Falschparker genötigt

Wilhelm Christbaum: „Abgeschleppt: In die Tischkante beißen und zahlen?“; Kolumne Politik 10. April

Meine Tochter, alleinerziehende Mutter, arbeitet in der BMW-Welt, ist nicht bei BMW angestellt, sondern, wie zurzeit üblich, bei einer anderen Firma, die für BMW arbeitet. Deshalb könnte sie auch nur kostenpflichtig auf dem BMW-Parkplatz parken. Um Kosten zu sparen, suchte sie in der Umgebung und fand einen Platz mit Hinweis auf „Privatparkplatz, widerrechtlich parkende Fahrzeuge erhalten eine Parkkralle und werden nach bestimmter Zeit abgeschleppt“. Da sie schon einmal dort ohne Konsequenzen parkte und zudem unter Zeitdruck war, stellte sie erneut ihr Fahrzeug dort ab. Als sie nach zwei Stunden zurückkam, war ihr Auto weg. Sie geriet in Panik, da es bereits Zeit war, um ihren Sohn im Kindergarten abzuholen. Auf dem Schild stand eine Telefon-Nummer, die sie sofort anrief. Man teilte ihr mit, dass sie warten solle, es kommt jemand vorbei, der ihr mitteilt, wo das Auto steht. Nach einer halben Stunde kam auch ein Auto mit einem Mitarbeiter der Parkräume KG und forderte sie auf, 385 Euro sofort zu bezahlen, andernfalls wird sie den Abstellplatz ihres Autos nicht erfahren. In Anbetracht der anstehenden Abholzeit für ihren Sohn bezahlte sie zähneknirschend den geforderten Betrag, ohne eine richtige Rechnung darüber zu bekommen. Nach Bezahlung erfuhr sie, dass das Auto in einer Nebenstraße abgesetzt wurde. Meine Tochter war sich ihres Falschparkens zwar bewusst und auch, dass sie Strafe zahlen muss, aber nicht, dass sie so unter Druck gesetzt wird und einen so hohen Betrag zahlen muss. Dieses Verhalten der Parkräume KG ist Nötigung und Ausnutzung der unter Druck stehenden Personen und sollte strafrechtlich verfolgt werden.

 Roswitha Holzer-Brack München

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