Kein würdiger Nachfolger

Der Kommentar unterscheidet sich in seinem kritisch-positiven Duktus von anderen Äußerungen zum Preußenkönig. Dessen militärpolitisch recht einseitige Haltung mag den Zeitumständen geschuldet sein, seine Pflichtauffassung überdauert die Zeit.

 So schrieb der König in seinem „Politischen Testament von 1752“ zur Erziehung junger Prinzen, also der politischen „Nachwuchskräfte“: „Ich verlange, dass sie an ein arbeitsames, tätiges und einfaches Leben gewöhnt und ohne Prunk und Eitelkeit, aber zu Aufmerksamkeit und Höflichkeit erzogen werden. Die Hauptsorge ihrer Umgebung muss darin bestehen, ihr Herz zu bilden sowie das Gefühl für Ehre und Redlichkeit.“ Der Preußenkönig war hochgebildet, schuf Beachtliches als Komponist und Dichter und stiftete regelmäßig große Teile seiner Apanage für staatliche Einrichtungen und die Armee. Mir ist keine (!) lebende Politikerpersönlichkeit in Deutschland eingefallen, die dem „Alten Fritz“ das Wasser reichen könnte. Diese Feststellung treffe ich nicht etwa mit Schadenfreude, sondern mit großem Bedauern.
Horst Prießnitz
Gauting

Dirk Ippen: „Lernen von Friedrich“; Kolumne 28./29. Januar

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