Leserbriefe

Gezerre um die Grundrente

Sebastian Horsch:Die GroKo hat Schadenangerichtet; Kommentar, Sebastian Horsch undStefan Vetter: Die Grund-rente bedroht die GroKo;Politik 5. November

Mit Verwunderung muss ich daran erinnern, dass bei der Angleichung der Mütterrente keine Geldmittel vorhanden waren. Auf einmal hat man viele Milliarden Euro zum Verteilen, um die Rente für Frauen mit niedriger Rente nach 35 Beitragsjahren aufzustocken. Dieser Ansatz ist richtig und darüber besteht Einigkeit. Leider will die SPD keine Bedürftigkeitsprüfung, mit dem Argument, dass möglichst viele Rentnerinnen davon profitieren sollen. Prima: Dann gebt doch das Geld den Frauen, die es viel dringender benötigen. Das sind die Mütter welche nach den Kindererziehungsjahren, aus den unterschiedlichsten Gründen, viele, viele Jahre geringfügig beschäftigt waren. Der Staat hat aus diesen Arbeitsverhältnissen immerhin 30 % kassiert. Noch ein Wort zu den Ungerechtigkeiten in der Rentenversicherung. wir unterscheiden in drei Klassen: der normale Rentner,der von der gesetzlichen Rente lebt. Zweitens der Rentner welcher das Glück hatte bei großen Firmen beschäftigt war und deshalb eine zusätzlichen Betriebsrente bekommt, diese muß ungerechterweise versteuert werden. Drittens haben Politiker, Beamte usw. die allerbeste Altersversorgung ohne jemals dafür bezahlt zu haben. In Östereich sind die monatlichen Renten wesentlich höher als in Deutschland und es werden 14 Monatsrenten im Jahr ausbezahlt. Das bedeutet: Die östereichichen Rentner erhalten 50 % höhere Jahresbezüge und der Renteneintritt erfolgt wesentlich früher als in Deutschland. Leider hat die Politik hat kein Intresse unser Rentensystem zu reformieren.

Jürgen Schindler

Haimhausen

Die Aufstockung von sehr geringen Renten könnte schon längst erfolgt sein, wenn die SPD nicht auf ihrem Nein zur Bedürftigkeitsprüfung bestehen würde. Die Einkommensverhältnisse sind ja schon längst beim Finanzamt geschrieben. Mit einem Blick könnte man feststellen, ob jemand allein von dieser Rente leben muss. Wenn die SPD dies ablehnt, zeigt sie nur: Es geht ihr nicht um die ärmeren Schichten des Volkes, sondern um Leute, die nach einer solchen Überprüfung keine zusätzlichen Leistungen erhalten würden, also der wohlhabenden. Ist es nicht ein bedenkliches Armutszeugnis für die einst so stolze Arbeiterpartei?

Adalbert Mayer

Weilheim

Der weitaus größere Teil der künftig Begünstigten braucht diese Rentenerhöhung nicht, weil anderweitige Einkünfte und Geldvermögen vorliegen aus denen die Versorgung im Alter bestritten werden kann. Ich schätze diesen Kreis auf mindesten 2 Millionen Personen. Die SPD möchte zum 3. mal einen Murks bei den Renten mit langfristigen Folgen fabrizieren. Wenn nur 2 Millionen Menschen monatlich 300 Euro zusätzliche Rente erhalten, obwohl sie das nicht bräuchten, oder nötig hätten, sind 7.2 Milliarden Euro zum Fenster hinausgeworfen. Jeder stürzt sich auf das leicht verdiente Geld. Mal angenommen es arbeitet eine Person 35 Jahre, 40 Stunden im Monat bei 15 Euro Stundenlohn. Dann sind das 40 mal 15 mal 12 mal 35 Jahre. Bei einem Rentenbeitrag von 9,6 % hat diese Person rund 23 500 Euro in die Rentenkasse einbezahlt. Der Arbeitgeber noch mal 23 500 Euro. Bezieht diese Person im Alter 25 Jahre Rente mit 1000 Euro fliesen 300 000 Euro zurück bei einem Eigenanteil von nur 23.500 Euro. Super Rendite für einen Selbständigen der mit seiner Frau einen Arbeitsvertrag abschließt und der Gehalt im Familienverbund verbleibt. Der darf sich nur nicht scheiden lassen. Man muss die Beiträge für eine Lebensversicherung über 300.000 Euro bedienen um das zu erreichen. Bald ist der 11.11. und die närrische Zeit beginnt. Daher ein Vergleich den sich jeder bildlich vorstellen kann. Auf einem Faschingswagen sitzen die Verantwortlichen der SPD und schmeißen das Geld für die Grundrente wie Bonbons vom Wagen unter die Leute. Das Pferd das den Wagen zieht sieht erbärmlich aus. Die Altvorderen der SPD haben sicherlich für Deutschland und deren Arbeitswelt viel erreicht, die nächste SPD Generation hat nur verwaltet und die jetzige Generation ruiniert die Partei. Schade aber so ist es nun mal. Das Regieren habt Ihr in meinen Augen schon seit Jahren nicht mehr verdient. Lieber eine Regierung ohne die SPD als so ein Gewürge und bei jeder Entscheidung faule Kompromisse.

Klaus Sieber

Greiling

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