Wahlfreiheit der Eltern

Monika Reuter: „Falsche Anreize“; Kommentar 3. April

Vor kurzem habe ich einen Leserbrief gelesen, in dem ein Tierschützer sich darüber beklagte, wie grausig es doch vom Menschen sei, quasi schon kurz nach der Geburt die natürliche Bindung von Mutterkuh zu ihrem Kalb aufzubrechen und das Kalb fernab von der Mutter in einem eigenen gesonderten Stall separiert aufzuziehen. Ich bin mir sicher, das Mitleid vieler Tierliebhaber war dem Verfasser sicherlich gewiss. Warum soll man das, was man für Tiere fordert und als Grausamkeit gegenüber dem Tier erkennt, nicht auch bei uns Menschen gelten? Warum wird mit aller Macht von staatlicher Seite aus darauf hingearbeitet, eine möglichst frühe Trennung von Mutter und Säugling zu propagieren und alle vorhandenen Hindernisse wie „Recht auf ein Krippenplatz“ aus dem Weg zu räumen? Ich bin bei all denen, die meinen, dass es für die Entwicklung der Kinder von hohem Nutzen sei, diese auf jeden Fall in einen Kindergarten zu geben. Besonders das Jahr vor der Einschulung ist aus meiner Erfahrung heraus sehr wichtig. Mir ist jedoch unerklärlich, warum ich dem Wunsch von vielen Eltern nicht entsprechen soll, ihre Kinder in den ersten drei Jahren zu Hause zu erziehen und das auch mit finanzieller Unterstützung durch den Steuerzahler, mit einem Betrag, der ein Vielfaches unter den realen Kosten eines Krippenplatzes liegen dürfte. Mein Vorschlag: Wahlfreiheit in den ersten drei Lebensjahre mit finanzieller Unterstützung durch ein Erziehungsgeld, anschließend, bis zum Erreichen der Schulpflicht, mindestens ein Kindergartenjahr als Pflicht.

Bernhard Mühlberg Eching

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