Mogelbegriff

Der König der Konservativen; Politik 20. Juli

In Ihrer Ausgabe vom 20. Juli 2017 nennen Sie den Staatssekretär im Bundesfinanzministerium Jens Spahn „König der Konservativen“. Ich weiß nicht, wer ihm diesen Titel verliehen hat. Aber meines Erachtens verdient er das Prädikat „konservativ“ nicht. Denn durch sein Befürworten der „Ehe für alle“ und seine entsprechende Praxis untergräbt er einen wesentlichen Wert unserer Kultur. Er nennt es zwar „klassisch konservativ“, wenn „zwei Menschen vor dem Staat“ sagen, „wir stehen füreinander in guten wie in schlechten Zeiten“. Aber warum soll das nur für Homosexuelle gelten, dass der Staat sie fördert und unterstützt, nicht aber für die vielen Geschwister, Freunde, Bekannte und dergleichen, die das gleiche tun und die es schon immer gegeben hat und noch gibt? Und was soll überhaupt der Mogelbegriff „Ehe für alle“? Diese soll doch nur eingeführt werden für alle Schwulen und Lesben. Wie diese Forderung aber formuliert ist, müsste sie jedoch auch für Kinderehen, Ehen unter Geschwistern oder zu dritt o.ä. gelten, was aber niemand will. Viel schlimmer aber ist die Umwertung eines Begriffes, der die Grundstruktur menschlichen Miteinanders von Mann und Frau meint, die der Staat nicht konzipiert oder gar geschaffen, sondern nur vorgefunden hat und deswegen zu fördern und zu schützen hat, nicht aber verändern kann. Oder gilt bei uns wieder der Rechtspositivismus, bei dem der Staat und die Gesellschaft bestimmt, was Recht ist, und der im letzten Jahrhundert soviel Unheil über unser Volk und die Welt gebracht hat? Und das soll konservativ sein? 

Dr. Gottfried Noske Wolfratshausen

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