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Fass ohne Boden

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Kommentare

Zur Griechenland-Finanz-Krise einige alte Sprichwörter – für die Griechen: Die Hand, die einen füttert, soll man nicht beißen!

Für die Geldgeber: Man soll nicht mehr verleihen, als man notfalls verschenken könnte. Und für alle Parteien zur Erinnerung an den durch gefälschte Zahlen erreichten Beitritt zur Euro-Zone: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht. Also lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Denn allzu gutmütig ist ein Teil der Liederlichkeit, und liederlich sollte mit dem Geld der Steuerzahler der übrigen 18 Mitglieds-Staaten nicht umgegangen werden!

 Lore Anker Fürstenfeldbruck

Jetzt haben die Appeasement- Politiker und die Europhoriker wie üblich einen laschen, sprich faulen Kompromiss gefunden. Nach dem Motto: Sie pfuschen auf dieselbe Weise, wie immer mit der gleichen Schönfärberei. Es ändert sich nichts, und die Lasten trägt der kleine Bürger, der griechische und solidarisch auch wir anderen Kleinen. Banker, Zocker und Spekulanten lachen sich ins unsaubere Fäustchen. Wie halt immer, in unserer aller wertesten EU!

Hans Pfleger Olching

Sehr geehrter Herr Anastasiadis, sicher ist Ihnen das folgende Zitat dieses Herrn Jean-Claude Juncker bekannt: „Wir beschließen etwas, stellen das in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“ Damit hat dieser Herr seinen EU-Kollegen sein Demokratieverständnis erklärt.

Georg Berwanger Großpienzenau

Da können die Lobbyisten in Berlin und dem übrigen Europa, noch soviel Geld nach Griechenland überweisen, solange in Griechenland die Korruption nicht wirklich bekämpft wird und es kein nachhaltiges und ehrliches Finanz- und Steuersystem gibt, wird sich auch nichts ändern. Die griechische Regierung hat dem Ganzen nur zugestimmt, um wieder an Geld zu kommen, um das marode Banken- und Staatssystem zu bedienen, denn das normale Volk hat absolut nichts davon. Und damit es genauso weiter kann wie bisher, und alle Finanzminister in Europa werden es nach der viermonatigen Verlängerung sehen können. Unsere angeblichen Volksvertreter verbrennen Steuergelder, obwohl sie genau wissen, dass in der nahen Zukunft diese 50 bis 60 Milliarden, mit denen die BRD haftet, ausgebucht werden müssen, weil Griechenland nie in der Lage sein wird, diese 300–350 Milliarden, die es dem übrigen Europa schuldet, zurückzuzahlen.

Nikolaus Ruml Markt Schwaben

Ich nehme an, dass die griechische Rückzahlung der Schulden ad calendas grae–cas erfolgen wird, also zum Sankt-Nimmerleins-Tag. Herr Schäuble, ich glaube, dass sehr viele Deutsche Ihre ursprüngliche Haltung in diesem Schuldenstreit hoch einschätzten. Herrn Junckers Verhalten, unter anderem ohne die Gläubigerstaaten im Geheimen mit den Griechen zu verhandeln, kann man nur als skandalös bezeichnen.

Arndt Galleithner Huglfing

Nun scheint es ja so, als ob die Probleme mit Griechenland teilweise gelöst sind wobei ich vermute, das die Griechen nur Zeit wollten, um dann ein neues Programm der EU vorzulegen. Persönlich finde ich, das die griechische Regierung ihre Zusagen nur auf extremen Druck durch die EU zustimmte. Wie wird das alles die griechische Bevölkerung wirklich aufnehmen- sicherlich enttäuschend, ist auch verständlich. Für mich stellen sich trotzdem einige Fragen an die Europäische Union. Die EU existiert nun ja doch schon einige Jahre, wo alle Länder gleichberechtigt Zusammenarbeiten. Dazu wurden gesetzliche Bestimmungen erlassen sowie Verordnungen, die bindend für alle EU-Länder sind. Wie ist es denn möglich, das ein Land wie Griechenland überhaupt so tief Abrutschen kann, bis zur Staatspleite, trotz mehrerer Milliarden Hilfe und Kontrolle durch die EU? Man hat den Eindruck, das die Probleme zur Zeit in der EU immer mehr zunehmen. Auch der schwache Euro ist nicht gerade förderlich. Die Ukraine, die gern in die EU möchte spricht auch von Milliarden Hilfen aus der EU, da der Staat auch fasst Pleite ist. In den Balkan-Ländern, die ja auch der EU angehören gibt es kaum Fortschritt und die Menschen verlassen zu Tausenden ihre Heimat, zum Beispiel aus Kosovo, und wollen nach Deutschland und in andere EU-Länder. Die Arbeitslosigkeit in einigen EU Ländern ist auch gravierend hoch wie zum Beispiel in Spanien trotz hoher Finanzspritzen, keine wesentlichen Verbesserungen. Leider sagen uns die Politiker nicht immer die Wahrheit zu den aufgeworfenen Fragen, es wird viel verschwiegen. Der theoretische Gedanke einer gut funktionierenden EU wo alle Menschen den Nutzen haben für ein besseres soziales Leben ist positiv zu werten, nur es müssen auch alle wollen und durchsetzen, sonst bleibt es eine Vision.

Siegfried Marienfeld Peiting

Wow! Wieder vier Monate Ruhe, ein wahrer Durchbruch! Das ist Politik der gekauften Zeit, nichts anderes, und zeigt deutlich, das diese EU unfähig ist, Probleme zu lösen. Bezahlen müssen es die Bürger, die einen durch höhere Steuern und Abgaben, die anderen durch Kürzung der Sozialleistung und Altersarmut. Besser die EU würde sich wieder auf Schleppersitze konzentrieren, dass kann sie zwar auch nicht, aber es wäre nicht gar so teuer.

Georg Niedermeier Haimhausen

Vielleicht ist es ja eine gute Nachricht, dass die griechische Regierung gestern Abend in Brüssel, trotz des Gepolters ihres Finanzministers Varoufakis bis zuletzt, der Formel „Weitere Gelder nur bei Fortsetzung der Reformmaßnahmen“ zugestimmt zu haben scheint. Aber schon der geplante Fahrplan für weitere Hilfen enthält viele Stolpersteine, an denen sich wieder Streit zwischen Eurogruppe und Griechenlands Tsipras Regierung entwickeln könnte. Man kann Herrn von. Stackelberg nur zustimmen wenn er die Frage stellt, ob den Kontrahenten, bei der lichtweiten Entfernung ihrer Standpunkte, so etwas wie die Quadratur des griechischen Kreises gelingen kann. Sehr effektiv konnten die Kontrollen durch Troika ohnehin nicht sein. Grundsätzlich aber gibt es für Griechenland Probleme, die nicht durch weitere monetäre Hilfsprogramme sondern nur durch radikale Reformen der Wirtschafts-, Sozial- und Verwaltungssysteme gelöst werden können. Voraussetzung hierfür wäre ein strukturiertes Ausscheiden aus dem harten Eurokorsett und die Wiedereinführung einer im Außenkurs flexiblen Drachme. Die im internationalen Wettbewerb nicht konkurrenzfähige Wirtschaft müsste zu großen Teilen mit Hilfe von unternehmerischen Knowhow privater ausländischer Investoren saniert bzw. aufgebaut werden. Dazu gehört eine effektive staatliche Infrastruktur, die es im Moment nicht einmal im Ansatz gibt. Eine erfolgreiche Bekämpfung der omnipräsenten, auf allen Ebenen vorhandenen, Korruption, wäre eine weitere Voraussetzung für das Gelingen echter Reformen in dem geschundenen Land. Dies Alles ließe sich wohl mit ausländischen Fachkräften machen, die auf Zeit angeworben werden müssten. Die gegenwärtig an Griechenland gewährten Kredite dürften großenteils verloren sein, was sie aber ohnehin schon sind. Neue Gelder, aber, die sich dann zu einem guten Teil auch aus privaten Mitteln darstellen ließen, wären echte, werthaltige Investitionen in die Zukunft Griechenlands und, damit auch, in die Zukunft der Euro-Zone.

 Peter Hütz Krailling

In Griechenland gibt’s einen Mann, der meinte, dass er alles kann. Er gab Versprechen, ohne Zahl, ihm ging es einzig um die Wahl zum Präsidenten, mit dem Ziel um in Europa möglichst viel mitzubestimmen, was geschieht. Europa vor ihm niederkniet Er drohte gar mit Russland, wenn’s nicht klappt, wenn die EU nicht das berappt, was Hellas vor der Pleite schützt. Wer garantiert, dass es was nützt? Die Troika als Kontrollorgan passt gar nicht ihm in seinen Plan. Er will sie nicht mehr länger sehn, mit andern Worten, sie soll gehen. Verträge sind für ihn Papier, das ihn nicht wirklich interessiert, das man zerreißt und in die Tonne schmeißt. Das alles scheint vergessen, drei Tage haben sie gesessen, Die Eurogruppe der Finanz .Und die Bilanz? Zweitausendzwei schon war es klar, dass alles frei erfunden war. Der Antrag war ganz ungeniert von Griechenland getrickst, frisiert. Willkommen, Griechen, Eichel schrieb, wir brauchen euch, ihr seid uns lieb. Irren ist menschlich, sagt man schlicht. Doch ändern wird sich dadurch nichts. Wenn weitere Milliarden fließen, wird uns, das Volk, es sehr verdrießen. Wir sind es leid, für anderer Zechen jahrzehntelang zu blechen.

Karl-Heinz Kuhlmann

Lorenz von Stackelberg“; Kommentar 21./22. Februar, Georg Anastasiadis: „Lektionen“; Kommentar 20. Februar

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