Griechenland in der Krise

Na, habe ich zu viel versprochen? Ganz großes Kino! Der vorläufige Höhepunkt in der unendlichen Staffel „Le boche payera tout“, deutscher Titel "Der hässliche Deutsche“.

In der Hauptrolle das „Griechische Volk“, groß in Szene gesetzt von allen Medien. Tausende Menschen darbend und verzweifelt vor den Geldautomaten, um lediglich 1800 Euro pro Person und Monat Bargeld zu erhalten. Welcher Anachronismus! Warum haben sie nicht einfach ihre Kreditkarte gezückt und mit ihrem guten Namen bezahlt? Zig Milliarden, lagen für sie unerreichbar unter den Kopfkissen oder gar auf ausländischen Banken! „Alexis Tsipras, ihr strahlender Held bekämpfte mutig den Bösewicht, den blutrünstigen Vampir Schäuble, und die Hyäne Lagarde, die die letzten Cent aus dem Volk saugen wollten. Schäuble war fies und gemein und brachte sogar Vorschläge von AfD und Prof. Sinn ins böse Spiel. Doch Rettung war nah! Die edlen Ritter Hollande, Junker und Renzi baten um Milde bei der Königin Angela. Diese ließ sich erweichen, zumal ihr Schildknappe Gabriel kurzfristig von der Fahne ging. Sie pfiff ihren scharfen Hund Schäuble zurück, öffnete mal wieder ihre Schatulle (bzw. die ihrer Landsleute) nicht ohne mahnende Worte, dass dies nun wirklich das letzte Mal sei. Lagarde nahm zufrieden eine großen Bissen von der Beute und nickte zustimmend. Königin Merkel wurde allseits gefeiert und alle waren wieder glücklich. Jetzt musste ja der ESM bezahlen, der hat ja genug Geld! Die rechtliche Grundlage dafür wird sicher schnell geschaffen! Der Held hat drei weitere gute Jahre für sein Volk herausgeholt und musste hoch und heilig versprechen, dass ab jetzt alles anders werden wird. Dies wird bestimmt so sein, nachdem jetzt bald wieder die gleichen bewährten Schauspieler an die Fleischtöpfe zurückkehren werden, die schon die letzten Jahrzehnte den Karren an die Wand gefahren haben. Wir sehen also der nächsten Folge der Staffel mit erwartungsfroher Spannung entgegen.

Rolf Ertel Moorenweis

Die zu der Rolle unserer Bundeskanzlerin und unserer Finanzministers im Vorfeld und während des Gipfels der Staats- und Regierungschefs der Euroländer im Anschluss an den Gipfel vor den Fernsehkameras abgegebenen Statements der Herrn Büttigkofer (Grüne) und Riexinger (Linke) sind eines deutschen Politikers unwürdig, untragbar und einfach widerlich. Sie zeugen, abgesehen einmal von der selbstdarstellerischen, geradezu abstoßenden Weise des Herrn Büttigkofer, von wenig politischem Instinkt und Verständnis für die geforderte Verhandlungstaktik in einer nahezu ausweglos gewesenen Situation. Wenn man selbst nicht in der Verantwortung steht, ist es einfach, mit rhetorischen Rundumschlägen aufzuwarten. Die Absicht, mit derlei billigen Verbalattacken für zusätzliche Wählerstimmen für das eigene politische Lager zu sorgen, ist offensichtlich. Man kann nur hoffen, dass solche ideologischen Traumtänzer und Schaumschläger vom Zugang zu den politischen Machthebeln auf Dauer ausgeschlossen bleiben! Traurig nur, dass Nestbeschmutzer dieser Art noch vor den Fernsehkameras und anderswo ihr Forum finden. Aber das ist der Preis der freiheitlichen Demokratie.

Wolfgang Haller München

Herr Anastasiadis spricht Klartext. Warum sehen unsere Politiker ein anderes Griechenland? Haben diese Damen und Herren griechischen Wein getrunken oder eine andere Droge erhalten, die sie in die Lage versetzen, die Realität nicht mehr zu erkennen? Europa wurde von Griechenland von Anfang an belogen und bis heute werden wir von den verantwortlichen Politikern dieses schönen Landes weiter betrogen. Milliarden Euro wurden und werden weiterhin in den schönen griechischen Sand gesetzt und für die Erledigung der landeseigenen Hausaufgaben stehen immer weniger Haushaltsmittel zur Verfügung. Wenn ich dann noch lese, dass sich unser bayerischer Ministerpräsident, der ja dafür kämpft, dass der Länderfinanzausgleich im eigenen Land zu Gunsten der Geberländer verändert wird, dafür einsetzt, dass weitere Zahlungen an Griechenland geleistet werden, dann kommt bei mir eine besondere Freude auf. Wie lange machen unsere Bürger (Wähler) dieses politische Trauerspiel zu ihren Lasten noch mit?

 Johann Neumeier MdL a.D., Unterammergau

Alle Überschriften sind falsch gewählt bzw. irreführend. Welcher Grieche wurde denn da befragt? Eine Überschrift „Die Konkursverschleppung wird fortgesetzt“ hätte mir viel mehr besser gefallen und würde wohl eher der sich nun anbahnenden griechischen Tragödie entsprechen. Als Indiz, das dem griechischen Volk mit dem Hilfsprogramm wohl eher nicht geholfen werden wird, kann man dann als Überschrift auf der Wirtschaftsseite sehen: „Bank-Aktien die Gewinner des Tages“. Bedarf es weiterer Worte, wer die eigentlichen Gewinner sein werden bzw. schon sind?

Bernhard Mühlberg Eching

Georg Anastasiadis trifft wie immer den Nagel auf den Kopf und den Leserbriefen ist voll zuzustimmen. Schön wäre es, wenn dies auch Personen wie Göring Eckardt und Hofreiter und viele weitere Politiker zur Kenntnis nehmen würden! Nirgends aber ist zu lesen von der Würde der Deutschen, der Menschen, die als ehrliche Steuerzahler - im Gegensatz zu diesen Griechen - die Hauptlast tragen, und sie sollen dies schweigend tun mit gesenktem Haupt und ohne Stolz - der wiederum nur den Griechen zugestanden wird! Wann endlich schützen auch die Abgeordneten der SPD und der Grünen ihre Wähler, die deutschen Steuerzahler, vor dem Ruin, wann endlich schützen sie uns, das Volk, vor dieser ekelhaften Häme und Verunglimpfung tief unter der Gürtellinie? Der „Umgang miteinander“ wird angekreidet. Wer hat denn angefangen mit diesem unwürdigen Umgang - doch nicht Berlin. Dass Herr Schäuble und Frau Merkel trotz dieser tiefgreifenden Anfeindungen weiter für dieses Griechenland kämpfen, ist eine großartige Haltung und Leistung und nie mussten wir so dankbar sein für einen Finanzminister Wolfgang Schäuble wie in diesen Zeiten. Einfacher wäre es doch für unsere Regierung, gleich den Briten, einfach festzustellen, dass man keine Zahlungen leistet. Sie erhalten keine Beschimpfungen und Diffamierungen.

Andrea von Beaulieu Petershausen

Herr Schäuble ist anscheinend der Einzige, der noch in der Griechenlanddebatte vernünftig reagiert. Hoffentlich kommen die Grünen und die Linke niemals an die Regierung. Sie würden Deutschland auf dem schnellsten Weg in den Bankrott führen. Jetzt hat hoffentlich der letzte Wähler kapiert, dass man diese Parteien nicht wählen kann. Herr Gabriel hat scheinbar auch begriffen und nimmt Vernunft an und deshalb habe ich die Hoffnung, dass auch die SPD-Basis nachzieht. Wir haben jetzt zirka 90 Milliarden für Griechenland zu zahlen. Eine Summe, bei der es einst hieß, dass dies nie Realität werden wird. Jetzt will man auf diese Lüge nochmals (auf Deutschland bezogen) viele Milliarden hinterherwerfen, obwohl man jetzt schon weiß, dass auch diese Summe wiederum dem deutschen Steuerzahler auf die Füße fällt. Das Ganze ist und bleibt Insolvenzverschleppung in Reinkultur. Leider wird ja der deutsche Bürger nicht gefragt.

Herta Roth Puchheim

Nun scheint der schon oftmals von Experten prophezeite faule Kompromiss Formen anzunehmen. Es werden also weitere Milliarden vernichtet. Was wird uns in nächster Zeit in den Medien an Statements erwarten: Nur noch Sieger und erfolgreiches Handeln. Die derzeitige griechische Chaosregierung; zweimal das Wahlvolk betrogen und in 5 Monaten nichts getan, wird einen erfolgreichen Kampf gegen die Finanz- Terroristen der EU vermelden und sich grinsend auf die Schenkelklopfen. Die EU-Politiker; von den beiden griechischen Blendern am Nasenring durch die EU-Zirkus-Manege geführt, werden sich die erfolgreiche Vermeidung des Grexit ans Revers heften. Auf Kosten von 18 Euroländern, die die 85 Milliarden zu tragen haben. Die EZB-Gelddrucker werden wieder auf Hochtouren laufen, es lebe die Inflation. Die deutschen Regierungspolitiker werden auch erleichtert einen Erfolg sehen, das eigene Volk, das letztendlich die Schuldenlast mitträgt, ist ihnen egal. Die Opposition wird die Schuld alleine Frau Merkel zuschieben. Dabei hatten SPD und Grüne die Hauptverantwortung, dass Griechenland überhaupt den Euro hat. Sie waren damals an der Regierung. Und die Linken hat ja keiner gefragt, sonst wäre eh alles besser gekommen Ist wahrscheinlich deren Aussage. Bleibt noch abzuwarten, was die einzelnen Länderparlamente dazu abstimmen, bei unserem Bundestag gibt es wenig Hoffnung, dass es nicht durchgeht. Wie die Sache endet, wird man sehen, man muss aber kein Prophet sein. Mein Mitleid mit der griechischen Bevölkerung hält sich auch in Grenzen, sie hat sich zwei Mal von Tsipras und seiner Syriza täuschen lassen, wahrscheinlich im Stadium äußerster Verzweiflung.

Reinhold Hecker Schwabhausen

Nun sind vorläufig weitere 86 Millionen Euro nötig. Ein Dauerauftrag wäre jetzt das Richtige. Alle paar Monate weitere Milliarden Euro und Hilfspakete etc. und wir könnten uns die ganze Show ersparen. Das Geld liegt doch längst gebündelt bereit. Vom deutschen Arbeitnehmer für die Millionäre und Milliardäre, das griechische Volk erhält wieder keinen Cent. Dieses unsere Geld diente auch zur Sicherung der eigenen Renten. Die Zinsen für diese Summe allein wären bei nur 1 % im Jahr 870 Millionen Euro im Jahr, zusätzlich! Nicht zu verantworten haben das die Alt- Parteien Schwarz, rot, gelb und grün, das heißt, genau haben sie es eben bisher nicht zu verantworten. Jeder Arbeitnehmer muss Zeugnisse vorlegen und ist für alles verantwortlich, nur deutsche Politiker nicht! Die können rumpfuschen, was geht, ebenso wie die EU. Frau Merkel und alle anderen warten nur darauf die nächsten Milliarden zu überweisen. Wir haben ja genug davon, allerdings nur bis zum eigenen Untergang. Dieser zuständige griechische Minister ist schlauer als alle deutschen und EU-Politiker zusammen. Bravo und Glückwunsch! Wie war das? Geht der Euro verloren, ist Deutschland verloren. Dieses reiche, reiche Deutschland – das betrifft aber höchstens 10 % –, die anderen verarmen immer mehr. Die jetzt bis 50-jährigen werden es noch furchtbar spüren, was sie da gewählt haben oder eben nicht gewählt haben.

Karl-Heinz Schnabel Andechs

Der „Le Figaro“ brachte es fast auf den Punkt, als er in einem Artikel dieser Tage feststellte, dass es in Europa zwei konkurrierende Modelle gäbe; das eine deutsche Modell: buchhalterisch und unbeugsam. Und das französische Modell: politisch und nachgiebig. Diese Beschreibung legt einen versteckten Aspekt in diesen Diskussionen und den Verhandlungen um den Grexit frei, nämlich der Kampf Deutschlands und Frankreichs um die politische Gestaltungsmacht in der Währungsunion und letztlich in der EU. In der Währungsunion mit seinen neunzehn Staaten gibt es eine deutsche Fraktion mit neun Staaten, eine französische Fraktion mit acht Staaten und eine neutrale Fraktion mit zwei Staaten. Muss Griechenland die Euro-Zone verlassen, reduziert sich die französische Fraktion auf sieben Staaten. Die Zweidrittel-Mehrheit in der Euro-Gruppe und im EZB-Rat beträgt dann 12 Staaten. Die französische Regierung muss dann zurecht fürchten, dass es der deutschen Regierung mittel- und langfristig gelingen könnte, in der Euro-Gruppe wie im EZB-Rat eine Zwei-Drittel Mehrheit gegen Frankreich zu organisieren. Ein Trauma für Präsident Hollande und für die Grande Nation, was aus deren Sicht unbedingt verhindert werden muss. Deshalb lässt auch Francois Hollande am Montag morgen, den 13. Juli triumphierend verkünden, dass er den Grexit verhindert habe. Das bedeutet aber, dass es nicht um die armen Griechen geht, sondern auch und vor allem um die Befriedigung des französischen Machtkalküls. Dafür werden unter dem Titel Griechenland irrsinnige Summen an Geld verbrannt – bald sind es 400 Milliarden Euro (zum Vergleich der EU-Haushalt 2014-2020 beträgt 960 Milliarden Euro). Es ist die Torheit der Regierenden, die uns im Fall der Euro-Rettung noch alle umbringen wird.

Reinfried Brunsch Freising

„86 Milliarden für Griechenland“; Titelseite, Georg Anastasiadis: „Zahltag“; Kommentar 14. Juli, „Griechenland zerreißt Europa“; Titelseite 13. Juli 

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