Keine Genossen

James Davis: Was Frank-Walter Steinmeier mit Donald Trump verbindet; Gastkommentar 6. April

Ja, auch ich lese heute noch regelmäßig den Münchner Merkur und das nun schon jahrzehntelang. Ich schätze unter anderem die Kommentare, auch wenn sie von meiner persönlichen Meinung oft erheblich abweichen. Ich finde im Münchner Merkur jedenfalls täglich etwas, was mich interessiert. Was ich deshalb überhaupt nicht verstehen kann, ist der Gastkommentar des amerikanischen Professors James Davis mit dem Titel: „Was Frank-Walter Steinmeier und Donald Trump verbindet“. Schon der Titel ist eine Unverschämtheit! Auf sechs Spalten wird Spott und Hohn über Donald Trump ausgebreitet, der auch Frank-Walter Steinmeier gelten soll. Nein, da finden sich nicht – wie der amerikanische Professor behauptet – „Zwei merkwürdige Genossen im selben Bett“. Frank-Walter Steinmeier wie Donald Trump als „merkwürdigen Genossen“ zu bezeichnen, zeigt überdeutlich, was der Autor vorhat: Der selbst im Angela Merkel-Kabinett der Großen Koalition als stabile Säule herausragende SPD-Spitzenpolitiker soll in Totschlagmanier diskreditiert werden. In einem der letzten Sätze erfährt man dann, was denn Steinmeier wirklich mit Trump verbinden soll: die Gegnerschaft zur Nato. Da hat doch Steinmeiers Delegation beim Brüsseler Treffen verlangt, dass das Emblem der Nato aus dem Konferenzsaal der Gespräche entfernt wird, wo es in dieser freien Diskussion als drohender Hintergrund wirklich nicht gebraucht wurde. Ich hoffe, dass der respektable Münchner Merkur nicht auf ähnliche Weise herausragende SPD-Politiker in den Schmutz ziehen lässt.

Georg Kronawitter Altoberbürgermeister, München

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