Freihandelszone EU-Großbritannien

Alexander Weber: Trümmerfeld; Kommentar 25./26. Juni

Zur Erinnerung: Die sechs Gründerväter der europäischen Einigung (BRD, Frankreich, Italien, Belgien, Niederlande, Luxemburg) waren sehr interessiert, Großbritannien in die 1. Etappe der europäischen Integration in den 1950er Jahren (Montanunion) aufzunehmen. Doch die britische Regierung lehnte ab mit der Feststellung: „We have our own Commonwealth and Empire.“ Als in den kommenden Jahren der gemeinsame EWG-Außenzolltarif gegenüber Drittländern die britischen Exporte nach Kontinental-Europa behinderten, stellte London unter dem Zwang wirtschaftlicher Interessen 1961 den Antrag auf Beitritt zur damaligen Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG). Frankreich unter dem Staatspräsidenten Charles de Gaulle legte 1963 und 1967 sein Veto gegen den Beitritt ein, unter anderem mit dem Argument: Großbritannien sei das trojanische Pferd der USA und würde als Mitglied vor allem die amerikanischen Interessen vertreten. Erst nach dem Rücktritt von de Gaulle erfolgte am 1. Januar 1973 der Beitritt Großbritanniens. Zum Brexit-Referendum am 23. Juni 2016: Nach Artikel 50 des Vertrags von Lissabon handelt die EU mit dem Mitgliedstaat, der auszutreten beschließt, ein Abkommen aus, wobei der Rahmen für die künftigen Beziehungen dieses Staates zur EU berücksichtigt wird. Im beiderseitigen Interesse wäre das besonders wichtig für die wirtschaftlichen Beziehungen, zum Beispiel eine weitere Mitgliedschaft der Briten im europäischen Binnenmarkt bzw. eine Freihandelszone EU-Großbritannien. 

Dr. Rudolf Mittendorfer München

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