Fusion zum Schaden der Verbraucher

Corinna Maier: Der Stärkste wird gestärkt; Kommentar, Minister spricht ein Machtwort; Wirtschaft 18. März

Brauchen wir überhaupt die gut dotierten Fachleute im Bundeskartellamt, wenn SPD-Wirtschaftsminister Gabriel deren fundierte Bedenken mit einer (politisch motivierten) Ministererlaubnis außer Kraft setzen kann und damit einer voranschreitenden, den freien Wettbewerb schädlichen Marktkonzentrierung im Supermarktgeschäft zum Nachteil der Verbraucher Vorschub leistet ?- Nicht nur mit dieser Sondererlaubnis, sondern auch für sein besonderes TTIP-Engagement und größere Genehmigungen von Waffenlieferungen nach Saudi-Arabien ist SPD-Vorsitzender und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel jüngst ins Gerede geraten und hat ebenso wie in der Flüchtlingsfrage keine glückliche Figur abgegeben.

Jürgen Engelhardt Stephanskirchen-Schloßberg

Anscheinend hat nur Frau Corinna Maier den Durchblick behalten und die Politiker Aigner und Gabriel gehen an den Realitäten vorbei . Gemäß Jahresabschlüssen hat Tengelmann jährlich zweistellige Millionenbeträge Verluste eingefahren. Wie soll das Unternehmen Edeka dies ändern? Doch nur mit Einsparungen bei den Einkäufen, also müssen die großen und kleinen Lieferanten bluten, wer bleibt von denen samt Personal wohl auf der Strecke? Am Personal kann man am meisten einsparen, das Tengelmann-Personal hat Herr Gabriel für die nächsten Jahre unantastbar gemacht, aber das Edeka-Personal muss jetzt zittern. Frage an Herrn Gabriel: Gibt es einen unternehmerischen Schachzug wie man jährlich 30 Millionen einsparen und gleichzeitig Geld verdienen kann ohne einschneidende Maßnahmen bei Einkauf und Personal. Ich wünsche Herrn Caparros viel Erfolg mit seiner Klage im Interesse der Verbraucher.

 Kurt Knebel Gilching

Diesen Vorgang muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Eia SPD-Minister genehmigt, entgegen großer Bedenken der Kartellbehörde, den Zusammenschluss von Edeka und Tengelmann. Er stellt sich also gegen die Verbraucher, die diesen Zusammenschluss an den Preisen wegen mangelnder Konkurrenz spüren werden. Wenn so große Bedenken der Kartellbehörde so einfach ausgehebelt werden, könnte man diese Behörde auflösen. So braucht sich die SPD nicht zu wundern, wenn sie mit 10 bis 15 Prozent Wählerstimmen zufrieden sein muss. Ein paar Jahre Arbeitsplatzgarantie wird von Minister Gabriel als großen Erfolg gefeiert. Geht’s noch? Wenn Herr Zimmer zurücktritt, ist das mehr als verständlich und verdient großen Respekt.

Gerhard Fruth Haar

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