Griechenland vor der Katastrophe?

Griechenland-Pleite, Vertrauensverlust, Angst, Wut – hört auf zu lamentieren, denn alle unsere Kommentare erreichen das griechische Volk ausschließlich als Peitschenhiebe!

Wenn wir Europäer wirklich daran interessiert sind, ein einiges Europa zu bleiben, dann lasst Eure Hirne einen vitalen, politisch wetterfesten Weg zur Hilfe der Griechen finden! Mit der derzeitigen griechischen Regierung allein ist das nicht zu schaffen. Reingepumptes Geld verpufft. Pragmatik ist nötig. Helft den Griechen beim Wiederaufbau ihrer Wirtschaft, indem Ihr dort Arbeitsplätze schafft! Es stehen ungezählte Fabrikhallen leer, Ackerland kann nicht mehr genutzt werden. Geht und lasst einen Teil Eurer Produktion in Hellas bewerkstelligen! Stellt Griechen ein und keine ausländischen Schwarzarbeiter! Ihr wollt die Würde des Volkes bewahren helfen? Dann helft ihnen, dass sie wieder sich selbst versorgen können, nicht mit Eurer Geldhilfe sondern mit eigener Arbeit. Das geht sicher nicht von heute auf morgen. Die vielen jungen, arbeitslosen Griechen brauchen nur einen kleinen Anstoß, um aus ihrer augenblicklichen, verständlichen Lethargie herauszukommen, um wieder Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Dabei müssen wir helfen, nur dabei.

Marlis Thumm München

Griechenland – eine Katastrophe ohne Ende! Wann endlich erkennt das Volk, dass sie mit dieser Regierung Blendern aufgesessen sind? Lasst euch doch mal offenlegen, wie viel Geld sich diese Führungsriege selbst an Lohn ausbezahlt hat und wie hoch deren private Besitztümer sind! Wann kommt endlich jemand auf die Idee, die Auslandskonten der reichen Oberschicht einzufrieren? Es ist einfach unerhört, für die griechische Unfähigkeit Deutschland verantwortlich zu machen. Europa besteht aus vielen Staaten, auch armen. An der Volksabstimmung gibt es einiges zu beanstanden: Sie kostete sehr viel Geld, das nicht vorhanden ist, die Vorlaufzeit war viel zu kurz und die Bevölkerung hat weder den eigentlichen Sinn noch die Auswirkungen richtig verstanden. Tatsache ist, dass das Volk (nicht die Obrigkeit) unter den Sparmaßnahmen leidet und nicht noch mehr sparen kann. Die Regierung ist unfähig, dort zu sparen, wo Verschwendungssucht regiert, und Steuersünder zur Verantwortung zu ziehen. Der EU Vorschläge zu unterbreiten, ist eigentlich sinnlos, denn es wird nichts eingehalten.

Margot Riedel Penzberg

Der Bruch der No-Bail-Out-Rule des Maastrichtvertrags – geschehen im Mai 2010 – war der entscheidende Knackpunkt des Eintretens Deutschlands in den Euro-Rettungssumpf (heutige deutsche Gesamtbelastung zirka 600-700 Milliarden Euro (laufend steigend, durch ELA/Target2/EZB-Schrottanleihenankäufe), aus dem nun Merkel/Schäuble nicht mehr rauskommen. Der Todesstoß des Euro war die Einführung von Target II, von Merkel und Steinbrück 2008, womit jedes Euroland sich ohne Limit in der EZB verschulden konnten, ohne Rückzahlungstermin. Das Desaster wäre 2010 noch beherrschbar gewesen, jetzt ist es zu spät und die Griechen nutzen die Hilflosigkeit der Rechtsbrecher an unseren Staatsspitzen aus. Das Drama ist noch lange nicht zu Ende. Merkel ist zweifellos die Hauptverantwortliche für den aufkommenden Ruin Deutschlands: Euro + Energiewende sind die Totengräber unseres Wohlstandes und unserer schönen deutschen Landschaften. Und dafür bekommt Sie noch eine tolle Pension von uns Steuerzahlern, den Sklaven der BRD GmbH.

Dr. Uwe Erfurth Bad Kohlgrub

Yanis Varoufakis ist kein Experte für Spieltheorien, sondern ein Fachmann auf dem Gebiet der Spieltheorie (Theory of Games). 2004 hat er zusammen mit einem Ko-Autor das Buch „Game Theory: A critical introduction“ in einem renommierten Verlag herausgebracht und gute Beurteilungen erhalten. Die Spieltheorie ist eine höchst seriöse Disziplin, die teilweise der Mathematik, teilweise den Wirtschaftswissenschaften zugerechnet wird. Aus ihr sind die Nobelpreisträger Nash (Film „A beautiful mind. Genie und Wahnsinn“) und der deutsche Reinhard Selten hervorgegangen. Die Theorie versucht, aus Modellen rationales Entscheidungsverhalten in sozialen Konfliktsituationen abzuleiten. Also eigentlich wie geschaffen für die Verhandlungen mit der EU. Schade nur, dass es der egozentrischen Nervensäge nicht gelungen ist, die Kluft zwischen Theorie und Praxis zu überwinden. Wie heißt es doch in Goethes Faust: „Grau, teurer Freund, ist alle Theorie und grün des Lebens goldner Baum.“ Professor Varoufakis: The game is over!

Univ.-Prof. Dr. Heinz Schelle Oberau

Ich gratuliere den Griechen zu einer so klaren Mehrheit, nicht zum Inhalt. 61% haben entschieden, das das kleine stolze griechische Volk es allein schaffen will und keine Hilfe von Europa insbesondere von Deutschland braucht und 61% wollen die alleinige Verantwortung für den desolaten Zustand ihres Landes übernehmen. Die 61% werden besonders gut verstehen, dass das große stolze deutsche Volk in seiner Mehrheit keine Ausweitung der Hilfe will. Deutschland ist nicht die Wiege der Demokratie, das sind unbestritten die Griechen. Wir haben unsere Demokratie aus der Wiege weiterentwickelt. Was ich nicht verstehen kann, was will der griechische Ministerpräsident dann in Brüssel verhandeln? Mein Beileid den 39 %, und allen Griechen alles Gute, sie hätten es verdient.

Bernd Hunck Grünwald

Als überzeugte Europäer wohnen wir gerade einem grandiosem Schauspiel einer ideologisch und demagogisch verblendeten Nation bei, die ihre letzten Brücken zu Europa hinter sich einreißt. Ein Minister, der beim geringsten Anzeichen von rauem Fahrwasser das sinkende Schiff verlässt und sich schmollend in die teure Penthouse-Wohnung zurückzieht, wie ein Kleinkind das seine ersten Zurechtweisungen erfährt. Ich rufe den Griechen zu: Weiter so, stürzt Euch Lemmingen gleich in die Fluten der Ägäis! Aber wir Europäer werden es sein, die bevor der letzte Atemzug vor dem Ertrinken getan ist, Euch Griechen, unseren Kameradinnen und Kameraden die Hand reichen und Euch vor dem Ertrinken retten. Aber auch nicht einen Moment vorher und vorausgesetzt man will es. Mögen sie hassen, wenn sie nur fürchten! (Sueton).

Eberhard Uelner Gilching

Ein Ministerpräsident von 11 Millionen Griechen erpresst die Mächtigen mit über 500 Millionen Menschen. Das heißt David erpresst den Goliath. Wenn die Griechen zum Volksentscheid gerufen werden, bedeutet dies bei Ihnen Volksspaltung und Geiselhaft? Ihre Schlussfolgerungen und Vorschläge an die Regierenden in der EU sind wirklich vor Überheblichkeit strotzend. Als Redakteur einer Tageszeitung maßen Sie sich an zu wissen wie es weiter zu gehen hat. Sicher ist jedenfalls, dass die Griechen unter den Regierungen der letzten 20 Jahre verarmt sind. Die neue Regierung hingegen versucht (seit einem halben Jahr an der Macht) tatsächlich, ihre Versprechungen einzuhalten. Glaubwürdige Politiker, das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, sind also absolut verwerflich und gefährlich? Was ist denn nun so schrecklich? Ganz richtig, es droht das Schreckgespenst, dass die Rechts-und Linksradikalen (?) in der EU an Macht gewinnen. Ich habe das wunderbare Gefühl, dieses Volk versteht mehr von Demokratie als Sie und Herr Schäuble zusammen. Gott helfe diesen mutigen Menschen gegen die Rating-Agenturen, Finanzhaie und ihren Helfershelfern wie Politik und Medien.

Michael Maier Handwerker i. R. und Linkswähler seit Gerhard Schröder, München

Wer hat denn nun die Schuld am Dilemma mit Griechenland? Natürlich und Marianne Sägebrecht! Denn sie haben gezeigt, wie Rosalie bei überzogenen Kreditkarten und anspruchsvollen Familienmitgliedern (hier darf ja noch von Korruption gesprochen werden, wenn sie sich deren Wohlverhalten sichern will) den Bankdirektor so charmant einwickelt, dass dieser noch größere Kredite bewilligt, um die Familie bei Laune und arbeitswillig zu erhalten und so hoffentlich nicht alle Forderungen zu verlieren. Die Satire wird zur Realität. Und Putin wird jetzt wohl einen Lkw-Konvoi mit überzähligen Wassermelonen für die griechische Bevölkerung schicken.

Wolf-Dietrich Schildener München

Die Griechen sind stolz auf ihr Mutterland der Demokratie, obwohl es in der Neuzeit eher zum Mutterland von Korruption, Vetternwirtschaft und Steuerflucht geworden ist. Häufig wechselnde Regierungen konnten oder wollten dieses Übel nicht eindämmen. Deshalb hatte ich ein gewisses Bedauern für die Griechen. Nun hat aber das Volk gesprochen und bekommt jetzt, was es sich gewünscht hat. Wir wollen unser Schicksal selbst bestimmen - war die Grundparole. Gut, dann sollte die EU den Griechen ihren Wunsch erfüllen und sich aber konsequent aus allem heraushalten. Auch andere EU Staaten haben stolze Staatsbürger, die sich nicht gerne von griechischen Politikern vorführen lassen. Leider ist zu erwarten, dass unsere Politiker wieder einknicken und es zulassen, dass weiterhin der Schwanz mit dem Hund wedelt.

Werner Paschek Freising

Mike Schier: „Zu spät“ und Georg Anastasiadis: „Es gibt keine Ausreden mehr“; Kommentare, Takis Tsafos, Hubert Kahl, Stefan Sessler und Carina Lechner: „Die Nervensäge sagt Adio“; Im Blickpunkt 7. Juli, Georg Anastasiadis: „Die Tür ist zu“; Kommentar 6. Juli

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