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Für und gegen Olympia

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Kommentare

Matthias Holzapfel: „Beste Arbeit geleistet“; Kommentar 21. Februar

„Um ein ausgezeichnetes Image für die Olympischen Spiele 2018 zu erreichen wurde von den Veranstaltern und der Gemeinde Garmisch mit allen Mitteln für Begeisterung geworben. Ich frage mich allerdings, für was man begeistert sein konnte. Für tausende Freikarten, damit die Besucher begeistert jubeln? Für vereiste Pisten mit Stürzen, für angetaute Pisten, für Nebelwände, für grüne Berghänge? Für die sportliche Leistung der Deutschen? Begeistert können allenfalls die Österreicher über ihre Mannschaft sein. Da kann man ja nur begeistert auf die Spiele 2018 warten. Die Veranstalter können sich bis dahin noch mehr Schneekanonen zulegen (eventuell werden die ja von Audi gesponsert) und die Landschaft zubetonieren, damit man nicht so viel grün sieht.“

 Gerhard Schütz Baldham

„Kunstschneepisten, korrekte Zeitnahmen, Fangzäune, Tribunen, erdrückende Werbung, das sieht man bei jedem Weltcup. Reicht das für ein einhelliges Lob ,beste Arbeit geleistet‘? Jedoch ist Herrn Matthias Holzapfel zuzustimmen, wenn er feststellt, dass die Ski-WM für die Olympiabewerbung 2018 nicht viel bedeutet. Kritisch hinterfragt, sind mit Wasser und Breznsalz geeiste Loipen für Biathleten und Langläufer bei Murnau sicher wenig beliebt. Und ob die von Garmisch-Partenkirchen heiß ersehnten Wintersport-Urlauber jetzt von den gefährlichen Eispisten in den schneearmen Wäldern magnetisch angelockt werden, ist auch fraglich.“

 Rolf-Helmut Pfeiffer München

„Sport treiben ist eine Sache – Profi-Sport eine andere. Zum Beispiel bei Weltmeisterschaften. Dort zählen nur Siege! Nur sie bringen eine virtuelle Anerkennung. Bronze? Damit ist man der Verlierer der Siegergruppe! Erst recht im Profisport. Dieses Mal haben nicht nur die heimischen Medien vor dieser WM kräftig aufs deutsche Holz geklopft - auch die Aktiven selbst zeigten sich fern jeglicher Bescheidenheit? Was attraktiven Werbeverträgen auch nicht zuträglich scheint; in ihnen sonnen sich aber nur Sieger! So gesehen, waren die Alpinen Skiweltmeisterschaften 2011 sportlich für die Deutschen eine Flop-Veranstaltung. Was die deutschen alpinen Profisportler insgesamt letztlich einfuhren, war magerste Kost - angesichts der vielversprechenden Ankündigungen. Zweimal Bronze, und die nur von der teils krankheitsgeplagten Maria Riesch! Bei der letzten Ski-WM in Garmisch, 1978, gab’s immerhin 5 Medaillen (1x Gold, 4x Silber). Zu wünschen wäre künftig die Einsicht sowohl der Medien wie auch der Aktiven, dass trotz Profi-Bedingungen auch im Ski-Alpin-Sport der 1. Platz eine Glückssache ist und bleibt. In der Regel bringt eine vorherige Bescheidenheit eine nachhaltige Zufriedenheit. Oder bleibt dies auch künftig ein Wintermärchen?“

Uwe Schmidbauer Höhenkirchen-Siegertsbrunn

„Ohne prophezeiten Verkehrs-Supergau, trotz frühlingshafter Temperaturen bestens ohne Chemikalien präparierte Pisten, fröhliche völkerverbindende Zusammenkünfte der Jugend aus aller Welt, keine Ausschreitungen, nur friedliche wunderschöne Festspiele im Schnee! Ich hoffe, dass nach diesem Fest die passiven Proolympia-Teilnehmer aus ihrer Lethargie erwachen, sich zu Wort melden und nicht einener kleinen aber lautstarken Gruppe Olympia Gegnern das Feld überlassen. Es geht doch schon längst nicht mehr um Naturschutz oder Landwirtschaft, es wird ein Machtpoker ausgetragen und je länger Anwälte im Spiel sind, desto mehr verdienen diese daran. Interessant wäre es einmal zu erfahren, wie viele Bauern hier noch aktiv Milchwirtschaft betreiben und wie viele Kühe und Schafe es noch gibt. Die meisten Landwirte haben doch schon längst die Milchwirtschaft aufgegeben, weil sich der Aufwand finanziell nicht rechnet. Wie wird es 2018 sein? Wir haben noch schöne Wiesen, es weiden aber keine Kühe mehr darauf. Allerdings leben auch kaum noch jungen Leute im Ort. Die Industriebetriebe sind längst abgewandert und berufliche Perspektiven fehlen. Der einzige Lichtblick in die Zukunft ist den Tourismus zu stärken und nach Olympia 2018 zu blicken. Schon in der Vorbereitung können viele Arbeitsplätze geschaffen und Verkehrsanbindungen verbessert werden. Natürlich muss ein Ruck durch das Hotel-und Gaststättengewerbe gehen. Das Urlaubsverhalten hat sich verändert, man fordert heute mehr Luxus mit Wellness und Sportangeboten, Möglichkeiten sich auch bei schlechtem Wetter zu beschäftigen. Die benachbarten Luxushotels in unserer Region und bei unseren österreichischen Nachbarn haben keine Schwierigkeiten mit der Belegung, sie haben allerdings auch investiert. Wir in Garmisch- Partenkirchen haben die große Chance, ob mit oder ohne Olympia 2018, dass auf der Zugspitze mit fast 3000 m auch dann noch Skibetrieb herrschen kann, wenn in allen anderen Mittelgebirgen schon längst die Skilifte abgebaut sind. Aber gerade auch bei der zu erwartenden zukünftigen Klimaerwärmung muss Garmisch - Partenkirchen gerüstet sein. Der Touristenstrom wird nicht mehr von Nord nach Süd, sondern von Süd nach Nord ziehen. Wer wird denn noch bei 40° in der Sonne bruzeln wollen! Auch das ist ein nachhaltiger Effekt von Olympia unser schönes Garmisch - Partenkirchen in der Welt bekannt zu machen und uns als Sommer - und als Wintersportort zu präsentieren. Im Übrigen wäre es wünschenswert, dass sich Nolympia und Olympia Anhänger an einen Tisch setzen und gemeinsam zum ökologisch besten Ergebnis zu kommen. Fazit aus den Festspielen im Schnee: Der Prinz, der Garmisch – Partenkirchen aus dem Dornröschenschlaf erwecken kann heißt : Olympia 2018.“

 Beatrix Röth Farchant

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