Schulen brauchen Niveau

Dirk Walter: Der Fehler des Ministers; Kommentar 8. März

Wenn wir der Spezies Mensch mehr vertrauen würden, bekäme das G8 eine echte Chance. Und die verdient es! Eine Anpassung der Schule an den jungen Menschen legt nämlich eine Differenzierung der Fächer nahe: Die Kernfächer Deutsch, Mathematik und Sprachen sind vernetzt: Wenn ein Schüler in Mathematik den Stoff der 6. und 7. Klasse nicht beherrscht, ist er in den Klassen 11 und 12 chancenlos. Anders in den Lernfächern: Ein Schüler, der in Biologie die Insekten nicht gelernt hat, wird trotzdem die Gattung Säugetiere verstehen. Während in den Kernfächern der Stoff im Gedächtnis verankert bleiben muss, herrscht in den Lernfächern der Zyklus: lernen, prüfen, vergessen. Das Gedächtnis entsorgt wohl zu seinem Schutz überflüssigen Ballast. Aufgrund dieses strukturellen Unterschieds wäre es sinnvoll, den Kernfächern ihren bisherigen Modus Lernen-prüfen-benoten-eventuelles Klassenwiederholen zu belassen. Schulen und vor allem das Gymnasium brauchen Niveau! In allen anderen Fächern sollte sich der Unterricht am emotionalen Bezug zum Lehrer und an der Neugier und der Freude der Jugendlichen ausrichten. Das Entdecken und Informieren sollten Vorrang bekommen. Deshalb in diesen Info-Fächern keine Hausaufgaben („lernen“), kein Ausfragen, keine Noten, kein Durchfallen. Eine knappe Bemerkung wäre genug! Sollten diese Überlegungen dazu führen, dass in den zuständigen Gremien über das G8 und überhaupt über das Wesen von Bildung reflektiert wird, wären das positive Schritte in eine humane und moderne Zukunft. 

Prof. Franz Brandl München

Wenn ich diese unendliche Geschichte mit dem G 8 - G9 verfolge erstaunt mich immer mehr wie unsäglich unqualifiziert unsere Politiker häufig sind. Noch nie hat das G8 irgendwelche Vorteile gebracht, noch nie waren die Abiturienten so wenig studierfähig wie G8 Absolventen. Wenn dann noch Abgeordnete wie die Herren Otto Lederer und Gerhard Waschler massiv für das G8 sind, bin ich sprachlos. Konsequenzen daraus erkennen die sicher nicht. Wer solche Leute im Parlament hat muß sich um die Qualität der politischen Arbeit sehr große Sorgen machen, das zeigt sich ja zunehmend im politischen Alltag. Was mich aber am meisten ärgert ist der BLSV, der eigentlich die Interessen der Vereine vertreten sollte aber nichts unternimmt um sich massiv hinter die Einführung des G9 zu stellen. Niemand leidet unter dem G8 mehr als die Sportvereine. Ich bin seit mehr als 40 Jahren Vorsitzender eines Sportvereins und stelle fest dass immer mehr Jugendliche nicht zum Training kommen, weil keine Zeit ist. Die müssen lernen, lernen, lernen, und dann haben die auch noch an mindestens zwei Nachmittagen Unterricht. Woher sollen da Sportler kommen, neben denen sich die Herren Politiker gerne im Medaillenglanz sonnen. Mal sehen ob sich unser Kultusminister (der sicher ein qualitätvolleres Qualität im Gymnasium absolviert hat) nun doch durchringen kann, den Bildungsstand unserer Gymnasiasten durch ein G9 wieder etwas anzuheben. 

Dieter Fritz Lauterbach Bergkirchen

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