Weniger Lebensqualität für München

Christian Deutschländer und Dirk Walter: Söder: „Bürgerentscheid – und keine Umwandlung in eine AG“; Bayern 22. Juni, Dirk Walter; Kein Plan; Kommentar, Christian Deutschländer: „Ohne Startbahn verlieren wir“, Interview mit Markus Söder; Politik, Kritik an Flughafenplänen; Leserforum 20. Juni

Der Landtagsabgeordnete Otmar Bernhard fordert als (einer von wenigen) Abweichlern CSU-fraktionsintern die Umwandlung der Flughafen München GmbH (FMG) in eine AG, um den Weg für die dritte Start- und Landebahn endgültig frei zu machen. Und diese Forderung genau von einem ehemaligen Umweltstaatssekretär und -minister! 

Andreas Kroh Neuching

Endlich wird das Thema dritte Startbahn beim Namen genannt: Menschenverachtung, noch mehr Lärm und noch mehr Luftverschmutzung und damit Minderung der Lebensqualität nicht nur für die Flughafenregion, sondern auch für München. 

Bernard Müller Freising

Mit der dritten Startbahn geht es unserer Staatsregierung wie den kleinen Kindern; man muss unbedingt das haben, was andere auch haben und dann hört die Vernunft auf. Dabei könnte man sich mit gutem Gewissen am Drehkreuz London Heathrow orientieren. Heathrow hatte mit zwei Bahnen in 2016 473 199 Flugbewegungen, MUC dagegen nur 394 430. Man sieht, MUC hat für die nächsten 20 Jahre noch genügend Luft nach oben. Hinzu kommt, dass Heathrow aus Lärmschutzgründen grundsätzlich alternierend eine Bahn nur für Starts und die andere nur für Landungen nutzt und sich damit selbst beschränkt. Das britische Verkehrsministerium hat ausgerechnet, dass bei Mischbetrieb (wie bei MUC üblich) die Kapazitätsgrenze für 2 Bahnen bei jährlich 540 000 Flugbewegungen liegt. Und noch etwas zu Prognosen: Laut dem von der FMG 2007 veröffentlichten Gutachten müsste die Zahl der Flugbewegungen in MUC bereits 2015 bei 554 000 gelegen haben. Tatsächlich sind es aber sogar in 2016 immer noch 160 000 weniger als für 2015 prognostiziert! Man darf und sollte sich seine Gedanken machen. 

Erich Meier Haag

Die Staatsregierung „erhöht den Druck auf die Stadt München ihr Veto gegen den Bau der dritten Startbahn“ aufzugeben. Minister Söder fordert „ein Ratsbegehren“. Soso, die Münchner sollen es also wieder entscheiden. Dabei betreffen die Flugbewegungen vom MUC Airport hauptsächlich die Bewohner des Landkreis Erding. Die paar Dutzend Flieger die pro Monat in Flughöhen von 3.000 und weniger Meter über München segeln sind gegen die Lärm- und Dreckbelastung der Anlieger östlich vom Flughafen fast vernachlässigbar. Die Bewohner von Eitting, Berglern, Fraunberg, großräumig um Taufkirchen/Vils, Isen, Dorfen und St. Wolfgang müssen den meisten Lärm ertragen und kriegen am meisten Feinstaub aufs Haupt gestreut. Egal ob die Flieger nach Osten oder nach Westen starten - München ist wirklich am wenigsten betroffen, Freising gar nicht und im Westen des Flughafens gibt es keine größeren Orte die betroffen sind, au?er Neufahrn/Garching bei Westwind wenn dann die Flieger Kurs nach Süden oder Osten fliegen. Auch dann fliegen sie wieder über das Gebiet von Taufkirchen und Dorfen, übrigens. Wieso setzt Hr. Söder nach wie vor auf die Münchner Karte; es wird sogar ein bayernweiter Volkentscheid in Betracht gezogen - welch ein Mega-Blödsinn! Als ob ein Bayer in Würzburg oder Ulm davon betroffen wäre! MUC hat ca. 45 Millionen Passagiere mit ca. 360,000 Flugbwegungen pro Jahr. Im Vergleich: London Heathrow hat 75 Mio. Passagiere und ca. 500 tausend Flugbewegungen. Heathrow hat genau wie MUC zwei parallele Start- und Landebahnen, die allerdings nicht weit genug (ca. 1500m) auseinander liegen um lt. ICAO echten Parallelbetrieb zu ermögliche wie in MUC der Fall. Trotzdem schafft London 66% mehr Passagiere und hat über 38% mehr Starts und Landungen. Wie machen die das? Die gleichen Sicherheitsstandards (International Civil Aviation Organization) zugrundegelegt, ist demnach in MUC noch viel Luft nach oben ohne eine dritte Startbahn. Hat sich damit schon mal jemand näher befasst? Warum werden eigentlich in München Stadt Feinstaubmessungen durchgeführt und Diesel mit Fahrverbot bedroht, aber die offensichtlich vorhandene Feinstaubberieselung durch den Flugverkehr wird wissentlich und bewußt ignoriert. Ich bin der Meinung hier wird seitens der Staatsregierung unfair und durchaus auch dümmlich argumentiert, Fakten werden nicht genauer untersucht. Würde man Strassen nach dem Spitzenbedarf bauen dann müssten sie alle mindestens 4-spurig sein; lt. Hr. Söder muss der Flughafen MUC nach Spitzenbedarf (slots) gebaut werden - Unsinn, sowas macht kein vernünftiger Planer. Ich rate Hr. Söder nicht zuviel Druck auszüben sonst motiviert er möglicherweise diejenigen unter uns die wirklich vom Fluglärm-/Dreck betroffen sind und wir organisieren unsere eigene Bürgerbefragung -allerdings dort wo auch die Musik spielt. Überrraschung! 

Stefan Georgi Dorfen

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