Protestantischer Flüchtlingspankert

Abschiebung nach Afghanistan; Politik 14. September

Abschiebung der acht afghanischen Asylbewerber war rechtens. Zu Anfang meines Leserbriefes möchte ich klarstellen, dass ich mit keiner Partei am rechten Rand sympathisiere! Als ich am 14.09. Ihren Artikel über die Abschiebung der acht afghanischen Straftäter las, konnte ich über den Gerechtigkeitssinn der Diakonie nur den Kopf schütteln. Was diese von sich gibt, ist für mich falsch verstandene Nächstenliebe. Die Diakonie sagt, dass die Täter einen Anspruch auf Schutz haben, aber was ist mit den Opfern, darüber redet keiner, über deren psychische Probleme nach der Tat. Wenn jemand gegen unsere deutschen Gesetze verstößt und er kommt aus einem anderen Land, so hat er sein Gastrecht verwirkt und muss des Landes verwiesen werden. Für mich gilt: Benimmt sich ein Gast in meinem Haus daneben und greift mich sogar an, dann mache ich auch von meinem Hausrecht gebrauch und schmeiß die Person raus. Wird jemand in seinem Land verfolgt und sucht bei uns Schutz und benimmt sich gut, akzeptiert unsere Gesetze und unsere christlich geprägte Kultur, so ist er willkommen und soll hier bleiben dürfen. Das heißt, vor allem, dass diese Personen begreifen, dass wir Frauen in Deutschland gleichberechtigt sind und kein Freiwild! Die Nöte und Ängste von Geflüchteten kann ich gleichwohl gut nachempfinden, sie gehören zur Geschichte meiner Familie. Ich bin 1958 geboren, somit ein Nachkriegskind. Meine Eltern waren evangelische Heimatvertriebene aus dem Sudetengau und der Slowakei, also Deutsche mit einer deutschen Kultur. Da in dem Ort im Oberland, in dem sie sich nach ihrer Flucht ansiedelten, ebenso Hungersnot herrschte wie im Rest von Deutschland, waren sie nicht wirklich willkommen. Ich selbst wurde noch Jahre später in der Mittelschule (katholisches Kloster) von einer Mitschülerin „ein protestantischer Flüchtlingspankert“ genannt, und die Klosterschwestern waren zu uns Evangelischen teilweise nicht besonders nett. Mittlerweile ist das Schnee von gestern. Viele werden nun sagen, mit der Gegenüberstellung der Nachkriegs-Flüchtlinge mit den Geflüchteten in Deutschland der heutigen Zeit vergleiche ich Äpfel und Birnen. Für mich sind jedoch beide Gruppen vor allem Menschen, die aus einer ihnen vertrauten Umgebung in eine neue Umgebung gekommen sind, um dort in Frieden zu leben und sicher zu sein. Dazu müssen die heutigen Neuankömmlinge, genauso wie die früheren, auch bereit und willens sein, sich der neuen Umgebung anzupassen. Aus meiner Sicht gilt der Grundsatz: Wenn ich mich in ein fremdes Land begebe, so muss ich mich mit den Gepflogenheiten dieses Landes auseinandersetzen und mich anpassen, und nicht umgekehrt. 

Hannelore Zetzl Warngau

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