Problem-Präsident

Trump legt gegen Deutschland nach; Titelseite 31. Mai

Die Deutschen schulden den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) Dank für den Einsatz Ihrer Soldaten bei der Beseitigung des NS-Regimes. Die Bundesrepublik Deutschland schuldet den United States of Amerika Dank für die politische, menschliche und finanzielle Aufbauhilfe im zerstörten Nachkriegsdeutschland des Weltkriegs II. Die Deutschen danken dem US-Präsidenten Georg Bush senior für seine entschlossene Haltung und Unterstützung in den 4plus2-Verhandlungen der Siegermächte zur Wiedervereinigung der BRD mit den mitteldeutschen Ländern der verblichenen DDR. Die Deutschen schulden jedoch dem amtierenden US-Präsidenten Donald Trump keinen Dank für seine bisherigen Leistungen. Umgekehrt könnte Präsident Trump deutschen Unternehmen danken für die auf seinem Territorium vielfach geschaffenen Jobs – zugunsten auch seiner Staatskasse. Wenn der Problem-Präsident Trump allerdings meint, den bereits begonnenen Kreuzzug gegen deutsche Handelsbilanzüberschüsse verschärfen zu müssen, wozu der eine oder andere EU-Bruderstaat sicher Beifall klatscht, dann sollte er dabei auch die damit einhergehende Destabilisierung der transatlantischen Verpflichtungen berücksichtigen. Schließlich ist Deutschland Hauptzahler im EU-System.

 Günter Schäftlein Mittelstetten

Donald Duck erobert das Weiße Haus. Das hätte sich Carl Barks (leider schon verstorben), der langjährige und berühmteste Chefanimateur der Walt Disney Comics-Sparte mit Spezialgebiet Donald Duck, in seinen kühnsten Fantasien nicht ausmalen können, dass seine Lieblingsfigur, Donald Duck eines Tages Amerikanischer Präsident werden könnte, er wäre dafür als maßloser Übertreiber wohl ausgelacht, oder gar entlassen worden wegen Verunglimpfung diesen hohen Amtes. Sein berühmter Enterich, dieser aufgeblasene, überhebliche, cholerische, sich selbst überschätzende, angeberische, beratungsresistente, besserwisserische, intrigante und sich selbst als den geborenen Unternehmer sehenden Schwachkopf, der letztlich immer der Verlierer bleibt und bei allen seinen gescheiterten Unternehmungen den Anderen die Schuld gibt, hat es irgendwie geschafft, Präsident der USA zu werden. Dabei kann Donald aber auch sehr nett und charmant sein, wenn’s ihm grad in den Kram passt. Zudem wird er oft aufgrund seiner Unbedarftheit von seinem reichen Onkel Dagobert, als seinem sporadischen Arbeitgeber, hemmungslos ausgebeutet und unentwegt für dumm verkauft. Nur gut, dass ihn seine intelligenten Neffen Tick, Trick und Track dann immer wieder aus dem von ihm selbst angerichteten Schlamassel heraushelfen. Irgendwie kommt einem das heutzutage sehr bekannt vor. Seit 1955 die ersten Micky Maus Heftchen nach Deutschland kamen, lese ich sie bis heute gelegentlich ganz gerne (besonders die neue „Entenhausen-Edition“ eine Spezialausgabe des EHAPA Verlags) und kenne deshalb seit vielen Jahren die ganze Familie Duck und alle anderen Entenhausener aufs Beste. Gerne würde ich Donald ein paar Ratschläge für die Besetzung seines Minister-Kabinetts geben: Dagobert Duck, Finanzminister; Daisy Duck, Familienministerin; Tick, Trick und Track, Berater; Franz Gans (IQ ca. 50), Kultusminister; Panzerknacker, Verantwortung für Fort Knox; Daniel Düsentrieb, Forschungsminister; Kater Carlo Verteidigungsminister; Gustav Gans (Glückspilz), Sozialminister; Goofy Umwelt- und Raumfahrtminister; Oma Duck, Agrar- und Außenministerin. Abzuraten wäre von Micky Maus selbst, da dieser zu intelligent ist. Weitere Vorschläge von Duck-Experten wären im Weißen Haus abzugeben. Nun schaun wir mal, ob diese neue Geschichte, die diesmal das Leben, und nicht Carl Barks schreibt, so enden wird, wie alle Donald Duck Geschichten. 

Alexander Neuser Aßling

Man könnte die Äußerungen unserer Bundeskanzlerin zu Trump auch in einem anderen Lichte sehen. Ohne auch nur eine Silbe darüber zu verlieren, hat sie in ihrer unnachahmlichen Art ihm jegliche politische Kompetenz abgesprochen. Die Republikaner reagieren bislang ohne besonderen Widerspruch auf die Worte unserer Kanzlerin, was ihm zu denken geben sollte. Wie gestaltet sich die Kausalität? Wer als Individuum nicht über das erforderliche Know-how verfügt, kann weder als (Vertrags-)Partner ernst genommen werden noch einen verlässlichen Leuchtturm in unserer globalisierten Welt darstellen. Also müssen sich Europa und die anderen Partner des verbliebenen G6-Gipfels zunächst auf eigene Füße stellen. Hat sie nicht genau dieses gemeint? Und tatsächlich, ihm fehlt das erforderliche wie diplomatische Feingespür für politischen Zu-sammenhänge. Volkswirtschaftlich lebt er ohnehin in seiner eigenen wie surrealistischen Mo-dell- bzw. Scheinwelt. Sein jüngster Tweet zum Handelsbilanzüberschuss Deutschlands ist Beleg genug dafür. Das amerikanische Defizit ist hausgemacht, nicht über Nacht vom Himmel gefallen und beruht auf langjährige, strukturelle Probleme der USA. Seine beinahe schon naive Haltung zur Erderwärmung tut ein Übriges. Trumps einfache Sprache ähnelt bisweilen dem Gemüt eines Teenagers. Sein peinlicher Eintrag in das Gästebuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Israel war nur die Spitze des Eisberges seiner Veröffentlichungen. Insgesamt gerieten die einzelnen Etappen seiner ersten Auslandsreise zu einem einzigen Desaster. Hat sich deswegen seine Ehefrau sooft in aller Öffentlichkeit von ihm abgewendet? Er mag als Geschäftsmann in seinem Metier erfolgreich sein. Vielleicht aber hatte er bislang auch mehr Glück als Verstand, immer wieder nach einer erneuten Insolvenz wie Phönix aus der Asche zurückzukehren. Damit wären wir wieder am Ausgangspunkt seines Problems: dem Intellekt. Trump sollte die Reden von J.F. Kennedy studieren, auch wenn er aussagegemäß kaum Bücher liest. Ob er dann endlich einsieht, den falschen Posten übernommen zu haben und für den Rest der Welt ein unkalkulierbares Risiko darzustellen? Meine Wette gilt, die ich im Rahmen seiner Inthronisation im Januar eingegangen bin: Trump wird Weihnachten 2017 nicht als Präsident der USA erleben. Den nächsten Schritt zu seiner persönlichen politischen Isolation wird er hierzu beim anstehenden G20-Gipfel in Hamburg tun. Gleiches wird wohl auch für den baldigen Weltklimagipfel gelten, der symbolträchtig als klimatischer Hilfeschrei von den Fidschi Inseln in Bonn ausgerichtet wird. Eines dürfen wir jedoch trotzdem nicht übersehen: Die USA besteht seit der Wahl nicht nur aus einzelnen Trumps. Umso wichtiger ist es, auch weiterhin die USA ganzheitlich als wichtigen Partner mit kompetenten Spezialisten auf allen Ebenen zu betrachten und sie nicht auf einen unverlässlichen Repräsentanten zu reduzieren. Lachender Dritter wäre ansonsten Putin, der seine westlichen Außengrenzen nicht als in Stein gemeißelt betrachtet. 

Dipl.-Kfm. Wolfgang Mulzer, Lenggries

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