Wo bleiben die Anwälte der Kleinstkinder?

Monika Reuter: „Falsche Anreize“; Kommentar 3. April

 Wo bleiben die Anwälte der Kleinstkinder? Zu den Schwächsten in unserer Gesellschaft gehören Kleinstkinder. Sie sind darauf angewiesen, dass ihre Eltern sie während der ersten Jahre nicht nur versorgen, sondern ihnen durch liebevolle Zuwendung zu der emotionalen Stabilität (Urvertrauen) verhelfen, die ihnen einen erfolgreichen Lebensweg, auch erfolgreiches Lernen erst ermöglicht. In diesem Alter (< 3 Jahre) geht es, übrigens auch bei Migrantenkindern, primär nicht um Bildung, sondern um Bindung. Wirtschaftliche Zwänge erschweren es Eltern zunehmend, ihren Kleinstkindern dieses Recht auf familiäre Geborgenheit zu verschaffen. Wenn jetzt durch das Betreuungsgeld ein kleiner Schritt in diese richtige Richtung getan werden soll, intervenieren, von den Medien unterstützt, vor allem jene, die auf diesem Gebiet eigentlich keine Kompetenz besitzen – Arbeitgeberfunktionäre, Steuergewerkschaftler, Politiker, Personen, die in wirtschaftspolitischer Verblendung den Eltern ihre Erziehungskompetenz absprechen. Gleichzeitig wird befürchtet, mehr Eltern als gewünscht könnten das Betreuungsgeld in Anspruch nehmen. Nach Frau Monika Reuter, Münchner Merkur, benötigen Mütter statt des Betreuungsgeldes die Chance auf Berufstätigkeit. Was Kinder im Vor-Kindergartenalter benötigen, scheint sie weniger zu interessieren, und sie verkennt, dass in der Krippe weder die benötigte Bindung noch Bildung vermittelt werden. Irreführend wird in derartigen Kommentaren auch nicht von „Krippe“, sondern von „Kita“ gesprochen.

Dr. med. Hartmut Michels Garmisch-Partenkirchen

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