Griechenland hat Vertrauen verspielt

14 Stunden Nachtverhandlung in Brüssel. Und dann geht es weiter.

In unserer Firma wurde darauf gedrängt, dass die Leute nicht mehr als 10 Stunden am Stück arbeiten, da sonst die Fehlerhäufigkeit und auf Baustellen die Unfallgefahr steigt. Hat die EU jetzt den Maschinenmenschen erfunden? Naja, wir werden es an den Ergebnissen sehen.

Rainer Fabian Geretsried

Es ist sehr unschön, dass der griechische Ministerpräsident Europa an der Nase entlang vor führt, noch schlimmer ist es aber, dass die europäischen Politiker sich von einem Dahergelaufenen an der Nase vorführen lassen. Eine Schande für die europäische Bevölkerung, dass solche Politiker gewählt wurden. Warum wird auf den Vorschlag von Herrn Schäuble nicht eingegangen? Geht es um die Angst, dass die ehemaligen Politiker das deutsche Volk mit ihrem Euro über den Tisch gezogen haben? In Deutschland gibt es so viel zu tun, dass wir unsere Steuern für uns selber benötigen, nicht für andere Geldverschwender. Der deutschen Regierung kann man nur raten: Grexit mit Griechenland, nicht dass es zu einem Volksaufstand bei uns kommt, wenn einige ihre Beiträge erhöhen möchten.

Klaus Bröckermann Planegg

Ich als braver Steuerzahler fühle nur noch Wut und Ohnmacht. Wie krank ist doch das Verständnis in Griechenland zum Entstehen ihrer Situation. Ich kann nicht erkennen, wie es in Zuständigkeit der EU fallen soll, dass dort eine marode Verwaltung mit enormer Korruption seit Jahrzehnten vorhanden ist. Die Zeche zahlt auch in Griechenland, wie immer, der einfache Bürger. Dass dort deutsche Politiker in einer beleidigenden Art und Weise diffamiert werden, ist um so unverständlicher, da gerade wir wieder einmal als Hauptgeldgeber gefordert sind. Da die inlandsfeindlichen Linken und Grünen für mich nicht wählbar sind, werde ich künftig darauf achten, welche Partei die Volksabstimmung in ihrem Programm aufgenommen hat und dies für wirklich wichtige Dinge. Nicht dafür, ob der Gockel vor 8 Uhr auf dem Misthaufen krähen darf. Es ist doch ein seltsames Demokratieverständnis, wenn Politiker gegen den Mehrheitswillen der Bevölkerung entscheiden können (siehe Abschaffung DM). Da es aber keine Haftung für Politiker gibt, sind sie früher oder später Geschichte und das Land muss mit den Fehlentscheidungen leben.

Heinrich Lanz Garmisch-Partenkirchen

Die EU ist tatsächlich – wie Sie richtig schreiben – zur Währungsunion des Betrugs und ständigen Rechtsbruchs geworden. Dies ist leider nicht verwunderlich, sondern logische Konsequenz der Gründungsbetrügereien. Diese haben zu einem EU-Gebäude geführt, das aus faulem Zement und ohne die erforderliche Eisenarmierung errichtet wurde. Der faule Zement wurde in Form der gefälschten Beitrittsunterlagen zahlreicher Mitgliedsländer, allen voran Griechenland, in den Beton gemischt. Mit dem Fehlen einer fiskalpolitischen Abstimmung der Mitgliedsländer fehlte auch die Eisenarmierung für die Festigkeit. Ein solches Gebäude muss zerbröseln, da bis heute keine ernsthaften Sanierungsmaßnahmen erkennbar sind. Dass Herr Schäuble sich mit seinem Grexit auf Zeit gegen das Brüsseler Rettungs-Establishment wehrt, ehrt ihn sehr. Wenn Frau Göring-Eckardt und Herr Hofreiter dies als „historischen Fehler“ geißeln, ist dies eine fatale Verdrehung der Tatsachen. Der historische Fehler wurde von Rot-Grün mit der Aufnahme Griechenlands in die EU begangen. Einen möglichen Grexit jetzt der Kanzlerin anlasten zu wollen, zeigt einmal mehr, wie verlogen unser politisches System geworden ist. Darüber, dass Herr Schulz und Herr Renzi meinen, man dürfe Griechenland nicht demütigen, kann man nur staunen. Griechenland hat sich selbst durch seine Unfähigkeit oder Unwilligkeit, trotz über 240 Milliarden Hilfsgeldern den maroden eigenen Staat wenigstens ansatzweise zu sanieren, am stärksten gedemütigt. Dafür haben sie die europäischen Mitgliedsstaaten jahrelang am Nasenring durch die Manege der Lächerlichkeit gezogen. Aber das brauchen die Griechen offenbar, um ihren Stolz zu befriedigen. Hinzu kommt, dass Griechenland bisher keine relevanten Zusagen eingehalten hat. Warum sollte sich daran schlagartig etwas ändern? Wenn Europas Spitzenpolitiker den jüngsten griechischen Versprechen glauben, sind sie entweder naiv oder führen ganz andere nicht ausgesprochene Absichten im Schilde. Wenn die EU durch einen Grexit in Gefahr kommen sollte, wäre sie ohnehin nicht überlebenswert. Am Zusammenhalt Europas muss dies nichts ändern. An der bedingungslosen europäischen Bankenrettung vor der Hilfe für die Menschen sollte sich allerdings viel ändern. Ein Grexit könnte sehr wohl dazu führen, dass der Glaube an eine nicht beliebig korrumpierbare Brüsseler Verwaltung wieder etwas an Boden gewänne. Die beschwörend-warnenden Worte der Herren Hollande und Renzi kann man auch als Vorbeugung in eigener Sache werten. Die Politik der bisherigen Beitrittskommissare der EU hat sich eher durch Beitrittsgeschenke, denn durch ehrliche Ertüchtigung der Kandidaten ausgezeichnet. Das muss sich ändern! Dass die Brüsseler Verwaltung den Schwindeleien bei den Beitrittsverhandlungen Vorschub leistet (siehe zahlreiche Nachbesserungen bei Griechenland) muss ebenfalls aufhören. Nach Beitritt und EU-Geldsegen erlahmt offensichtlich der Eifer für sinnvolle Reformen. Griechenland lieferte das Paradebeispiel. Auch am Euro muss sich etwas ändern. Vieles spricht dafür, dass in der gern gebrauchten Phrase der Kanzlerin „Scheitert der Euro, scheitert Europa“ ein Denkfehler steckt. Griechenland spricht stark dafür. Großbritannien könnte dies noch unterstreichen.

Dr. Heinz Giovanelli München

 

Georg Anastasiadis: „Es brennt lichterloh“; Kommentar 13. Juli

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