Trump ist ein Imperialist

Marcus Mäckler: Das große Missverständnis; Kommentar, Martin Donhauser: Zurück zum atomaren Duell; Politik 25. Mai

Es überrascht keinesfalls, dass US-Präsident Donald Trump und seine Hardliner nach einem passenden Anlass suchten, das Treffen mit dem widerspenstigen Kim Jong Un platzen zu lassen. Vom preußischen General Scharnhorst stammt der Satz: „Der Krieg ist die Fortsetzung der Diplomatie mit anderen Mitteln.“ Von Diplomatie versteht Trump ohnehin nichts, also wendet er sich dem Krieg zu gemäß dem Motto: Und bist Du nicht willig, so brauche ich Gewalt. – Was willig ist, definiert Trump in seinem Sinne, nämlich sich vollständig auf Gnade oder Ungnade den US-amerikanischen Vorstellungen auszuliefern (Modell Libyen?). Bedauerlich, dass sich Südkorea von den US-Hardlinern über den Tisch ziehen ließ. 

Jürgen Engelhardt Stephanskirchen

Um Trumps Verhalten beim Namen zu nennen: Er ist ein Imperialist, wie er im Buche steht. Eigentlich ist der Imperialismus Gott sei Dank ausgestorben (Kolonialzeit), aber nun feiert er ein gefährliches Comeback. Ein ausgeprägter Narzisst mit überschaubarer Intelligenz und frei von ethischen Werten möchte sich die Welt zum Untertan machen (Iran, Europa, Nordkorea, Ostsee-Pipeline, Venezuela etc.). Europa hat mehr Einwohner, eine höhere Wirtschaftskraft, eine kulturell großartige Geschichte – und starrt jetzt wie das Kaninchen auf die Schlange. Wir müssen jetzt handeln und die Amerikaner mit ihrer Wild-West-Mentalität stoppen, bevor es zu spät ist. Außenminister Maas war ein schüchterner Versuch. Ich bin davon überzeugt, dass Trump nur Stärke bremsen kann. Ich bin davon überzeugt, dass es sinnvoller ist, einen Strategen (Putin) aus unserer Nachbarschaft als einen unberechenbaren Despoten (Trump) auf der anderen Seite des Atlantiks zum Verbündeten zu wählen. Sorry, ich war mal Amerikafan, aber die tumben, waffenstarrenden Amerikaner mit ihren archaischen Anschauungen zwischen der West- und Ostküste (flyover area), die diesen Präsidenten gewählt haben, sollten uns Europäer nicht unterschätzen. Mein Appell an alle Verantwortlichen: Schlagt endlich zurück! Mit Diplomatie bremsen wir die US-Regierung nicht. Vielleicht hilft ja ein Boykott amerikanischer Waren (oder Androhung), das würden die Herrschaften eher verstehen. 

Wolfgang Herrmann Pullach

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