Sie könnten doch katholisch werden

Claudia Möllers: Die Reformverweigerer; Kommentar,Die Kirche hat sich immer verändert; Leserforum 7./8. April

Der Kommentar von Claudia Möllers und einige Leserbriefe bezeichnen die Ausdehnung der Kommuniongemeinschaft auf protestantische Ehepartner als Reform. Das ist falsch. Es ist eher eine Verwässerung, weil der Empfang der Heiligen Kommunion die Gemeinschaft im Glauben voraussetzt. Wer die Beichte und die Priesterweihe ablehnt, glaubt auch nicht an die Realpräsenz Christi in der Hl. Kommunion. Die Mahlgemeinschaft braucht aber unbedingt die Glaubensgemeinschaft. Und diese Gemeinschaft wollen die protestantischen Ehepartner ja offensichtlich nicht. Wenn ihre Sehnsucht nach der Hl. Kommunion wirklich so groß ist, dann könnten sie doch katholisch werden. Übrigens zeigt der Hinweis von Frau Möllers auf die Parallele zu Kardinal Meisners Protest gegen den lebensgefährlichen Beratungsschein Kardinal Lehmanns, dass die Mehrheit bei Bischofskonferenzen nicht die Wahrheit und Glaubenstreue repräsentieren. Jetzt drohen die weltweit widersprüchlichen Haltungen der katholischen Bischofskonferenzen die zweitausendjährige Einheit der Kirche zu zerstören. 

Johann Schwanzl Riemerling

Die Realpräsenz unseres Herrn Jesus Christus in einer von einem rechtgläubigen katholischen Priester konsekrierten Hostie ist nicht nur ein Sakrament, sondern auch ein Dogma der wahren katholischen Kirche, eingesetzt vom Gottessohn selbst beim letzten Abendmahl. Deshalb ist eine sogenannte Mahlgemeinschaft mit Christen, die daran nicht glauben und in ihrem eigenen Ritus lediglich ein Gedächtnismahl feiern, nicht nur unmöglich, sondern geradezu frevlerisch, und zwar sowohl von dem Kommunizierenden wie auch von dem Priester, der dies wissentlich mitträgt. Die Kirche setzt immer voraus, dass der Kommunizierende sich im Stand der Gnade befinden muss, und mindestens einmal im Jahr in der Beichte von seinen Sünden losgesprochen werden soll. Protestanten beichten nicht. Im 1. Korintherbrief schreibt der Heilige Paulus: „Der Mensch prüfe sich, bevor er von diesem Brot esse. Denn wer unwürdig isst und trinkt, der isst und trinkt sich das Gericht, da er den Leib des Herrn nicht von gewöhnlicher Speise unterscheidet und sich damit am Leibe und Blute des Herrn versündigt.“ Wenn der konsekrierende Priester natürlich selbst nicht an die Realpräsenz glaubt, kommt eine solche mit leeren Wandlungsworten auch nicht zustande und es ist jedem unbenommen, diese Oblate zu sich zu nehmen. Dies ist bis heute, wenn auch bis in höchste Kirchenkreise umstritten und vielfach aufgeweicht, verbindliche Lehre der heiligen katholischen Kirche. Weshalb die ausscherenden Bischöfe vollständig im Recht sind. 

Elisabeth Schulz Valley 

Man muss die geistlichen Herren, die sich am Mehrheitsbeschluss der katholischen Bischofskonferenz stoßen, zunächst auch in Schutz nehmen. Schließlich besteht der Unterschied der Qualität der gereichten Gaben bei Kommunion und Abendmahl fort. Katholiken haben bekanntlich von einer vollständigen Wandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Christi auszugehen (Transsubstantiation), Lutheraner sprechen von einer Allgegenwart oder der Einheit von Leib und Blut Christi in Brot und Wein (Konsubstantiation). Gültiger Kommunionsempfang setze beim Katholiken die Wandlung der Gaben durch einen Priester voraus. Der Gläubige müsse das Dogma von dieser Wandlung anerkennen und würdig, demnach frei von schwerer Schuld sein. Allerdings bietet die katholische Kirche auch eine Regelung für Notlagen. So existiert längst die Möglichkeit für eine Kommunion Andersgläubiger. Diese müssten sich jedoch zur katholischen Sicht der Dinge bekennen. Auch andere „schwere Notlagen“, die über die Todesgefahr hinaus einen Kommunionempfang ermöglichten, sind gegeben - allerdings bislang anscheinend nicht näher definiert. Schon in der Vergangenheit war jedoch die Rede von der Zulassung von Nicht-Katholiken zur Kommunion, und zwar bei konfessionsverschiedener Ehe. Ihre Befürworter erblickten darin quasi eine geistige Notlage. Und nun hat sich dafür wohl eine oberhirtliche Mehrheit gebildet – aus der einige Oberhirten offenbar ausscheren. Zu Kommunion und Abendmahl schließlich (wiederholt) ein das katholische Dogma interpretierender Denkansatz: Der Akt der Wandlung von Brot und Wein in Leib und Blut von Jesus ist kein äußerlich wahrnehmbarer Vorgang. Er ist rein innerlich und vom Glauben daran bestimmt. Das heißt, ein kommunizierender Christ nimmt das gesegnete Brot und den Wein auf. Der Prozess der Wandlung, vom Priester eingeleitet, mündet im Glauben der kommunizierenden Person und erfährt (allein) in ihrem Glauben seine Verwirklichung. Also bleibt der Empfang der Kommunion beim Nicht-Glaubenden und/oder Unwürdigen auch nur der reine Akt des Empfangs von zwar gesegnetem, aber eben nur Brot und Wein. So betrachtet, wäre das theologische Bewusstsein nicht beschädigt, der gläubige Christ in die Freiheit seiner Gewissensentscheidung entlassen, der Wirklichkeit von Partnerschaften Rechnung getragen und obendrein aber auch im weiteren Sinne der Ökumene Genüge getan. 

Dietrich Kothe Hohenfurch

Der Papst bekommt Stress und Kardinal Marx hat ihn bereits. Einige seiner Bischöfe haben an ihm vorbei einen Brief an den Papst geschrieben in dem steht, dass sie nicht einverstanden sind, dass evangelische Christen zur katholischen Kommunion gehen. Jesus hat sich nicht gescheut mit allen zu feiern. Bei der Hochzeit zu Kanaan verwandelte er Wasser in Wein - sagt man - und alle, gleich welchen Couleurs durften kosten. Jesus Lehre war einfach. Er liebte alle gleichermaßen - auch die verbohrten Pharisäer. Im Laufe der Jahrhunderte begannen Menschen diese Lehre in Worte zu fassen - und - weil sie so einfach war, mit Millionen von Wörtern zu verkomplizieren. Die Theologen waren geboren. Fanatiker und Besserwisser formulierten Gesetze, die Jesus nie und nimmer gut geheißen hätte. Dass dabei seine Lehre auf der Strecke blieb, scherte sie wenig. Der Papst wäre gut beraten, diesen theologischen Sturköpfen einen Riegel vorzuschieben. 

Richard Birk Freising

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