Wenig nachhaltig gedacht

Mit „Löwinnen-Mut“ und Bekenntnis zu PS; Politik 3. April

Grüne fordern in ihrem Wahlprogramm zu massivem Raubbau auf. E-Autos sind in der Nutzung CO2-frei. Das wird von allen Parteien begrüßt und man will diese Technologie intensiv fördern und strebt in den nächsten Jahren bis zu 1 Million E-Mobile in Deutschland an. Was für ein fataler Irrweg! Dass vor allem „Die Grünen“ diese Entwicklung sogar in ihrem Wahlprogramm fordern, zeigt, wie wenig nachhaltig gedacht wird. Das Motto lautet: Was geht uns die ungeheure Umweltvernichtung in den Förderländern der Rohstoffe für die Batterien der E-Autos an, wichtig ist, dass unser Umweltgewissen bei uns rein bleibt. Jedermann sollte doch wissen, dass diese Rohstoffe, wie seltene Erden und seltene Metalle, bereits für Milliarden Mobiltelefone, PCs, Tabletts und unzählige andere elektronische Geräte benötigt werden. Hat jemand gründlich die Gesamtkosten für die hunderte mal größeren Auto-Batterien recherchiert, inklusive Energieverbrauch bei Erschließung, Förderung, Verarbeitung, Transport und Entsorgung? Hat sich jemand Gedanken darüber gemacht, was mit den hinterlassenen Mondlandschaften geschieht? Werden diese jemals renaturiert? Wer soll das bezahlen? Werden für unseren Profit dort die Menschen ausgebeutet? (Wie bisher schon für andere endliche Ressourcen). Herr Professor Wolfgang Heckl hat im BR-Sonntagsstammtisch am 19. März sehr anschaulich die praktisch nicht machbare Logistik für die E-Mobilität geschildert. Für einige Bereiche könnte mittelfristig E-Mobilität richtig sein: Brief- und Paketzustellung, Sozialdienste mit kurzen häufigen Strecken, zum Beispiel zur Alten- und Krankenbetreuung. Aber nicht als Zweit- oder Drittauto fürs Einkaufen und für Stadtfahrten von Frau und Tochter, weil es gar so schick ist. Die Zukunft gehört der Wasserstofftechnologie: Flüssigwasserstoff, Brennstoffzellen, Power-to-Gas usw., da bin ich ganz einer Meinung mit Professor Heckl! Das wäre das richtige Wahlprogramm. 

Dipl.-Ing Karl Schlicht Anzing

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