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Die Griechen müssten sich ändern

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Liebe in Bayern lebende Griechen! Bei dem interessanten Interview vermisse ich folgende Themen: Die Euro-Zone besteht aus 18 Mitgliedern. Deutschland ist nur eines davon.

Alle Beschlüsse werden einstimmig gefasst. Warum hat man in Griechenland ein solches Feindbild gegen unser Land aufgebaut? Die Steuerzahler in Deutschland – auch Sie – haften inzwischen für 63 Milliarden Euro Kredite an Griechenland. 109 Milliarden Euro Schulden wurden schon gestrichen. Danke? Nein, dafür verunglimpft man unsere Regierung, also uns alle. Warum? Es waren demokratisch gewählte Regierungen, die Griechenland überschuldet haben. Es muss jedem Griechen klar sein, dass man Schulden mit Zinsen zurückzahlen muss. Warum greift man die Gläubiger so unverschämt an? Wir zahlen Steuern und sparen für unser Alter. Aber wegen Griechenland, Italien und Spanien sind die Zinsen niedriger als die Inflation. Folge: Unser Erspartes wird immer weniger. Man sollte begreifen, dass jeder Streiktag Millionen kostet, und dass Griechenland jetzt hart arbeiten muss, um wieder auf die Beine zukommen. Das muss man berücksichtigen, wenn man die Stimmung in Deutschland beurteilen will.

Günter Braun Warngau

Wieder Varoufakis mit seinem Mephisto-Lächeln, wieder ein Bericht über Mini-Gipfel mit Foto, welches an eine Pokerrunde erinnert! Liebe Journalisten, Ihre Mühen in allen Ehren, uns Volk auf dem Laufenden halten zu wollen, aber sämtliche Berichterstattungen sind ein Hüh und ein Hott und sorgen für mehr Verwirrung als Erleuchtung. Wir Volk werden gefangen gehalten im Irrgarten der politischen Informationen. Ich bin zunehmend davon überzeugt, dass bei den Gipfeln weitaus mehr gesprochen und versprochen wird, als uns offengelegt wird und durch die geschlossenen Türen dringt das Leuchtfeuer einer massiven Fatalität, aus der es für alle Regierenden außerordentlich schwierig sein wird, ohne ethische Blessuren heraus zu kommen. Erst dann, wenn sich diese genannten Türen öffnen, erst dann, wenn die Krise in Griechenland und der wirtschaftliche Konflikt zwischen Deutschen und Griechen ein Ende gefunden hat, erst dann werden wir erkennen, wem letztendlich dieses Debakel in der EU genützt hat.

Marlis Thumm München

Wieder mal hat Herr Anastasiadis voll ins Schwarze getroffen. Es ist nicht 5 vor 12, sondern 5 nach 12, und die von uns gewählten Politiker werden sich weiter von den Griechen an der Nase herumführen lassen. Wir werden weitere Milliarden in Griechenland versenken und wir werden uns weiter erpressen lassen. Erst wenn mehr als 500 Milliarden Euro verloren sind, wird wohl Vernunft einkehren und es gibt ein Grexident mit kalkulierbarem Risiko. Lieber ein Ende mit Schrecken, als Schrecken ohne Ende. Da wir unsere untätigen Politiker für ihre Steuergeldverschwendung nicht verantwortlich machen können, gibt es nur die Möglichkeit, sie nicht mehr zu wählen oder eine alternative Partei oder wenn man diese nicht will, gar nicht mehr zu wählen.

Heinz Steinmann München

Es ist realistisch, wenn Frau Merkel nicht mit einer schnellen Lösung der Griechenlandkrise von außen rechnet. Der bisher erfolglose Weg setzt auf die Umerziehung des griechischen Volkes zu einer völlig anderen Mentalität. Wolfgang Seybold hat in seinem „Einspruch“ im Münchner Merkur vom 19. März hervorragend deutlich gemacht, wie Griechenland bisher funktioniert. Dies zu ändern kann nur gelingen, wenn die betroffene Bevölkerung es selbst will. Aber beim Griechen auf der Straße kommt von unseren aberwitzigen Rettungssummen kaum etwas an; warum sollte er also anders werden? Er sieht die Karotte Euro vor der Nase, mit der die Griechen geködert werden, aber er merkt täglich, dass seine ganze bisherige Lebenseinstellung und Überlebensstrategie plötzlich nicht mehr erlaubt sind. Unverständlich ist mir daher, was Frau Merkel sich – im Gegensatz zu ihrer ersten Aussage, keine schnelle Lösung – von einem weiteren Kraftakt verspricht. Würde sie den griechischen Lebensstil realistisch wahrnehmen, dann müsste sie doch allmählich einsehen, dass Kraftakte nur weiteren Widerstand wecken. Als Physikerin sollte sie wissen, dass Druck immer Gegendruck auslöst. Außerdem bleibt die Frage offen, woher unsere Volksvertreter in Berlin und Brüssel die Berechtigung nehmen, die früher liebenswerten Griechen mit missionarischem Eifer zu guten Nordeuropäern zu erziehen. Lasst sie doch endlich wieder in ihrer eigenen Tradition und außerhalb der Eurozone glücklich werden und wartet ab, bis in der griechischen Bevölkerung der Wille wächst, die Auswüchse Stück für Stück selbst abzubauen. Nur so wird es nachhaltig!

Axel Stark Gmund

Tsipras wäre töricht, nutzte er diese faktische Merkel-Garantie nicht. Ein Unternehmen würde nie einen hoffnungslos überschuldeten Betrieb noch einen Euro leihen. Sieht er ihn doch zweifelsfrei nie wieder. Doch trotz gleicher Situation ringen europäische Fanatiker nach einer wenigstens halbwegs noch glaubhaften Ausrede für neue Griechenland-Rettungsmilliarden, die zweifelsfrei wegen struktureller Mängel ihres Staatswesens nie zurückgezahlt werden können – selbst wenn dahinter tatsächlicher Reformwille stünde. Seit einem Vierteljahrhundert ist das Thema Reparationen abgeschlossen. Tsipras präsentiert nun plötzlich eine angeblich noch offene Rechnung, entspringt das der Hilflosigkeit eines Ertrinkenden. Wenn aber SPD und Grüne ebenfalls Reparationen für ihre griechischen Gesinnungsbrüder aufgreifen, beweist dies einmal mehr deren praktizierte Inländerfeindlichkeit. Zudem vergessen SPD und Grüne, dass ihre eigenen Wähler dafür noch dramatischer als bisher durch hohe neue Steuern ausgepresst werden müssten.

 Max Baumgartner Kochel am See

Georg Anastasiadis: „5 nach 12 in Athen“; Kommentar, Stefan Sessler: „Die Leiden der bayerisch- griechischen Seele“; Im Blickpunkt, und „Tsipras muss zurück auf Los“; Politik 21./22. März

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