Flüchtlinge und Vertriebene

Allen drei Antworten sei gedankt. Auch Dr. Ippen stellte eingangs fest, dass unkontrollierte Grenzen verfassungswidrig sind (Di Fabio).

Wir Deutschen, besonders wir Bayern, die durch Dr. Merkels rechtswidriger Grenzöffnung die Hauptlast trifft, werden angestänkert, weil wir uns wehren. Gefragt wurden wir nie, ob wir das alles bewältigen wollen. Ohne die vielen freiwilligen Helfer wäre es wohl nicht gegangen, aber es müsste per Zeitung Infolisten geben, was den deutschen Staat im Gefüge der 28 EU-Staaten diese vielen minderjährigen Männer kosten; denn da wird von 3000 Euro pro Person und Monat geredet. Es wird auch geredet, dass alle Sozialorganisationen von unserem Staat kassieren; nicht von der EU. Im Krisengebiet selbst fehlt plötzlich das internationale Geld, und in den Lagern, soll es nur noch halbe Essensrationen geben. Hunger herrscht. Wenn Herr Dr. Ippen meint, dass die jetzigen Nahost-Flüchtlinge sich so integrieren lassen, wie die nach Kriegsende lebend gebliebenen 10 Millionen Heimatvertriebenen, so irrt er sich sehr. Man vermisst auch, dass er diese Austreibung nicht durchgesetztes Unrecht nannte. Dieses Unrecht wurde damals auf alle Deutschen abgewälzt – per Gesetz des Lastenausgleichs, dessen letzte Rate 1978 bezahlt wurde. Solche Gesetze und solch durchgesetzte (Steuer)-Zahlungen brauchen wir nicht noch einmal. Das Nah-Ost- Schlamassel ist nicht uns anzulasten, und die Verursacher halten sich raus. Also bitte schließt die Grenzen. Genug ist genug.

Hermine Kaiser Bad Wiessee

Ihrem Beitrag muss leider in einigen Punkten widersprochen werden. Ich bin Jahrgang 49 und bin mit Kindern von Heimatvertriebenen aufgewachsen. Die 10 Millionen verteilten sich, 4 Millionen DDR 8 Millionen BRD. Nie gegengerechnet wurden die Toten des Krieges. In manchen Teilen wurden diese voll durch die Vertriebenen ersetzt. Dann fand man Ruinen über Ruinen vor. Viele Grundstücke waren herren- und besitzlos und wurden bezogen. Motto: Hier bin ich, das nehme ich mir, da bleibe ich. In anderen Fällen (zum Beispiel München Herterich Straße) wurden 100 000 m2 Brachland abgesteckt, jeder bekam eine Parzelle, ein Hausplan wurde erstellt und in drei Monaten waren die Häuser bezugsfertig. Ganze Dorfgemeinschaften haben einfach dort weitergemacht, wo sie aufgehört hatten. Beispiel dürfte Geretsried sein. Sicher wird ein Beitrag für das Rentensystem und den Sozialstaat geleistet. Aber eine Kette ist so stark wie das schwächste Glied. Es wird sich also eine Mittelwertbildung einstellen. Im Landkreis Starnberg sind Gäste aus 31 Nationen untergebracht. Ich hatte dort viele Gespräche mit Afrikanern. Was wollen sie machen? Die Antwort war leider in allen Fällen: Nichts, weil einfach eine andere Erwartungshaltung vorherrscht. In einem gebe ich Ihnen Recht. Die Situation bringt viele Organisationsschwächen ans Tageslicht. Warum muss jemand in Starnberg leben, wenn der Onkel in Hamburg lebt oder eine Arbeit in Berlin angeboten wird? Wenn aber ganze Industrien ihren Betrieb einstellen, Siemens, Osram oder jetzt Möbel Mahler Wolfratshausen, dann fällt es schwer, hier Personen aufzusaugen, egal wie hoch der Lohn wäre. Wir müssen Städte auch nicht zu Mega-Citys puschen, sondern könnten durch Verlagerung kleinere zu mittleren machen. Und die Bürger sind in die Umsetzung nicht mit eingebunden. Verwaltungen glänzen durch Fehler nach unserem Standard. Wir haben also noch harte Arbeit vor uns.

 Werner Gugetzer München

Herr Ippen schreibt in seiner Samstagskolumne, die ich sonst sehr schätze, dass er der CSU nicht mehr folgen könne, der nur vordergründig an Grenzkontrollen gelegen sei, an denen alle Flüchtlinge ordnungsgemäß und mit Fingerabdruck registriert werden. Diese seien für die CSU nur Zweck, um den Zuzug von Flüchtlingen und Migranten zu stoppen. Er sieht Deutschland als Rettungsinsel in dieser humanitären Krise, Frau Merkel sei Dank. Natürlich müssen diese Massen, die sich auf die Wanderschaft begeben haben und begeben werden, gestoppt werden. Weltweit sind 60 Millionen Menschen auf der Flucht. Und wenn wir weiterhin unsere Grenzen offen halten und aus humanitären Gründen Wirtschaftsflüchtlinge nach Deutschland lassen, die zu einem sehr großen Teil minimalste Schulbildung haben, sind wir schlicht überfordert. Nennen Sie doch Länder außerhalb Europas und den USA, bei denen man kein Verständnis haben könnte, wenn deren Bevölkerung als Wirtschaftsflüchtlinge zu uns käme. Sie werden sich schwer tun. Ich bitte Sie, einmal die vielen Armutsberichte, auch in Ihrer Zeitung, aufzuarbeiten, in denen dargelegt wird, dass viele unserer Rentner immer mehr in die Armut rutschen, obwohl sie für das Rentensystem in Deutschland viel getan haben und, wie Sie schreiben, das berühmte westdeutsche Wirtschaftswunder geschaffen haben. Es würde mich freuen, wenn Sie auch für diese eine Kolumne schreiben und sich dafür einsetzen würden, dass sie bei Arzneien nicht zuzahlen müssen, die Zähne ohne große Zuzahlung gerichtet bekommen, kaputte Elektrogeräte ersetzt bekommen und so viel Rente erhalten, dass sie sich nicht bei der Tafel anstellen müssen, um überleben zu können. Das gilt insbesondere für Witwen. Vielleicht haben Sie Recht, dass langfristig eine Chance durch den Zuzug für unser Rentensystem besteht. Langfristig heißt, nach mindestens drei Generationen, also in 60 bis 70 Jahren. Niemand wusste vor drei Generationen, also zirka 1955, wie sich die Welt, Deutschland und die Wirtschaft entwickelt und wie sie heute aussieht. Genau so wenig wissen wir, wie sie 2080 aussieht. Deshalb sollte uns nicht eingeredet werden, dass wir nur durch die Aufnahme von Millionen von Menschen aus anderen Kulturkreisen unseren Sozialstaat sichern könnten.

 Hannelore Hartmann Starnberg

Da stehen Sie dem Bundespräsidenten Gauck in nichts nach (nur, von dem seinen Willkommenssprüchen hört man nichts mehr). Unsere Nachkriegsflüchtlinge vom 2. Weltkrieg waren keine Asylanten. Sie sahen nicht wie solche aus. Sprachen unsere Sprache und konnten sie lesen. Auch beruflich standen sie uns in nichts nach. Bauten mit auf, was sie nicht mit zerstört hatten. Hinzu lebten sie auf unserer kulturellen Grundlange. Hatten Respekt vor anderen und unseren Gesetzen. Sie wurden vertrieben. Sind nicht einfach geflohen. Ihre Männer und Söhne hielten den auf der Flucht befindlichen Familien kämpfend den Rücken frei. Das noch für einen nicht gerecht angezettelten 2. Weltkrieg. Dies unterscheidet sie von den bei uns einbrechenden Asylanten. Deren junge Männer ihre Familien zurücklassen. Dafür müssen unsere jungen Soldaten in ihrem Land kämpfen und sterben. Herr Ippen, in ihrem Beitrag gleiten Sie am Ende auf die Wirtschaftsflüchtlinge und den sogenannten deutschen Mindestlohn ab. Absehend davon, dass wir diesen in Europa nicht alleine haben. Ja, die Wirtschaft braucht neue Konsumenten. Verbraucher, für die per Computer Tag und Nacht produzierten Überschüsse, Ob der Wohnungsmarkt oder Versicherungen oder der Konsumgüterhandel: einfach nur, neue Hanuta-Esser, sonst nichts! Bezahlen müssen wir deutschen Bürger das. Oder hören Sie etwas von Großspenden aus der Industrie, den Parteien und den vielen Nutznießern dieser Völkerwanderung?

Detlef Clemens Kottmeier Garching

Es ist gut und richtig, dass es endlich einmal Leserbriefe gibt, wie Herrn Schury aus Altomünster, die den Vergleich zwischen den damaligen Vertriebenen nach 1945 und den heutigen Flüchtlingen ansprechen. Auch sind die betroffenen Leute aus Ihrer angestandenen Heimat, wie aus den Sudetenland nicht geflohen, sondern Sie wurden auf Grund der Beneschdekrete gewaltsam vertrieben. Besonders deutlich wird das ganze Ausmaß dieses Verbrechens in dem kleinen Buch von Otto Werner: ,,Das war Rache“ ausführlich beschrieben.

In diesen Buch findet man ein Schreiben der damaligen tschechischen Regierung, das jeder, der zur Ausreise bestimmt war, lesen musste, mit folgendem Wortlaut. UPOZORNENI Ausreisebestimmung für Sudetendeutsche Personen welche für den Abtransport bestimmt sind, haben ihre Wohnung in vollster Ordnung zu verlassen. Pro Person wird ein Gebäck von 50kg bewilligt. Wer mehr als das vorgeschriebene Gewicht haben wird, dem werden die Sachen abgenommen, ohne Rücksicht was für Sachen es sind. Die übrigen Sachen sind in der Wohnung an Ort und Stelle zu lassen, z.B. Vorhänge, Teppiche, Tischlampen, Wandspiegel, Waschschüssel, teile der Einrichtung, Tischdecken, 2 Handtücher, in den Betten Matratzen, Bettlaken und mindestens je ein Kopfkissen und Zudeckbett, alles frisch bezogen. Das Gebäck darf nicht in Teppiche oder Bettlaken gepackt werden. Wird bei der Kontrolle festgestellt, dass dies nicht beachtet wurde, wird die betreffende Person nicht in den Transport aufgenommen, sondern ins Inland auf Arbeit geschickt. Wer sich nicht innerhalb von 24 Stunden nach Erhalt des Einberufungsscheines in der Sammelstelle melden wird, wird von der Polizei vorgeführt.

Dietmar Eismann Altomünster

Dirk Ippen: „Alte Fehler – die Krise bringt sie ans Licht“; Kolumne Politik 30./31. Januar, „Vergleich passt nicht“; Leserbriefe 1. Februar 

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