Nur auf Krawall gebürstet

Mike Schier: vergiftet; Kommentar, Nachlese zu den Hamburger Krawallen; Leserforum 14. Juli Stefanie Thyssen: „Irgendwann ist auch mal gut“, Gespräch mit Wolfgang Bosbach; Medien 14. Juli

Die Rabauken beim G 20 in Hamburg haben das Grundrecht der Versammlungsfreiheit durch Gewaltanwendungen missbraucht. Für dabei begangene Straftaten treten die Strafverfolgungsbehörden auf den Plan. Zusätzlich haben diese Leute aber auch den Art. 8, Abs. 1 Grundgesetz (Versammlungsfreiheit) missbraucht. Für Missbrauch von Rechtsvorschriften gibt es allerdings empfindliche Missbrauchsgebühren, so wie es das Bundesverfassungsgericht macht. Dieses hat allein seit 2002 Missbrauchsgebühren in Höhe von 43 810 Euro erhoben. 

Dr. Walter Gränzer Attenkirchen

Wer denkt eigentlich mal über mögliche unpolitische Ursachen solcher Gewaltentwicklung in unserer Gesellschaft nach? Sollte man bei den Kontrollgremien der Fernsehsender (ARD, ZDF und andere) nicht mal anfangen über die Wirkung ihrer Mord- und Totschlagkrimis, mit denen alle Schichtungen unserer Gesellschaft permanent berieselt werden, auch auf solche Friedenskämpfer wie bei den Krawallen in Hamburg, nachdenken? Aus diesen teilweise bedenklich brutalen Sendungen kann der kleine Möchtegern-Verbrecher doch viele Anregungen erfahren. Was soll man wohl denken, wenn ein Herr Piehl in den Münsteraner Krimis sich in seinem Outfit mit Totenköpfen schmückt und der Chef in dem Hamburger Linkennest großformatig im Fernsehen auf seinem schwarzen Hemd dieses Vorbild kopiert? 

Volker Männel Rottach-Egern

Herr Wolfgang Bosbach hat vollkommen richtig gehandelt und er die ARD-Talkshow letzten Mittwochabend frühzeitig verlassen hat. Das Verhalten von Frau Ditfurth und ihre Inhalte zum Thema, dass sie während der Talkshow permanente dazwischengeredet hat, das rollen mit den Augen (mit soviel Bosheit verbunden) und abfällige Gesten zu machen, ist doch ein typisches Verhalten so mancher Grünen Damen. Der Polizei die Verantwortung in die Schuhe zu schieben, dass diese Krawalle beim G20-Gipfel eskalierten und sie seien noch dazu selber schuld gewesen, dass 500 verletzte Polizeikräfte zu beklagen sind, ist an Dreistigkeit nicht mehr zu überbieten. Geht’s noch? Den gesamten Einsatzkräften gebührt unser Dank! Wer hat denn Steine von einem hohen Baugerüst auf die Einsatzkräfte geworfen und vieles mehr an rechtswidrigen Untaten, die vermummte Verbrecher begangen haben? Alles was Recht ist, Frau Ditfurth, wo bleibt da noch die Vernunft und der gesunde Menschenverstand? Es ist schon alles schlimm genug, wie es gerade ist, doch was kommt noch auf uns zu, wird’s noch schlimmer? 

Karlheinz Dettweiler Haimhausen

Es ist verständlich wenn Wolfgang Bosbach sich von der linken Ex- Grünen Politikerin Ditfurth nicht länger provozieren lassen wollte und die Diskussionsrunde verließ. Eine „Talkshow“ sollte, doch ihrer Bezeichnung entsprechend, eine Runde von Persönlichkeiten ganz verschiedener Hintergründe und Ansichten sein, die ein aktuelles Thema, durchaus konträr, aber doch sachbezogen diskutieren Für die Krawalle in Hamburg die Polizei verantwortlich zu machen die daher auch selber schuld sei an den 500 bei dem Einsatz verletzten Polizisten, ist ein unerträglicher Zynismus seitens Frau Ditfurth. Glaubt sie denn wirklich, erst der Polizeieinsatz habe die Randale ausgelöst die dann mit eingeschlagenen Fensterscheiben, geplünderten Geschäften und brennenden Autos und verwüsteten Straßen kriegsähnliche Verwüstungen zurückließen?? Dass die Frau Ditfurth nicht bereit war, spezifische Fragen etwa nach ihrer Akzeptanz der gesetzlich verbotenen Vermummung zu beantworten zeigt doch nochmals ,welch „Ungeistes Kind“ diese Ex-Grüne Frau Ditfurth ist. Leider gelang der sonst so erfahrenen Moderatorin Sandra Maischberger nicht, die ausufernde Nichtdiskussion in die Hand zu bekommen. Frau Ditfurth hätte doch wegen Beleidigung anderer Teilnehmer der Runde, wie den Hauptkommissar Lenders, zum Verlassen der „Talkshow“ aufgefordert werde können. 

Peter Hütz Krailling

Olaf Scholz sagte in einem Interview, dass man sich nicht von einer kleinen Gruppe vorschreiben lassen könne, wann und wo man einen G20 veranstaltet. Recht hat er, denn mit welchem Recht bestimmt eine kleine Politikerkaste über die teilweise Aussetzung der Grundrechte für Bürger Hamburgs wegen eines Politikerklassentreffens? Ist die Sicherheit einiger Politiker, deren Anwesenheit in Hamburg nicht von existenzieller Wichtigkeit ist, wichtiger als die Freiheit der Menschen, die Ihre Balkone nicht nutzen durften, die Besuch nur mit erheblichen Einschränkungen empfangen und sich nicht frei bewegen durften? Geschäfte mussten schließen, weil Kunden nicht mehr vorgelassen wurden. Hamburg gehört den Hamburgern. Hier wurde der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit weit verlassen. Benjamin Franklin (früherer US-Präsident) sagte einmal sinngemäß, dass diejenigen, welche Freiheit zugunsten von mehr (vermeintlicher) Sicherheit aufgeben, letztendlich beides verlieren. Genau das ist in Hamburg passiert. Keine Polizei der Welt ist in der Lage, Anarchisten welche in gut organisierter Guerillataktik wie Partisanen Stadtteile verwüsten, effektiv und schnell die Stirn zu bieten. Das war eher asymmetrische Kriegsführung, wofür Polizei weniger ausgebildet ist. Polizei kann nur reagieren und das auch noch schwerfällig. Hundertschaften zu verlegen braucht Zeit. Wenn mehr als 2/3 der Polizisten nur die Gäste zu beschützen haben, bleibt eben nur der Rest zum Schutz der Bürger übrig und das war eindeutig zu wenig. Mehr war aber in der ganzen Republik nicht verfügbar. Schuld an dem Desaster haben diejenigen, die das Spektakel unbedingt in Deutschland haben wollten und zwar bewusst in Kenntnis des vorhandenen Gewaltpotenzials in der Autonomen Anarchistenszene, die sich fälschlicherweise als „links“ bezeichnet. Diese Terroristen kamen aus ganz Europa. Die Politik in Berlin hat Hamburg, seine Bürger und die Polizisten sozusagen „ins offene Messer“ laufen lassen. Ich nenne das „verantwortungslose Arroganz der Macht“.

 Frank Rogalski Straußdorf

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