Griechisches Fass ohne Boden

Georg Anastasiadis: „Ein Staatsstreich?“; Kommentar 16. Juli, „86 Milliarden für Griechenland“; Titelseite, Georg Anastasiadis: „Zahltag“; Kommentar 14. Juli

Es wird immer unerträglicher und es reicht langsam. Da werden wir Deutsche aufs übelste beschimpft und dann werfen wir wieder Milliarden in das große schwarze Loch Griechenland. Wochenlang wurde verhandelt, und jetzt hat sich Europa wieder über den Tisch ziehen lassen. Die harten Sparmaßnahmen wurden derart abgeschwächt, so dass es schon fast lächerlich ist. Die Schweiz hat den Griechen die Offenlegung der Schwarzgelder angeboten. Aber das wollen die Herrschaften ja nicht, möglicherweise kommen da dann bekannte Namen in Bedrängnis. Es gab ja schon einmal eine Liste mit 2000 Namen und die ist auf einmal verschwunden. Wieso treiben die Griechen im eigenen Land nicht ihre rückständigen Steuern ein? Da könnten viele Milliarden geholt werden. Nein, die Euroländer sind schuld, sie sind Terroristen und wollen die armen Griechen bevormunden. Es ist natürlich praktisch, für das eigene Versagen andere zahlen zu lassen. Jetzt kommen schon die ersten Diskussionen auf: ein neuer Soli! Wie lange geht das noch gut?

 Lothar Schulz Wörthsee

Die Reaktion der meisten Griechen auf das geforderte Hilfspaket ist unerträglich. Da versucht ganz Europa das marode Land aus dem Dreck zu ziehen, in das es sich ganz alleine hineinmanövriert hat, und jetzt zeigt man anstatt Dankbarkeit nur Hass. Und zwar vorwiegend Deutschland gegenüber. Griechische Medien rufen neuerdings zum Boykott deutscher Produkte auf. Mir scheint, dass Griechenland unter diesen Umständen keinerlei Hilfe verdient hat.

Dorit Georg Oberding

Kennen Sie die kleine Geschichte? Es sitzt eine vom Stress geplagte Mutter mit ihrem Sohn in der Straßenbahn. Da schreit der ungezogene Bengel die Mutter an: „Hau mich doch, Hau mich doch.“ Die Mutter irritiert, schämt sich, zögert – sie kann doch das Kind in aller Öffentlichkeit nicht körperlich züchtigen. Dies würde doch der modernen Pädagogik widersprechen. Einige Mitreisende meinen, eine richtige Watschen zur rechten Zeit hat noch keinem geschadet. Alle schauen auf die genervte Mutter. Was macht die Frau? Sie reicht dem Schreihals eine große Tafel Schokolade. Der Quälgeist verschlingt die Süßigkeit und fängt mit dem flegelhaften Benehmen von vorne an. Die Straßenbahn fährt weiter. Noch ist keine Haltestelle zu erkennen. Kein Mitreisender sieht die friedvolle schöne Stadt. Aber alle fragen sich, wie wird die Familientragödie enden? Warum nur erinnert mich die Geschichte an Europa?

Klaus Winisch München

Was hat das Eine mit dem Anderen zu tun? Sehr viel! Wurden doch die Milliarden Euro deutschen Volksvermögens die jetzt in das griechische Fass ohne Boden versenkt werden, just von denen erarbeitet, denen man jetzt die routinemäßige Kontrolle ihrer Herzschrittmacher als Kassenpatient in der Kreisklinik verweigert. Wozu eine Kreisklinik, wenn ich als Patient den Kreis verlassen muss, um notwendige Bedürfnisse zu decken? Verbessertes Angebot bei verkürzten Wegen hieß es doch. „Was soll diese Polemik“, höre ich jetzt schon viele Leser sagen. Aber genau diese oder ähnliche Fälle werden uns in Zukunft noch stark beschäftigen. Sind sie es doch, die Wasser auf die Mühlen von Linken, Rechten oder anderen sind, die unser Zusammenleben nachhaltig stören werden. Die Zuständigen in den Institutionen sind gut beraten, wenn sie sich bei den anstehenden Entscheidungen ihrer politischen und sozialen Verantwortung im Hinblick auf die schwieriger werdenden Umstände bewusst werden.

Peter Bayer Grafing

Wo ist der oft betonte griechische Stolz bei den superreichen Griechen, die ihr Geld längst außer Landes gebracht haben? Können diese Menschen ohne jegliches Ehrgefühl zusehen, wie ihr Land in den Bankrott läuft ? Kein Mitleid mit den unterversorgten Landsleuten, Kranken, Alten und Kindern? Sollen doch die Steuerbetrüger (Lagarde-Liste), die ja bereits wissen, dass sie zur Rechenschaft gezogen werden, ihre voraussichtlich zu errechnende Steuerschuld bereits jetzt dem Land zurück-geben und investieren in den Aufbau der Wirtschaft, dabei könnten sie Arbeitsplätze schaffen, das Steueraufkommen erhöhen, die Schuldenlast senken, dem griechischen Volk und sich selbst den Stolz zurück geben.

Anne Köhn Augsburg

Die EU-Hilfen laufen seit der Aufnahme in die EU, also seit 1981 und verstärkt seit der Euro-Einführung. Es hat bisher kein Land ein Mehr an Hilfsgeldern erhalten. Das Land ist aber pleite und hoch verschuldet. Unbestritten ist mittlerweile, dass die Aufnahme in die EU und in den Euro-Raum ein grober Fehler war. Fehler passieren immer wieder, sollten aber schnellstmöglich korrigiert werden, um Schäden zu begrenzen. Es heißt, Griechenland ist ein armes Land mit vielen reichen und sehr reichen Bürgern – ein Widerspruch in sich! Die Regierung aus den Ultra-Links und Ultra-Rechts-Parteien bildet eine Zweckgemeinschaft mit dem Ziel: Keine Reformen, keine Gesetzesänderungen, nur das Geld aus den EU-Töpfen muss fließen für die Armen der Linken und die Reichen der Rechten, wobei weder Gelder im Ausland noch Privilegien anzutasten sind. Wenn die Aussagen von Merkel und Co. lauten, dass Griechenland im Euro-Raum und in der EU bleiben muss, lässt sich nur verhandeln, wie viel und nicht ob man für seine Freunde zahlen muss oder darf. Geld geht nie verloren, sondern findet sich in anderen Taschen (Konten). Hier wird hemmungslos abkassiert! Die Frage ist, wer sich dabei so bereichert (Geld-Mafia?). Auf diese Antwort darf man gespannt sein.

Helmuth Ellmeier Inning

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