Alt und kinderarm

Armut betrifft Millionen Kinder; Politik 30. August

In welchem Land leben wir, wenn ein Ja zum Kind zu solchen finanziellen Engpässen führen kann, dass für über 20 % aller Kinder unter 18 nicht einmal eine einwöchige Urlaubsreise möglich ist? Wohl auch eine Folge einer jahrzehntelanger familienfeindlicher Politik der etablierten Parteien, die Väter und Mütter bei ihren späteren Renten auch noch dafür be-strafen, dass ihre privaten Erziehungsleistungen sogar noch weitgehend als Ausfallzeiten bei den Rentenberechnungen bewertet werden. Wenn Kosten für Kindererziehung als Privatsache, der Nutzen aber sozialisiert wird und Kinder nicht selten Karriereknick bedeuten, muss man sich nicht wundern, wenn überproportional zur Bevölkerung seit langem kinderlose Lebensformen politische und mediale Kursrichtungen vorgeben. Wer sichert aber unsere Zukunft mehr als Väter und Mütter, wenn sie für Kinder neben erheblicher Kosten viel Zeit und Arbeit für den Fortbestand unserer Gesellschaft sorgen? Unser Rentensystem wird nicht von kinderlosen Beitragszahlern am Leben erhalten, auch wenn sie in unserem System bis jetzt noch immer die höchsten Renten einstreichen können, obwohl sie mit ihren Beiträgen nur jetzige Rentenbezieher bedienen. Kein Wunder, wenn wir als materiell reiches Deutschland inzwischen ganz schön alt und kinderarm daherkommen. Eine familien- und kinderfeindliche Politik, die im groben Widerspruch zu unserem Grundgesetz nach Art. 6 steht, hat eine Selbstverwirklicher-Gesellschaft gefördert, die nicht selten an Übersättigung und Wohlstandskrankheiten leidet. In solchen Milieus brüstet man sich nicht selten mit mehrwöchigen Fernreisen, während ganz normale Väter und Mütter, die für echtes Wachstum sorgen, durch unsere unsozialen Sozialsysteme arm gehalten werden. 

Simon Kirschner Gaimersheim

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