Leserbrief

Diskriminierung des Handwerks

Dirk Ippen: Der Rest ist Schweigen . . .; KolumnePolitik 29. Februar/1. März

Ihr Beitrag trifft den Nagel auf den Kopf. Leider werden viel zu wenige Artikel zu dieser Situation veröffentlicht. Die Bürger merken es erst, wenn wie in Ihrem Fall die nette Frau vom Imbiss stirbt.

Aber wie Sie vollkommen richtig schreiben, ist nicht nur der Nachwuchs das Problem, das größte ist die Politik! In unserem Betrieb haben wir zwar, Gott sei Dank, unseren Sohn, der weiter- macht, aber wir wissen nicht, wie lange, weil genau das Problem der Auflagen, Arbeitszeitregelungen und Zertifizierungen Unmengen an Zeit, Kraft und auch Geld verschlingt. Die bayerische Staatsregierung, die ein Befürworter dieser ganzen Richtlinien ist, hilft nicht den Betrieben, weil wir ja keine Bauern sind und nicht das große Jammern erfunden haben.

Oder können Sie sich vorstellen, dass ein Schmied mit dem Amboss, ein Bäcker mit dem Backofen, ein Metzger mit der Wurstmaschine und ein Friseur mit der Schere demonstrieren gehen und die Straßen blockieren. Vielmehr werden staatliche Aufträge an ausländische Betriebe vergeben, die keine der oben genannten Richtlinien interessiert (Innung kann Auskunft geben) und erfüllen kann, um das deutsche Handwerk noch mehr zu diskriminieren. Erst wenn der Ingenieur Taxi fährt, der Professor das Schwein schlachtet und der Architekt auf dem Bau mauert, wird man merken, wie falsch die Politik in unserem Lande den Nachwuchs im Handwerk gefördert hat.

Umso erfreulicher ist es, dass im Vorabend-Programm des Öffentlichen-Rechtlichen jetzt ein wirklich toller Spot für das Handwerk läuft.

Thomas Herrmann

Haag

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