Herausforderungen der Energiewende

Dirk Walter: „Defizite der Energiewende“; Kommentar 2./3. Oktober, „Zu wenig Stromspeicher“; Leserbrief 7. Oktober

Woraus schließt der Verfasser, dass die Landkreise in Bayern „behutsame, mit Anliegern abgestimmte Windradpläne“ aufgestellt haben? Kennt er alle Planungen? Hat er die Anlieger befragt? 70 Bürgerinitiativen in Bayern aus allen Regierungsbezirken mit Tausenden von Mitgliedern sprechen eine deutlich andere Sprache. Die von den Planungen bzw. bereits bestehenden Windkraftanlagen Betroffenen – und das sind sehr oft Bürgerinnen und Bürger aus Nachbargemeinden und -landkreisen – fürchten nicht nur eine „Verspargelung“, wie die drohende Zerstörung unserer Landschaft und vor allem unserer Wälder verniedlichend bezeichnet wird. Windkraftanlagen mit 210 Meter Höhe sind Industriebauten. Sie sollen ein Landschaftsschutzgebiet nicht beeinträchtigen? Sie erzeugen Emissionen wie Schattenschlag, Lärm und Infraschall. Dieser wirkt sich bis zu 15 km Entfernung aus (Quelle: Umweltbundesamt). Der Beitrag für die Energieversorgung ist marginal, z. B. steuerten die 400 Windräder, die Ende 2012 in Bayern in Betrieb waren, 0,6 % zum Gesamtstrombedarf bei. Bei Meldungen über Windparks wird immer die installierte Leistung erwähnt, manchmal noch die prognostizierte. Die tatsächlich erzeugte Leistung liegt wiederum in der Regel deutlich darunter und wird als „Geschäftsgeheimnis“ nicht an die große Glocke gehängt.
Maria Reitinger
Schäftlarn

Zur Speicherung von Strom im Rahmen der Energiewende gibt es durchaus wirtschaftliche Verfahren. Eine Traktionsbatterie für Gabelstapler mit 100 kWh Nennkapazität (80V, 1250 Ah) kostet bei einem größeren Anbieter 9422 EUR (inkl MWSt.). Eine solche Bleibatterie in Panzerplattentechnik kann unabhängig von der Entladetiefe über die Lebensdauer etwa das 1000- bis 1500-Fache ihrer Nennkapazität speichern. Man kommt so auf Speicherkosten von bis hinunter zu 6,3 ct/kWh. Natürlich muss man dazu noch die Kosten für die Lade- und Einspeisungstechnik hinzurechnen. Andererseits lässt sich eine Batterie großtechnisch sicherlich kostengünstiger als zum Neupreis wieder aufarbeiten. Könnte man als Endverbraucher den Strom zu Niedrig-lastzeiten zum halben Preis beziehen, wäre bei einem Strompreis von 25,28 ct/kWh die Investition durchaus wirtschaftlich. Eine 100-kWh-Batterie reicht für eine vierköpfige Familie etwa zehn Tage und könnte so auch längere Flauten überbrücken und würde mehr als 30 Jahre halten.
Michael Sögtrop
Poing

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