Trampeltier im Porzellanladen

Friedemann Diederichs: Der Fehler im letzten Duell; Politik 21. Oktober

Vielleicht ist es schon einigen geschichtsbewussten Lesern aufgefallen, wie sehr die Physiognomie dieses Donald Trump(eltier), wenn er irgendwelche Tiraden gegen Gott und die Welt loslässt, der des brutalen Machtmenschen Benito Mussolini gleicht. Im Bild zum oben genannten Artikel sind deutlich der verbissen mit vorgestülpten Lippen geschlossene Mund und das vorgereckte Kinn zu sehen, die dem „Gegner“ signalisieren sollen, dass der Träger dieser Maske soeben eine letztgültige Wahrheit ausgesprochen hat oder vermeintlich im Besitz derselben ist und somit jeder Widerspruch oder gar Gegenargumente zwecklos sind. Den amerikanischen Wählern möchte man raten, sich die Bilder den alten Wochenschauen anzusehen, die Mussolinis Wutreden oder die großspurigen Erneuerungsfantasien des Duce (Führer) bezüglich des Imperium Romanum zeigen. Möchte nicht auch Trump das nach seiner tief greifenden Erkenntnis schwache Amerika wieder stark machen? Findet er nicht die vermeintliche Allmacht Putins vorbildlich? Wir in Deutschland hatten einen Österreicher, der den Duce über lange Zeit als Vorbild betrachtete und sich „Führer“ nennen ließ. Zum Glück hatten diese beiden Kriegstreiber und Massenmörder noch keine Atomwaffen. Apropos Mörder: Hat nicht Trump öffentlich geäußert er könne auf einer New Yorker Hauptstraße jemanden erschießen, ohne dafür belangt zu werden? Gott sei Dank zerlegt sich „The Donald“ immer wieder selbst, sodass er sogar den führenden Repräsentanten der Republikaner und auch seinem eigenen Kandidaten für das Vizepräsidentenamt peinlich geworden ist. Wir Europäer dürfen auf jeden Fall begründet hoffen, dass dieser Elefant im Porzellanladen am 8. November in der Kategorie Irrungen und Wirrungen verschwindet und die Amerikaner sich nur noch ungern erinnern, einer solchen Fehlbesetzung gefolgt zu sein. Was mir aber als reale Gefahr erscheint, ist die Unzufriedenheit sehr vieler Amerikaner mit ihrer politischen Elite, die diesen Kandidaten erst hochgespült haben und nicht mit ihm verschwinden werden. 

Hans-Georg Lanig Karlsfeld

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