Einseitige Abgrenzung

Diskussion um Burkaverbot

Es ist für mich völlig unverständlich, dass man in Politikerkreisen um die Frage eines Verbots der Burka bzw. Niqab herumeiert. Wir sind zu Recht stolz darauf, in einer offenen Gesellschaft leben zu dürfen. Schon im europäischen Mittelalter war das offene Visier der Rüstung Zeichen der Gesprächsbereitschaft! Wir haben das gleiche Recht, das Gesicht des Gegenübers sehen zu können, wie die islamischen Staaten – wie auch der Vatikan – bei ihren Besucherinnen symbolisch das verhüllte Haupt der Frau erwarten. Das Argument der Migrationsbeauftragten der Bundesregierung, man sperre bei einem allgemeinen Verbot die Frauen zu Hause ein, greift deshalb ebensowenig wie die Beschränkung des Verbots auf den Auftritt vor Gericht! Abgesehen von einem Telefonat kann ich mich nicht mit einem Menschen unterhalten, der sich weigert, mir sein Gesicht zu zeigen. Die Abgrenzung beginnt hier – und zwar einseitig! Auch die Tatsache, dass man im normalen Tagesablauf kaum einer Niqab- oder Burkaträgerin begegnet, steht einer gesetzlichen Regelung nicht im Weg. Unsere Gesetze regeln noch weitaus seltener auftretendere Dinge.
Rolf Krüger
Murnau

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