Unübersichtliches Steuersystem

Sebastian Horsch: Die fetten Jahre sind vorbei; Politik 11. November

Nach meinen richtig fetten 26,28 Euro Erhöhung (abzüglich KV, PV und Zusatz) wird mir also im kommenden Jahr schon eine weniger fette Erhöhung von vielleicht 2 % zum Verprassen übrig bleiben. Fett war und ist eine solche doch nur dort, wo die Rente eh schon hoch ist (Gleiches gilt bei Löhnen und Gehältern). Und Prozente machen die Kluft zwischen Arm und Reich nur immer größer! Der Staat will, dass privat vorgesorgt wird. Ist man als Normalbürger dazu in der Lage (auch für die Nachkommen) – was nur geht, wenn man an anderer Stelle spart - so wird man später bestraft, wenn es doch eng wird. Im Gegensatz zu denen, welche keine Vorsorge getroffen und ihr Geld in der Weltgeschichte verjubelt haben, muss erst die Vorsorge aufgebraucht werden, bevor es Unterstützung vom Staat gibt. Das Rentenniveau ändert daran überhaupt nichts. Statt dass man endlich eine ordentliche Lösung angehen würde, wird Jahr für Jahr nur sinnlos daran herum debattiert. Das gilt auch für die übrigen Sozialleistungen, sei es Hartz IV, Grundsicherung, Elterngeld, Müttergeld usw. usw. ... Alles ist nur Stückwerk! Das Einzige, was uns hier wirklich weiter hilft, ist das bedingungslose Grundeinkommen. Man braucht nur die Zeitung aufzuschlagen und hat schon jede Menge weitere Gründe, die dafür sprechen (z. B. Menschen, die Angehörige versorgen; Künstler, Schausteller, Kleingewerbetreibende, Freiberufler, Subunternehmer und Landwirte, die sich gegen große Unternehmen durchsetzen müssen), wovon auch die angestrebte Industrie 4.0 mit der fortschreitenden Digitalisierung einer ist. Es ist machbar und die Angst, dass hier niemand mehr arbeiten würde, ist vollkommen unbegründet. Sonst würden wir immer noch wie im tiefsten Mittelalter leben. Es wird höchste Zeit, das Thema richtig anzugehen und dazu eine Änderung des verschachtelten und vollkommen unübersichtlichen Steuer und Abgabensystems. Und würde das einmal weltweit Anwendung finden, verhindert das zum großen Teil die Not, auswandern zu müssen. 

Ingrid Novosad Planegg

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