Vergleich zwischen damals und heute hinkt

Franz Alt: „Die Flüchtlingswelle überfordert uns“ – Einspruch!; Gastkommentar 7. April

Was war das denn für ein Kommentar? Herr Alt bemüht die ewigen Vergleiche mit der Flüchtlingswelle nach dem Krieg mit der heutigen Asylwelle. Auch das Thema Gastarbeiter wird heran gezogen. Gastarbeiter wurden bezahlt, haben somit ihre Familien ernährt und auch zur wirtschaftlichen Stabilität ihrer Heimatländer beigetragen. Und wie der Name schon sagt, sie waren Gast in unserem Land. Das Zitat des DWI mit den fehlenden Arbeitskräften ist nur halb richtig . Es wurde auch gesagt, dass 90 % der Flüchtlinge keinerlei Qualifikation für den deutschen Arbeitsmarkt haben, und deshalb auch nicht für diese Stellen eingesetzt werden können. Selbst vor Einzelpersonen wie Jesus, dem Dalai Lama usw. schreckt der Autor nicht zurück. Und selbstverständlich liegt die Hauptschuld an den Auseinandersetzungen dieser Welt bei der deutschen Rüstungsindustrie. Deshalb ist unser Land seiner Meinung nach wohl auf ewig verpflichtet, die Welt zu retten. Leider werden aber durch permanente Wiederholungen falscher Beispiele diese auch nicht richtiger.

Ernst Steinhilber Landsham

Die Klimaveränderung ausgenommen, verwendet er nur falsche Argumente noch dazu im falschen Kontext. So war Jesus von Nazareth kein Flüchtling sondern konnte sich in den damaligen römischen Provinzen Judäa, Samaria und Galiläa frei bewegen; die kurzzeitige Flucht mit seinen Eltern nach Ägypten beweist nicht das Gegenteil. Er will uns auch glauben machen, dass Deutschland vor 1945 eine geschlossenen Gesellschaft war, was falsch ist. Deutschland hatte schon in der Zeit von 1933 – 1939 Gastarbeiter aus Italien und Polen und andere beschäftigt; die These von der „abgeschlossenen Gesellschaft in Deutschland“ in dieser Zeit ist ein reiner Mythos. Dass Flüchtlinge ein Land auch bereichern können, ist eine Binsenweisheit. Allerdings sollte der Leser dieses Gastkommentars wissen, dass Steve Jobs einen syrischen Vater und eine US-amerikanische Mutter deutscher Herkunft hatte, und in San Franzisco (USA) geboren wurde. Er war kein Flüchtlingskind sondern US-Amerikaner! Franz Alt unterschlägt auch, dass es vor allem auf den Kulturkreis ankommt, aus dem die Flüchtlinge der Welt stammen. Die Vietnamesen (Boat-People), die er anführt, haben sich ohne Probleme integriert, im Gegensatz zu Arabern, Kurden und Nordafrikanern, die sich vor allem als Muslime definieren und die Bürger Europas und Deutschlands schon als Ungläubige betrachten. Seit Paris, Brüssel und Köln glauben nur noch unverbesserliche Anhänger des Multi-Kulti, dass Flüchtlinge aus dem islamischen Kulturkreis eine Bereicherung oder gar eine große Chance für uns waren und sind. Eine Frechheit ist es aber, die 12 Millionen Flüchtlinge in Deutschland während und nach dem Zweiten Weltkrieg in einen Topf mit den heutigen Flüchtlingen zu werfen. Damals ging es um deutsche Staatsbürger, die sofort und umfassend in jedem Landkreis eingesetzt und produktiv tätig werden konnten.

Reinfried Brunsch Freising

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