Trumps Sprache ist gewöhnungsbedürftig

Mike Schier: Merkels Anspruch; Kommentar 30. Mai

Man kann über Donald Trump denken, was man will: Ich bin ihm zumindest in einem Punkte sehr dankbar, nämlich für seine kritische, hoffentlich im Endeffekt (er will ja erst nächste Woche endgültig entscheiden) auch ablehnende Haltung zum Pariser Klimaabkommen, das die abwegige Vorstellung postuliert, der Mensch könne auf irgendeine Weise das Klima beeinflussen, etwa indem er weniger Auto fährt, die industrielle Produktion einschränkt oder sogar den Fleischkonsum drosselt, damit weniger Vieh gehalten werden muss, dessen Abgase ja, nach Meinung mancher sogenannter Klimaschützer, auch einen Beitrag zum Untergang der Welt leisten. Trump gehört offenbar zu den wenigen bedeutenden Politikern, die der Klimahysterie nicht zum Opfer gefallen sind. Das lässt hoffen, dass er vielleicht auch auf anderen Gebieten einen klaren Kopf behält. 

Gert Ziegler München

Seit einigen Wochen ist die Weltpolitik um eine neue Variante bereichert: Man spielt Kabarett. Und der Hauptdarsteller ist ein Mann mit dem beziehungsreichen Vornamen Donald. Seine Reden werden simultan, in Echtzeit, übersetzt, sodass man seine Grimassen dem Wortlaut zuordnen kann (Hund sans scho, die Reporter). Es ist für uns noch eine Steigerung vorstellbar: Mr. Präsident spräche in oberbayerischer Mundart. Dann wäre ihm ein Platz in der Walhalla sicher. 

Rainer Fabian Geretsried

Zugegeben, Trumps Auftritte tun weh, weil er so ganz anders ist, als man sich einen Staatsmann in seiner Position vorstellt. Seine Sprache ist gewöhnungsbedürftig und seine Verlässlichkeit wirft Fragen auf. Muss man ihn deshalb mit Interpretationen von Gesten und Halbsätzen ständig attackieren? Erwartet man Entgegenkommen von einem Präsidenten, den man bereits vor seiner Wahl zum Übel dieser Welt erklärt hat? Sachthemen beim G7-Treffen rückten in den Hintergrund. Offenbar hat man ja auch nicht über strittige Themen – die im Vorfeld bekannt waren – diskutiert, sondern festgestellt, dass Trump immer noch seine Meinung hat und man die ganz schrecklich findet. Trump hat ein Problem mit dem Klimaabkommen. Ist das neu? Ist die Frage nach den Ursachen der Klimaveränderung wirklich exakt geklärt? Lohnt es tatsächlich den gigantischen Aufwand – den eigentlich nur die 10 % Europäer betreiben – um zu erreichen, dass der Meeresspiegel - vielleicht – ein paar Jahre später und ein paar Zentimeter weniger steigt? Darf man diese Frage nicht mehr stellen? 

Herwig Bahner Fürstenfeldbruck

Herr Trump fordert die Nato- Staaten auf, ihren vereinbarten, finanziellen Verpflichtungen nachzukommen und löst damit wieder einmal einen Sturm der Entrüstung aus. Ist es Hochmut oder Überheblichkeit, oder ist es Eigensinn, ganz bestimmt ist es eine Milchmädchenrechnung, wenn Frau Merkel meint, nachdem auf die USA kein Verlass mehr ist, müssten die Europäer ihr Schicksal in die eigene Hand nehmen und ihr Außenminister bläst gleich in dasselbe Horn. Abgesehen davon, dass die Nato ohne die USA mehr einer Pfadfindertruppe gleichen würde, müssten bei einem europäischen Alleingang die Rüstungsausgaben der Mitgliederstaaten gigantische Dimensionen erreichen, um eine einsatzfähige und schlagkräftige Armada aufzustellen. Jedenfalls mehr, als von Trump in der derzeitigen Konstellation gefordert. 

Gerhard Fichtner München

Der G7-Gipfel soll ein Misserfolg gewesen sein. Nicht für Donald Trump. Der hat getan, was er angekündigt hatte. Er erklärte der Exportnation der Superlative, dass sie sich zurücknehmen soll auf ein Mindestmaß. Das klingt schrecklich, wird aber sicher nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wurde. Die USA und andere Länder kaufen unsere Produkte nicht deswegen, weil sie uns mögen, sondern, weil wir Waren auf höchstem Know-how fertigen. Übrigens: Frau Merkel, Sie sollten uns nicht weiß machen, dass wir mit unseren Fahrzeugen die größten Luftverschmutzer sind. Da gibt es gewaltigere Verschmutzer: Milliarden - vorne und hinten - Methangas ausstoßende Rinder, aktive Vulkane, 7,5 Milliarden Menschen, die Kohlendioxid ausatmen, der Flugverkehr und die Schifffahrt. Den Planeten kann man nicht vernichten. Man kann ihn unbewohnbar machen. Aufzuhalten ist das sowie so nicht mehr. Köstlich zu sehen, wie sie aufgrund der gescheiterten G 7 Gespräche Oberwasser von den restlichen G 5 zugestanden bekamen. Reine Geldfrage, Frau Merkel. Im politischen Geschäft gibt es keine Freunde, da denkt jeder nur an sich. Die EU ist, ob sie es sehen wollen oder nicht, zum Scheitern verurteilt. Nationalstaaten lassen sich nicht gleichschalten. An dieser Schraube können sie nicht drehen, weil es die nicht gibt. Donald Trump ist ein Geschenk für uns. Er verweist auf den Begriff der Identität und wir stellen fest, dass wir sie verloren haben. Ein Merkmal der Identitätslosigkeit ist der Kompromiss. Den beherrschen Sie. Die EU ist ein Lügengespinst, zusammengehalten von einem Netz von Kompromissen. Es wird reißen, es ist nur eine Frage der Zeit. 

Richard Birk Freising

Präsident Donald Trump und andere Präsidenten: Die deutschen Medien haben Hochkonjunktur mit Präsident Trump. Aber das ist nicht das erste Mal. Meine Firma schickte mich 1957 in die USA und ich bin dortgeblieben und Bürger geworden. Während der Präsidenten Jahre George Bush Sohn besuchte ich Familie und Verwandte in Deutschland. Ich war überrascht, wie über diesen Präsidenten geurteilt und hergezogen wurde. Da ich ihn verteidigte, gab es einen Riss mit meinen Verwandten und das ist so bis heute geblieben. Traurig. Als Barak Obama 2008 vor seiner Wahl nach Berlin kam, wurde er wie ein Rockstar gefeiert. Als er im vergangenen Jahr wieder nach Berlin kam, wurde von ihm kaum Notiz genommen. Auf der anderen Seite war Obama der erste Präsident, der jeden Tag am Fernseher auftauchte, man konnte ihm nie entrinnen. Und jetzt ist es Donald Trump. Meine Frau und ich wählten für ihn. Wir hatten die Nase voll von Obama, der in nur acht Jahren die in 227 Jahren angehäuften Schulden verdoppelte, am Kongress vorbeiarbeitete, seine beiden schwarzen Justizminister wachten darüber, dass seiner Regierung der Rücken gedeckt wurde. Außenpolitisch hat er Amerika abgewirtschaftet, Putin und die Perser haben ihn über den Tisch gezogen. Er schickte seine Gegenspielerin vom Wahlkampf 2008 als Außenministerin vier Jahre um die Welt, entfernt von Washington, um die Clintons zu neutralisieren. Am Ende von Obamas Amtszeit war sein Lack schon sehr verblasst. Im Wahlkampf 2016 hatte Hillary Clinton bis zuletzt vorn gelegen, aber die Amis hatten genug von der Weiterführung der Obama Politik. Was Trump angeht, schon vor seinem Wahlkampf gab kaum einer einen Cent für Trumps Sieg. Er wurde als Stümper angesehen (was er auch in vieler Hinsicht war und ist), setzte sich aber durch. Schon seit vor seiner Amtseinführung ist er im Fadenkreuz der deutschen Medien gelandet. Hier einige Beispiele: - Am 12.11.16 Der Spiegel “DAS ENDE DER WELT”. Ich hoffe, die Deutschen bauen Bunker, um das Ende zu überleben. - Am 4.2.17 Der Spiegel zeigt auf der Vorderseite eine Karrikatur von Trump, in der einen Hand ein großes blutiges Messer, in der anderen der Kopf der Statue of Liberty. - Am 22.4.17 zeigt der Spiegel auf der Vorderseite die Überschrift: “TODESSPIEL, Donald Trump und Kim Jong Un riskieren den Atomkrieg.” Aber der Spiegel ist es nicht allein. - Am 20.5.17 Artikel in der Frankfurter Allgemeinen: “Ist Donald Trump in 100 Tagen noch Praäident?” Ich hoffe, die Redaktion hält nicht den Atem an, sonst werden sie blau im Gesicht. - Am 22.5. In DIE WELT: “Studenten verlassen in Scharen Rede von Mike Pence.” Wirklich? Pence war der Sprecher zur Abschlussfeier der Notre Dame Universität, eine der größten und angesehensten Unis in USA. Was wirklich passierte war eine geringe Anzahl von Studenten aufstanden und den Saal verließen, aber von der Masse der Studenten ausgepfiffen wurden. Wo waren da die Scharen? Medien sind bekannt dafür, alle Ereignisse, egal wie klein, hoch zu jubeln, um den Verkauf anzutreiben. So ist es auch hier. Es ist klar, dass Trump große Lücken in seinem Wissen hat, einen eigenartigen Stil, aber es konnte so mit USA nicht weiter gehen. Das Vermächtnis Obamas ist eine Explosion von Schulden, riesige Erweiterung des Sozialstaates, und Vergiftung der Kultur und des politischen Systems. Und damit sieht sich Trump jetzt konfrontiert. Hillary Clinton würde an der Aufgabe scheitern. In allen Jahren der beiden Clintons ging es nur immer um zwei Dinge bei ihnen: Berühmtheit und Reichtum, in beiden waren sie erfolgreich. 

H.K. Rahlfs Irvine, USA

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