirchlich getrauten Paare leben in schwerster Sünde und Unzucht, haben demnach keinen Zugang zu kirchlichen Ämtern oder den Sakramenten. Selbst ein Kardinal Marx – der nicht gerade zu den liberalsten der Deutschen Bischöfe zugerechnet werden kann – hat beim Glaubensgespräch am 9. Oktober in Fürstenfeld den Ausspruch getan: Die Kirche muss sich davor hüten, zu behaupten, dass alle Wiederverheirateten „im Zustand der Sünde“ lebten. Mit dieser Haltung habe die Kirche in der Vergangenheit viele Menschen verletzt und müsse um Verzeihung bitten! Die eingeforderte Barmherzigkeit durch Papst Franziskus gilt nicht nur für Papst und Bischöfe, sondern auch für jeden Gläubigen und Nichtglaubenden.
Joseph Bachmeier
München

Auch interessant

Kommentare