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Zur gescheiterten Olympia-Bewerbung

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Seit wohl einem Jahr ist die Milliardensause „Olympia 2018“ bereits in trockenen IOC-Tüchern. Da eiern die Oberschildbürger in München und Garmisch immer noch rum.

Um ihre Defizite, ihr Schurigeln kritischer Steuerbürger und Bauchpinseln der „erhabenen“ Ringevermarkter. Haben dabei Millionen voll in den Sand gesetzt, zum „a dabei“. „Voller Demut“ winselten sie in Durban um die Knebelverträge und Annahme der deutschen, bayerischen und kommunalen Säckel. Und reden nun flugs ihre selbstverursachte Pleite schön. Von wegen „unbezahlbarer Werbeeffekt“ – peinlich, tumb. Dabei sind sie halt einfach – als Kirchturmpolitruks und Schuldenhaushälter – den ausgefuchsten Diridariern in Lausanne, Monaco und Frankfurt nicht gewachsen. Folge: Dr. Bach for next IOC-President!

Rudolf G. Hörmandinger Farchant

Was für ein Fiasko! München war offensichtlich von vorn-herein chancenlos. Unser ahnungsloses IOC-Mitglied Thomas Bach hat München voll an die Wand laufen lassen.

Klaus Scheffler Kirchheim

Den Südkoreanern und Olympia-Gegnern in Garmisch-Partenkirchen und München möchte ich zur getroffenen Entscheidung gratulieren! Ich hoffe, dass die verantwortlichen Politiker sich wieder ihren eigentlichen Aufgaben widmen können und nicht ständig den Lobbyisten und Sportfunktionären nachlaufen. Wenigstens ist zu erwarten, dass in den nächsten vier Jahren dahingehend etwas Ruhe einkehrt.

Alois Lorenz Gräfelfing

Mit Genugtuung habe ich vernommen, dass München die Olympischen Winterspiele 2018 nicht bekommen hat. Auf der einen Seite bewirbt man sich für Olympia, auf der anderen Seite wird erwogen, aus Kostengründen 34 Toiletten zu schließen. Eine nicht zu übertreffende Diskrepanz und ein Armutszeugnis für eine „Weltstadt mit Herz“. Wer hätte im Falle eines Zuschlags profitiert? Auf keinen Fall der „normale“ Bürger, im Gegenteil, die Lebenshaltungskosten wären weiterhin ins Uferlose gestiegen, insbesondere die jetzt schon horrenden Mieten.

Konrad Rieger Neuried

Unsere österreichischen Nachbarn würden sagen: Jetzt hamma den Schermhaufen. Auch der Kaiser konnte es nicht mehr richten. Ein Volltreffer war bei der Abschlusspräsentation Herr Rehm mit seiner Jodel-Einlage. Den IOK-Mitgliedern hat es sicher wie Protestgeschrei in den Ohren geklungen.

Hermann Bittner Peißenberg

Eine saftigere Watschn als diese hätt’s für die Oberbayern gar nicht geben können, die nicht wahrhaben wollten, dass alles von Beginn an ein abgekartetes Spiel war. Im Gegenteil: Deutsche Traumtänzer versuchten uns weismachen zu wollen, dass die Entscheidung ganz knapp werden würde. Es wird Zeit, zu begreifen, dass das IOC zu bereits festgelegten Kandidaten noch willige millionenzahlende Pro-forma-Bewerber braucht, damit das einminütige Spieleortvergabetheater noch eine gekünstelte Spannung erzeugt. Garmisch-Partenkirchen – ein moderner, weltoffener Fremdenverkehrsort? Irgendwann wird’s vielleicht mal so sein. Eine zweite millionenschwere Münchner Bewerbung? Ein klares Nein für den Fall, dass sich für 2022 Sharm El-Sheikh bewirbt – auch in diesem Badeort schneit’s nie! Schneefrei scheint momentan gängige IOC-Praxis zu sein. Bayern wird daher wohl erst dann wieder reelle Chancen haben, wenn aus Klimawandelgründen auch bei uns kein Schnee mehr fällt.

Uwe Schmidbauer Höhenkirchen-Siegertsbrunn

Aus is’ und gar is’ und schad’ is’, dass wahr is’! Die Münchner Bewerbung für die Winterspiele 2018 hat doch auch positive Aspekte. Bei einem Etat von 33 Millionen Euro durfte man aus dem Vollen schöpfen. Ein Eldorado für Werbeagenturen und Event-Manager. Zudem konnten unsere Politiker – über alle Parteigrenzen hinweg vereint – wieder einmal für sie kostenlose Reisen unternehmen. Im Pulk jede Menge bestverdienende Sportler. Da sollte man sich nicht darüber ärgern, dass die Bewerbung dem Steuerzahler ein Defizit von 6,5 Millionen Euro bescheren wird. Nicht auszudenken, welche Belastungen auf uns Steuerzahler zugekommen wären, hätte München den Zuschlag bekommen. Wer im Vorfeld auch nur vorsichtig Kritik an dieser Gigantomanie geäußert hatte, wurde ja gleich als „Bedenkenträger“ diffamiert. Ein Trost allen, denen 6,5 Millionen Euro viel vorkommen: Ein Tag Krieg in Afghanistan kostet ein Vielfaches davon und bringt zudem unsägliches Leid über Unschuldige.

Kurt R. Hiller München

Gott sei Dank, Pyeongchang! Ein vernichtender Schlag für die Arroganz von Ude & Co.! Bei K. Witt werden es wohl Tränen der Wut gewesen sein, weil jetzt der hochdotierte Nichtstuerposten wegfällt.

Siggi Fähr München

Die Lehre aus der gestrigen Entscheidung von Durban kann nur sein: von Asiaten Geduld lernen und für 2022 wiederantreten! Dieses Szenario hätte man besser von Anfang an im Kopf gehabt, dann wären uns ein Teil der Bewerbungs Millionen und vor allem Enttäuschung erspart geblieben. Enttäuscht können nur die sein, die an Realitätsverlust leiden, an erster Stelle der IOC-Vize Bach. Wenn man sich so ahnungslos über das Innenleben des IOC gibt, sollte er seine Bewerbung als IOC-Präsident schnell vergessen. Wer sagt, es sei egal, ob man mit 63 : 25 untergeht oder mit einer Stimme verliert und den Mitleidseffekt als Erklärung anzubieten hat, macht sich lächerlich. Als ob der von den bayerischen Medien und dem Bewerbungskommitee inszenierte Olympia-Hype irgendjemand letztlich beim IOC beeindruckt hätte. Die Berufseuphoriker von Kati und Rosi bis Ude haben vor allem sich selbst aufgegeilt und bedürfen jetzt wohl therapeutischer Betreuung, um zur Realität zurückzufinden. Es war doch von Anfang an klar: Wenn Pyeongchang nicht wirklich einen Skispringer abschießen lässt (wie in Maurers GAP-Krimi), dann ist die Sache doch erledigt und somit München halt vier Jahre später dran.

Peter Keilhacker Taufkirchen

Viele Sportbegeisterte mögen über die Entscheidung, die Winterolympiade 2018 nicht in München auszutragen, traurig sein. Für die Gegner der 3. Startbahn am Münchener Flughafen stellt diese Entscheidung jedoch einen weiteren Hoffnungsschimmer dar, denn nun können keine EU- und IOC-Gelder für den Bau dieses unnötigen Prestigeprojekts abgezweigt werden. Sinnigerweise hat die Flughafen München GmbH (FMG) entgegen aller Gepflogenheiten in einem ordnungsgemäß durchzuführenden Planfeststellungsverfahren noch kein Finanzierungskonzept veröffentlicht. Wie auch, ihr fehlen die Mittel und dass der Staat bei dieser knappen Haushaltslage Steuergelder für die 3. Startbahn verschwenden sollte, wäre ein Skandal. Deshalb liebe Fluglärmgeplagte freut Euch über diese Entscheidung des IOC!

 Herbert Patig Pfaffenhofen

Für jeden heimatverbundenen Bürger von Garmisch-Partenkirchen ist es eine riesige Enttäuschung, dass unser Ort nicht den Zuschlag bekommen hat. Die Zukunft steht hier, nicht nur touristisch gesehen, auf sehr wackligen Beinen. Es war eine Jahrhundert-Chance, wir haben verloren und das tut sehr weh. Der einzige Trost den die Befürworter von Olympia haben dürfen ist der, dass es ganz sicher nicht der Verdienst eines A. Döring und ein paar Mitstreitern ist, dass die Spiele nicht nach München und Garmisch-Partenkirchen vergeben wurden. Der Ausspruch „wir haben’s geschafft“ ist deshalb absolut absurd, es ist nicht ihr Erfolg, dass es so gekommen ist. Sie hatten keinen Einfluss auf diese Wahl. Tatsache ist, dass diese Leute durch sehr viele Unwahrheiten, maßlosen Übertreibungen und falschen Behauptungen dazu beigetragen haben, dass es jetzt erst recht einen tiefen Riss in der hiesigen Bevölkerung gibt, der nicht so schnell gekittet werden kann. Bleibt abzuwarten, welches künftige Projekt sie neuerdings sich aussuchen werden um wieder „nein“ sagen zu können.

Klaus Hilleprandt Garmisch-Partenkirchen

Glückwunsch nach Pyeongchang, auch wenn die Winterspiele 2018 leider nicht bei uns stattfinden werden. In Durban wollte das IOC wohl eine „gemähte Wiese“, also einem Austragungsort die Spiele geben, der den perfekten Ablauf und Popularität gewährleistet. Da konnten wir diesmal nicht mithalten. Die Fehler wurden am Anfang gemacht, als die Verantwortlichen in der Marktgemeinde gegen den Willen vieler Bürger planten und sich unbedingt durchsetzen wollten. Der erfolgreiche Bürgerentscheid konnte nicht mehr viel ändern. Dennoch: Er gibt den Auftrag, sich für 2022 wieder zu bewerben. Pyeongchang zeigt auch, dass man einen langen Atem braucht, um Olympia zu bekommen. Wir müssen aus den alten Fehlern lernen und die nächste Bewerbung populärer, ökologischer und bürgernäher machen. Bleiben wir begeistert, dann bekommen wir auch die Spiele. Mit Sicherheit.

Martin Schröter Herzliyya, Israel

Man mag zu der Absage und Bewerbung stehen wie man will, seltsam ist nur, dass Herr Walther Tröger, Ehrenpräsident des Deutschen NOK, nach der Nichtberücksichtigung ein Interview gibt, in dem er zugibt, dass man sich bereits vor einem Jahr im NOK darüber einig war, dass Südkorea die Spiele bekommt. Da lassen diese Herren (Bach und Tröger) seines Zeichens höchste NOK Repräsentanten, die Münchner eine millionenschwere Bewerbung aufziehen, Tage vor der Entscheidung noch optimistisch sein, um dann mit Pauken und Trompeten durchzufallen. Geld frisst Sport.

Eva Döbler Wolfratshausen



Armin Gibis: „Versuch’s noch mal, München“; Kommentar, Matthias Kristlbauer: „Olympia rückt in die Ferne“; Im Blickpunkt 7. Juli

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