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Kran im Arabellapark umgestürzt - Großeinsatz läuft

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Weitere Stimmen zu Griechenland

Georg Anastasiadis: „Schlussstrich – so oder so“; Kommentar 9. Juli, Alexander Weber: „Das Tsipras-Virus“; Kommentar, „Grexit nicht mehr tabu“ und Ingo-Michael Feth: „Merkels Ziehsohn unter Druck“; Politik 8. Juli

Vor rund 2500 Jahren besiegten die Athener ein persisches Expeditionsheer bei Marathon. Kurze Zeit später entdeckten sie eine ergiebige Silbermine. Aber was sollte die junge Demokratie mit dem unerwarteten Geldsegen anfangen. Die unvermeidlichen Marktschreier und Demagogen waren (nicht ganz uneigennützig) dafür, das Silber gerecht unter allen Bürgern zu verteilen. Ein gewisser Themistokles wollte das Geld lieber in den Bau einer Kriegsmarine stecken. Er warnte, dass die Perser mit noch gewaltigerer Heeresmacht wiederkommen würden. Diese riesige Armee müsse, so legt er dar, durch die persische Flotte versorgt werden. Wenn es nun gelänge, diese Flotte auszuschalten, wäre auch der Feldzug der Perser gescheitert. Die Athener lachten den Schwarzmaler aus. Das Hier und Heute war ihnen wichtiger als irgendeine abstrakte Bedrohung aus einem fernen Land. Themistokles griff daher zu einer List. Er warnte nun vor den Nachbarn aus Ägina. Die waren alte Handelsrivalen der Athener und bauten ihrerseits eine Kriegsmarine. Und die bedrohte die Handelswege der athenischen Kaufleute. Nun war Athen bereit, Geld in eine Kriegsflotte zu stecken. Mit diesen Kriegsschiffen versenkten sie 10 Jahre nach ihrem Sieg bei Marathon die persische Flotte und machten die Invasionspläne der Perser zu Schanden. Genau wie es Themistokles vorausgesagt hatte. Dieser Sieg rettete die Griechen und bereitete den Weg für eine kulturelle Blüte. Dramatiker wie Aischylos oder Sophokles, Philosophen wie Sokrates und Platon, die Neugestaltung der Akropolis – all das hätte es ohne die Weitsicht und die Schläue eines Themistokles nicht gegeben, der in der Lage war, seine Leute von etwas Unbequemem zu überzeugen, damit sie zu etwas Großem, Neuen aufbrechen. 2500 Jahre später hätte Griechenland einen solchen Mann oder eine solche Frau nötiger denn je.

 Heinrich Sander Weilheim

Die EZB leistet sich in Frankfurt einen Neubau von etwa 500 Millionen Euro und in Griechenland dürfen die Leute nicht mehr als 60 Euro am Tag abheben und das aller Voraussicht nach auch nicht mehr sehr lange, sollte keine Einigung bis kommenden Sonntag zustande kommen. Wie passt das zusammen? Welches Bild kann man da von der EZB bekommen? Sich selbst gönnerisch geben und auf der anderen Seite die Überlebensfähigkeit fast aller Griechen im eigenen Lande billigend in Kauf zu nehmen?

Stefan Baum München

Angesichts der erneuten Sondergipfels in Brüssel mit dem griechischen Premier Tsipras, Kanzlerin Merkel, Frankreichs Präsident Hollande und EU-Kommissionspräsident Juncker darf man sich schon fragen, was dieser Gipfel noch bringen soll. Warum pocht Kanzlerin Merkel auf weitere Reformen? Um wieder über Rettungskredite zu verhandeln? Schließlich hatte Tsipras den letzten Vorschlag der Eurogruppe, der erhebliche Konzessionen an das Land beinhaltete, mit einem klaren Nein einer Volksbefragung abgelehnt. Stimmen von Mitgliedern der Eurogruppe, auch die von Finanzminister Schäuble, hatten zwischenzeitlich betont, dass eine weitere Verbesserung dieses Vorschlags nicht infrage komme. Warum hält man sich EU-seitig nicht an diese Festlegungen und lässt sich stattdessen auf weitere Verhandlungen ein, obwohl der allerallerallerletzte Termin am 30. Juni abgelaufen war? Sehen die Europäer nicht, dass ihre Glaubwürdigkeit auf dem Spiel steht? Es ist deutlich, dass es zu einer Staatspleite und dem Grexit Griechenlands aus der Euro Gruppe kommen wird, wenn die EZB aufhört, griechische Banken mit weiteren Geldern im Rahmen von ELA-Krediten liquide zu halten und dass ein Grexit teuer wird. Aber ein Grexit würde auch die Möglichkeit für einen Neuanfang bringen. Die Hilfe der Europäischen Union dabei dürfte dem Land sicher gewährt werden.

Peter Hütz Krailling

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