Nicht glaubhaft

Friedemann Diederichs: Der beschädigte Präsident; Kommentar 9. Juni

Wer wie ich die gesamte Anhörung – soweit ausgestrahlt – von James Comey verfolgt hat, dem muss zwangsläufig aufgefallen sein, dass in zwei ausführlichen Artikel von Friedemann Diederichs die Fragwürdigkeiten seitens Comey komplett ignoriert wurden. Auf mehrfache Fragen unterschiedlicher Personen, warum er Trump nicht klar gesagt hat, dass er dessen Wünsche, auch die nach Loyalität nicht erfüllen kann und darf, stellte sich Comey nur verunsichert, verwirrt, ja fast ängstlich gegenüber Trump dar. Comey als FBI-Boss und somit einer der mächtigsten Männer der USA, soll vor Trump so großen Respekt gehabt haben, dass er jeden Hinweis sofort als Befehl verstanden haben will. Befehle, die er als Boss einer unabhängigen Institution weder ausführen muss und schon gar nicht darf. Dass er dies nicht Trump auf gleicher Augenhöhe klar gesagt hätte, ist nicht glaubhaft und wäre schon deshalb ein triftiger Grund gewesen ihn wegen Führungsschwäche aus dem Amt zu befördern. Auch das sollte zu einer objektiven, nicht tendenziösen Berichterstattung gehören, nicht nur das – zweifellos fragwürdige – Verhalten von Trump. 

Jürgen Brendel Dachau

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