Unser Geld kommt nicht bei den Griechen an

Sehr geehrter Herr Ippen, Ihr Kommentar in der Wochenendausgabe des MM ist erfreulich sachlich, informativ und legt den Finger auf den wunden Punkt.

Er stellt den besten Kommentar zur Griechenlandkrise dar, den ich bisher gelesen habe, und Kommentare dazu gibt's gerade jetzt nicht wenig. Vielen Dank!

Dr. Hermann Bendl Erding

Es ist nicht zu fassen, mit welcher Dreistheit die Syriza-Regierung vor dem Referendum die Stimmung hochkocht und auf Stimmenfang geht. Als allein Schuldiger an der griechischen Tragödie wurde längst unser Finanzminister Schäuble ausgemacht. Dessen Konterfei mit einem furchterregenden Blick hängt wie ein „Wanted Poster“ aus dem Wilden Westen in den griechischen Straßen und Plätzen. Er wird für die eigene Misswirtschaft und Reformunfähigkeit verantwortlich gemacht. Ausgerechnet Schäuble, der sich in zahlreichen Sitzungen immer wieder mit leeren Versprechungen und Vertrauensbrüchen von den griechischen Partnern hat vorführen lassen müssen und gleichzeitig viele Mrd. Euro in den griechischen Sumpf gesteckt hat, die allerdings nie ihr vorgegebenes Ziel erreichten. Diese Vorgänge erinnern an die griechische Mythologie, als der Göttervater Zeus äußerst trickreich seine Geliebte Europa entführte. Herr Schäuble sollte eigentlich dem griechischen Volk als Vorbild präsentiert werden, wie er nach dem Attentat vor 25 Jahren hilflos auf dem Boden lag und es mit äußerster Willenskraft und einer unermesslichen Energieleistung schaffte, nicht nur sein Leben fortzusetzen, sondern trotz der körperlichen Einschränkungen seine Berufung als Politiker weiter auszuüben und sich weltweit höchster Wertschätzung erfreuen zu können.

Hermann Kramer Oberhausen

Die Mitglieder der Bundesregierung -allen voran Frau Merkel- haben bei ihrer Vereidigung geschworen, Schaden vom deutschen Volk zu wenden. Durch die verantwortungslose Griechenlandpolitik, bei der schon lange klar ist, dass dem deutschen Volk massiver Schaden entsteht, haben diese Leute einen Eidesbruch begangen, der wie ein Meineid zu behandeln und somit strafbar ist. Wann werden sie vor Gericht gestellt? Ich sehe eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit dafür, dass Frau Merkel weiteren Krediten an Griechenland, die nie und nimmer zurückgezahlt werden, zustimmen und damit den Schaden für das deutsche Volk noch weiter vergrößern wird. Dem muss Einhalt geboten werden!

Peter Springer Schaftlach

Nun haben es endlich alle begriffen, zum Glück endlich auch unsere Kanzlerin: Die Taschenspielertricks von Tsipras & Co, das Poltern, die Hinhaltetaktik und das permanente Hinauszögern. Wie wird wohl sein letzter Trick funktionieren, die Volksbefragung kommenden Sonntag? Die griechische Regierung hat mehrmals betont, sie werde Griechenlands Schulden nie zurückzahlen. Eine klare Aussage. Und sie hat die IWF Schulden Ende Juni auch nicht zurückgezahlt. Eine klare Tat. Wenn man jemandem, der sagt, er zahle seine Schulden nicht zurück, weiterhin Geld gibt, dann sind weitere Zahlungen entweder Geschenke oder kriminelle Taten zum Schaden der restlichen EU Bürger. Wollte man Geschenke machen, so sollte man die Schenkenden zuerst befragen und nicht einfach über ihre Häupter hinweg hoheitlich entscheiden. Dazu ist eine EU-weite Volksabstimmung notwendig, im digitalen Zeitalter sicher kein Problem. Nun zum Grexit. Den gibt es formal nicht. Griechenland ist geographisch Teil Europas, eine Tatsache, Griechenland ist und bleibt in der EU – wieso auch nicht –, aber Griechenland bekommt von den EU Institutionen keine Euros mehr. Finito, Ende Gelände. Das bedeutet, Griechenland muss die Euros heben, die im Land sind (zum Beispiel Steuern eintreiben) oder die von den Reichen und Mächtigen ins Ausland verbracht wurden. Die Euros, die die EU über Jahre hinweg nach Griechenland gepumpt hat, müssen ja irgendwo sein. Euros lösen sich nicht einfach in Wohlgefallen auf. Also, Tsipras & Co, macht endlich eure Jobs anstatt herumzujammern und Andere für eure Situation verantwortlich zu machen. An die Arbeit, Leute!

Sighart Seidel Steinhöring

Ich sitze gerade bei klimatisch griechischen Verhältnissen im Garten. Ihre Kolumne finde ich mehr als treffend. Es ist für mich seit langer Zeit kaum erträglich wie über die „Griechen“ hergezogen wird. Ja es wurden schwerwiegende Fehler gemacht aber die sog. Europäische Unterstützung , wie sie so treffend beschreiben, dient bisher nicht dazu den Griechen zu helfen, sondern in erster Linie den ausländischen Banken. Unser Geld kommt nicht bei den Griechen an und das ist für den Europäischen Grundgedanken der Solidarität unwürdig. Außerdem letztendlich Wasser auf die Mühlen der Europagegner. Ich hoffe, dass gerade wir hier in Bayern (König Otto I. von Griechenland) uns nicht blenden lassen und wo möglich unseren Griechischen Freunden helfen und unterstützen wo immer es geht. Ihnen Herr Ippen vielen Dank für diese Kolumne und ich wünsche Ihnen weiterhin einen so klaren Blick auf die Dinge.

 Rainer Schulz Ottobrunn

Alexander Weber: „Erlösung nicht in Sicht“; Kommentar, Dirk Ippen: „Das griechische Scherbengericht im modernen Gewand“; Kolumne Politik 4./5. Juli 

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