Alternative zum Automobil

Lorenz von Stackelberg: „Heikle Debatte“; Kommentar 25. Januar

Die Verpflichtung zu Testfahrten könnte einen Beitrag zur Sicherheit im Straßenverkehr leisten. Hier könnten Senioren sensibilisiert werden, welche Anforderungen der Straßenverkehr an sie stellt. Ein ganz wichtiger Punkt wäre auch, dass die Auswirkungen von Medikamenten und die Auswirkungen der körperlichen Verfassung besprochen werden. Fahranfänger – auch pauschal die ganze Gruppe – bekommen den Führerschein auf Probe. Und sind entsprechend vorsichtig. Nur weil jemand jahrelange Fahrpraxis hat, heißt das ja noch lange nicht, dass diese Fahrpraxis auch richtig und gemeinschaftsverträglich ist. Natürlich ist es schwierig, insbesondere wenn ich auf dem Land wohne. Es ist aber doch geradezu grotesk, wenn das Auto dann für die Fahrten zum Arzt – im entsprechend schlechtem körperlichen Zustand – genutzt wird. Was mir in dem Kommentar völlig fehlt, ist ein Hinweis auf Alternativen: Was kostet denn ein Taxi im Vergleich zu Autoversicherung, Steuer und Sprit? Wir haben in großen Bereichen einen öffentlichen Nahverkehr. Senioren sollten zeitlich etwas flexibler sein. Da können auch die Familie oder Nachbarn helfen. Das Auto mag ja eine Eintrittskarte in die mobile Welt sein, aber doch bitte nicht die einzige. Und die Alternativen erarbeitet man sich doch leichter, solange die persönliche Flexibilität noch gegeben ist. Die Aussage „geht es meist glimpflich ab“ finde ich unverantwortlich. Jeder Unfall (vor allem mit Personenschaden) ist ein Unfall zu viel.

Brigitte Schröder Weilheim

Wieder streckt die Bürokratie die Hand nach neuen Feldern, neuen Einnahmequellen aus. Wir Alten sollen uns einer Überprüfung unserer Fahrtauglichkeit unterziehen. Ein Personal-TÜV? Ich, 91 Jahre alt. fahre seit 1953, also 63 Jahre, unfallfrei täglich mit meinem KFZ. Glaube auch, daß ich selbst in der Lage bin einzuschätzen ob ich fahrtüchtig oder fahruntüchtig bin. Ich brauche dazu keinen „Verkehrspsychologen“. Ich brauche aber, für meinen täglichen Einkauf, Essen und Trinken, Arzt-, Verwandten- und Bekanntenbesuche mein KFZ. Dass ich auch noch gelegentlich einen Ausflug in die Umgebung machen will, muss man mir schon zugestehen. Wegen meines Alters werde ich von meiner KFZ-Versicherung mit einem höheren Beitrag bestraft. Zahle ich doch jährlich mit 550.- Euro etwa 200.- Euro mehr als einer in der Hoch-Risiko-Gruppe der 18- bis 24 Jährigen. Ohne Bonus für jahrzehntelanges unfallfreies Fahren. Haben die „Fachleute“ auch daran gedacht was der Entzug, ohne Grund, eines Führerscheines für die KFZ-Branche bedeutet? Versicherung, Werkstattbesuche, TÜV und Kauf eines Neufahrzeuges fallen weg. Mein KFZ landet auf dem Schrottplatz. Sankt-Bürokratius lässt grüßen!

Josef August Neuberger Hohenkirchen

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