Geld für das Betreuen der Kinder zu Hause

Georg Anastasiadis: „Einsatz an der falschen Stelle“; Kommentar, Christian Deutschländer: „Terror im Regierungsbündnis“; Politik 7./8./9. April

Einige CDU-Abgeordnete und Verbände stellen das Elterngeld mit primitiven Begründungen nun plötzlich in frage. Das Argument, dass besonders die finanziell Schwachen und Migrantenfamilien, das Geld nicht zugunsten der Kinder einsetzen würden, empfinde ich schon als Frechheit. Hier erlaubt man sich diesen Familien die Erziehungsfähigkeit abzusprechen. Unter den obigen Vorwand braucht man dann nicht mehr lange warten, bis auch die Barauszahlung des Kindergeldes für die sozial Schwächeren infragegestellt wird. Wer meint, dass die sozial Stärkeren mehr familiäre Verantwortung aufbringen, befindet sich auf den Holzweg. Denn durch dessen Prestigedenken besteht die Gefahr, dass die Kinder oft aus Bequemlichkeit in den ersten Lebensjahren, wo sie besonders die elterliche Fürsorge und Wärme benötigen, fremden Leuten überlassen werden. Es ist unbestritten, dass einige verantwortungslose Eltern, ob Arm oder Reich, ihre Kinder vernachlässigen. Jedoch darf man dies nicht als Maßstab für alle anwenden. Daher finde ich es sinnvoller, mit dem Geld für die enormen Kosten der KITA Plätze die schwachen Familien zu unterstützen damit die Kleinkinder im Trauten Heim der Familie gedeihen können, „ lasst die Kinder Kinder sein „ . Gewiss gibt es Fälle, wo die Familie versagt, so dass KITA Plätze eine sinnvolle ergänzende Einrichtung sind. Meines Erachtens genügt es, wenn im Kindergarten alter die frühe Förderung einsetzt. Auf alle Fälle ist auch hier Leistungsdruck fehl am Platz. Wir haben das Glück in einer freien Demokratie zu leben, deshalb dürfen sich die Familien durch die Bevormundung der Politiker, die Erziehung ihrer Kinder nicht aus der Hand nehmen lassen. Denn nur eine Politik die es den Familien ermöglicht sich selbstverantwortlich zu entwickeln, gewährleistet auch in Zukunft eine demokratische Staatsordnung. Wenn man den Verlauf der Geschichte verfolgt, haben die Diktatoren immer über die Jugend versucht ihre Herrschaft zu festigen. Wer versichert uns, dass nicht auch einige unserer Politiker aus vormals diktatorischer Herrschaft, im Hinterkopf haben, dass sie auf diese Weise wieder Einfluss über die Familien gewinnen. Den übereiligen CDU Politiker ist daher geraten sich an das Sprichwort zu halten, Vorsicht ist besser als Nachsicht.

Josef Fenninger senior Weibhausen

Mit einigem Erschrecken musste ich Ihrem o.a. Kommentar entnehmen, dass jetzt auch Sie sich der Front der Betreuunsgeldgegner angeschlossen haben. Nun ja, der liebe Gott hat es offenbar so weise eingerichtet, dass auch sonst recht kluge Köpfe nicht davor gefeit sind, gelegentlich einem Irrtum zu erliegen! Um einen solchen handelt es sich nämlich zweifellos, wenn Sie meinen, dass die Betreuungsgeldbefürworter die schlechteren Argumente haben: Es ist natürlich genau umgekehrt! Der erste Fehler liegt schon darin, dass Sie das Betreuungsgeld als „eine teure Subvention mit irren Mitnahmeeffekten“ bezeichnen: Es ist keine Subvention, sondern vielmehr eine -wenngleich lächerlich niedrige! - Entschädigung für eine von den betreffenden Eltern erbrachte Leistung ,nämlich die häusliche Erziehung von Kindern, wodurch auf viel teurere staatliche Hilfen, nämlich die Einrichtung von Kinderkrippen, verzichtet wird. Dass hierbei u.U. - wie übrigens bei allen sozialen Leistungen! - auch Mitnahmeeffekte durch Nichtbedürftige auftreten können, ist zwar nicht ganz zu bestreiten, sollte aber in Kauf genommen werden, um denjenigen zu helfen, die das Geld wirklich gut gebrauchen können (gerade die hier von Ihnen erwähnten Akademikerinnen werden, sofern sie berufstätig waren, freilich kaum allein wegen des Betreuungsgeldes ihre gut dotierte und in der Regel auch interessante berufliche Tätigkeit aufgeben!) Das ärgerlichste und empörendste an diesem Streit ist jedoch die Tatsache, dass hier -ohne eine wirklich überprüfte wissenschaftliche Begründung - die Krippenerziehung als die einzig fortschrittliche und förderungswürdige Erziehungsform dargestellt wird, wogegen Eltern, welche ihre Kinder zu Hause erziehen wollen (und damit von ihrem verfassungsmäßigem Recht Gebrauch machen!) als rückständig, asozial (weil sie das Betreuungsgeld verjubeln oder versaufen?) und schlichtweg erziehungsunfähig diffamiert werden. Dies ist eine unfaire Mobbingkampagne übelster Art und eine Beleidigung von Generationen von Eltern, welche ihre Kinder ohne Krippen zu tüchtigen und mündigen Bürgern erzogen haben. Wenn sich dann auch noch Politiker dazu hergeben durch Gewährung oder Nichtgewährung finanzieller Mittel hier massiv steuernd und lenkend einzugreifen, mündet dies in eine staatliche Bevormundung, wie man sie eigentlich nur in einem ideologiegläubigen totalitären, nicht aber in einem demokratischen Staat erwartet, der seinen Bürgern Wahl-und Entscheidungsfreiheit zusichert. Was im übrigen die angebliche Überlegenheit der Krippenerziehung betrifft: Kinderärzte und -psychologen weisen immer wieder auf die Wichtigkeit einer konstanten und möglichst permanent anwesenden Bezugsperson während der ersten Lebensjahre des Kindes hin;dem kann naturgemäß in der häuslichen Erziehung am besten Rechnung getragenwerden (keine Tiermutter käme auf die Idee ihren Nachwuchs freiwillig in Betreuung durch andere Artgenossen zu geben); wenn - wie es leider häufig der Fall ist - eine wirtschaftliche Notwendigkeit zur Berufstätigkeit besteht, liegen die Dinge natürlich anders. Dass speziell auch die Wirtschaft, repräsentiert etwa durch Arbeitgeberpräsident Hundt, in das Horn der Krippenpropaganda bläst, überrascht natürlich nicht: ihr geht es ausschließlich um die Gewinnung von Arbeitskräften, die Belange des Kindes spielen für sie nur eine untergeordnete Rolle.Im Hintergrund mag dabei auch noch die Erwartung mitspielen durch möglichst frühe „ Förderung „ einen marktgerechteren bzw. marktkonformeren beruflichen Nachwuchs zu bekommen;eine Ausrichtung danach würde den Kindern freilich einen Teil ihrer wirklichen Kindheit stehlen! Nicht ohne Überlegung hat man seinerzeit das Kindergarteneintrittsalter auf 3 Jahre festgelegt; damit setzt eine gezielte Förderung früh genug ein;dies gilt auch bezüglich der Integrationsförderung bei (muslimischen) Migrantenkindern.

 Peter Wittmann Weilheim

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