Blöd angeglotzt

Georg Anastasiadis: Große Sprüche; Kommentar 5. Juli

Im Oktober 2015 war in der SZ eine ganzseitige Anzeige einiger Großkonzerne, darunter Linde, Siemens und der bekannte Rüstungskonzern aus Ottobrunn, die vollmundig bekannt gaben, dass sie gerne Flüchtlinge aus aller Welt beschäftigen würden. In der Anzeige waren aber nur Syrer und Afghanen und ein paar Weiße abgebildet. Ich hatte alle diese Konzerne angeschrieben und darauf hingewiesen, dass dort weder ein Afrikaner noch ein Asiate abgebildet sei. Die einzige Antwort, die ich bekam, war die von Linde (siehe unten). Totales Marketinggeschwurbel. Ebenfalls im Oktober 2015 erschien in der SZ die New York Times mit einem Artikel „Training migrants for jobs in Germany“. Dort war zu lesen, dass die Firma ZF Friedrichshafen, einen Afghanen als Auszubildenden eingestellt hatte. ZF Friedrichshafen hat 49 000 Mitarbeiter. Siemens hat in Erlangen (33 000 Mitarbeiter) ein Pilotprojekt für 10 Migranten als Praktikanten gestartet. So viel erst mal dazu. Da ich fast sieben Jahre mit einer Afrikanerin zusammen gelebt habe, zu der ich heute noch guten Kontakt habe, kenne ich die Mühsal, hier einen Schulabschluss und eine Ausbildung im dualen System zu machen, aus der täglichen Praxis. Ich habe überdies Deutschkurse am Goetheinstitut, an der VHS München und viele andere Kurse aus eigener Tasche finanziert. Heute ist meine Ex-Freundin Informatikkauffrau (IHK). Stellen bekommt sie als Afrikanerin nur die, auf die sich kein anderer Bewerber findet. So sieht hier die Praxis aus. Alles, was uns die Politik und die großen Unternehmen verkaufen (Fachkräftemangel) ist nur dummes Geschwätz. Ich habe lange genug mit meiner Ex-Freundin Bewerbungen geschrieben, Bewerbungstraining durchgeführt und ich kenne mich wahrlich aus. Durch meinen Beruf als Übersetzer konnte ich ihr tatkräftige Unterstützung in der deutschen Sprache und auch in anderen Fächern geben. Wer das nicht bekommt und nicht so engagiert lernt, wie meine afrikanische Ex-Freundin, braucht sich hier in Deutschland keine Hoffnung auf einen qualifizierten Job zu machen. Das Schlimme ist nur, dass die Migranten, primär Afrikaner, die hier fleißig schuften und sich etwas aufgebaut haben, ein eigenes Auto fahren, blöd angeglotzt werden, so, als hätten sie hier alles geschenkt bekommen, dann geht mir echt der Hut hoch. 

Joseph Zenz München

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