Beginn der Konfrontation

Friedemann Diederichs: Iran-Abkommen: Trump gibt keine Ruhe; Politik 7/8. Oktober

US-Präsident Trump will das Atomabkommen mit dem Iran aufkündigen, weil der Iran dieses Abkommen angeblich nach Auffassung der US-Regierung nicht einhält. UN-Beobachter sind allerdings der Meinung, dass der Iran alle Punkte des Vertragswerkes erfüllt. Wird dieser Vertrag aufgekündigt, sieht sich das iranische Volk bzw. die islamische Welt erneut von den USA und insgesamt von der westlichen Welt betrogen. Wer weiß noch, dass die USA nach dem 2. Weltkrieg sehr gute bis freundschaftliche Beziehungen zum Iran hatte. Zudem waren sie in der arabischen Welt sehr hoch angesehen, weil die USA der Garant für die Auflösung von Kolonialherrschaften im Mittleren Osten war. England förderte seit den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts auf iranischem Gebiet Erdöl und dafür erhielt der Iran nur ein sogenanntes Handgeld. Der iranische Premierminister Mossadegh forderte damals von England eine wesentlich höhere Beteiligung an den Gewinnen, damit die wirtschaftliche Entwicklung seiner jungen Demokratie vorankommt. Als die Briten das ablehnten, drohte Mossadegh mit der Verstaatlichung der Ölförderung. Dieses Vorhaben zollte damals sogar den Respekt von den USA. Da die Engländer aus den Ölfeldern riesige Gewinne generierten, waren sie natürlich davon nicht begeistert und drohten mit einer militärischen Intervention im Iran. Die USA konnten dies unter Präsident Truman noch abwenden. Mit dem nachfolgenden US-Präsident Eisenhower trat eine andere Sichtweise über den Konflikt zwischen Iran und England in den Fokus, was folgenschwere Entscheidungen hervorbrachte. Mit Hilfe und Machenschaften des CIA, wurde der iranische Premierminister Mossadegh zielgerichtet demontiert. Der Schah kam aus dem Exil zurück und errichtete mithilfe der USA seine Diktatur. 1979 wurde das Regime von Ayatollah Ruhollah Khomeini und seiner „Islamischen Revolution“ abgelöst. Wie wir wissen, war das der Beginn der Konfrontation zwischen der islamischen Welt und des Westens. Der Hass, der uns aus der muslimischen Welt entgegenbläst, sind die Folgen von menschenfeindlichen Kolonialherrschaften, die Regionen und Menschen ausbeuten. Der Iran wird heute in der westlichen Welt als Achse des Bösen tituliert. Dieses Land war aber einmal dabei, eine stabile Demokratie zu werden. Gerade aus dieser Historie heraus müsste die USA eigentlich den bestehenden Vertrag mit dem Iran erweitern und ausbauen. Welche Rolle spielt eigentlich Israel bei diesem Konflikt? Nachfolgend der Link zum detaillierten Bericht über die Geschichte vom iranischen Premierminister Mossadegh und seiner Demontage. http://m.dw.com/de/1953-irans-gestohlene-demokratie/a-17008768 

Hermann Lautenbacher Forst

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