Leserbriefe

Radikaler Auftritt von Greta Thunberg

Georg Anastasiadis: Mit vollen Backen; Kommentar, Wutrede vor der Großen Welt; Politik 24. SeptemberKosten des Umweltschutzes; Leserforum 24. SeptemberUmweltschutz; Leserforum 23. September

Beim Klimagipfel in New York hofierte unsere Kanzlerin Greta Thunberg wie eine Ikone. Wenn sie den radikalen Forderungen dieser Umweltaktivistin bedenkenlos zustimmt, dann würde das für Deutschland eine komplette Deindustrialisierung bedeuten, mit Verlust von Arbeitsplätzen und Wohlstand. Thunbergs Frechheit gipfelte in der Aussage, dass sie gegen Deutschland eine Beschwerde wegen mangelnden Umweltschutzes eingereicht habe. Etwas mehr Distanz und weniger Schwärmerei wäre da durchaus angebracht, liebe Frau Bundeskanzlerin.

Gerade wir sind bemüht, die Klimaziele von Paris zu erreichen. Welches Land hat geplant, gleichzeitig aus der Kernkraft und den fossilen Brennstoffen auszusteigen und in naher Zukunft voll auf erneuerbare Energien zu setzen, ohne zu wissen, ob das funktionieren wird? Welches Land hat die letzten Jahrzehnte trotz steigender Wirtschaftsentwicklung CO2 eingespart? Die Appelle der grünen Umweltaktivisten sind nur noch politisch motiviert und haben nichts mehr mit vernünftigem Umweltschutz zu tun. Selber wie die Weltmeister um die Erde jetten und den anderen alles verbieten wollen, das kommt nicht mehr an.

Union und SPD haben in der Klimapolitik einen tragbaren Kompromiss beschlossen. Georg Anastasiadis hat Recht, dass sich die Regierungsparteien nicht vom ewigen Wehgeschrei der Ökofuzzis und deren treu ergebener Medienvertreter beeinflussen lassen sollten. Ob allerdings diese Beschlüsse irgendeinen Einfluss aufs Weltklima haben werden, das bleibt dahingestellt. Ein Vorteil wäre es schon, wenn die Gelder für die CO2-Bepreisung eins zu eins in neue Energieerzeugungswege gesteckt würden. Deutschland müsste führend werden auf dem Gebiet der Wasserstofftechnologie. Das wäre Umweltschutz und Wirtschaftsförderung zugleich.

Peter Blüml

Schongau

Wenn mit derselben Vehemenz, die Greta Thunberg in New York bei der „Menschheitsaufgabe Klimakrise“ an den Tag gelegt hat, auch die in den Hintergrund gedrängten anstehenden Probleme wie Flüchtlingspolitik, Geld- bzw. Zinspolitik in der EU, Wohnungsnot durch Überbevölkerung, Pflegenotstand, Verkehrspolitik- und Bahnchaos in der BRD, durch massive Proteste der Betroffenen Nachdruck verliehen würde, wäre das sehr wünschenswert. Nur: Es fehlt an einer medienwirksamen Initiative seitens der Gewerkschaften, sozialen Institutionen und Kirchen. Sie sind intern zu sehr mit sich selber beschäftigt.

Hubert Theinl

München

Wenn ich die Wutrede von der jungen schwedischen Aktivistin Greta Thunberg richtig verstanden habe, dann ging es darin nicht in erster Linie um die selbst zwischen den Wissenschaftlern stark umstrittene Klimaerwärmung, sondern um den Umweltzerstörer Nr. 1, das Wirtschaftswachstum ohne Ende!!! Ich würde es mir deshalb wünschen, dass diese flammende Rede in der freien Presse, und zwar übersetzt in deutscher Sprache, komplett erscheinen würde. Unabhängig davon ist es äußerst zweifelhaft, ob der Mensch überhaupt an der Klimaentwicklung etwas ausrichten kann und das ganz im Gegenteil bzgl. der Umweltzerstörung, aber damit lässt sich offensichtlich kein oder nur wenig Geld verdienen; aber da das bestehende Geldsystem nicht ohne Wirtschaftswachstum überleben kann, verführt man m.E. die gutgläubigen Bürger medial in Richtung Konjunkturbeschaffungsprogramm, genannt Klimawandel und dürfte deshalb genau das Gegenteil dessen Begriffes erreichen!

Axel C. Baumgart

Rottach-Egern

Ich gebe dem Leser Morbitzer Recht in seiner Beschreibung, wie wir in der Jugend gelebt haben (ich bin Jahrgang 1946). Aber: Wir sind die Nachkriegsgeneration, es gab ja extrem wenig, und man musste mit dem auskommen, was man hatte. Wenn wir damals die Möglichkeiten gehabt hätten, die es heute gibt, wir hätten sie auch genutzt. Man kann den Menschen heute keine Vorwürfe machen, dass wir in einem extremen Überfluss leben in der westlichen Welt. Es muss nur allen klar werden, dass wir nicht mehr so weiterleben dürfen auf Kosten der Millionen Menschen, die nichts haben und von unserem arroganten Gehabe (Müllentsorgung in viele arme Länder etc.) erbarmungslos ausgenutzt und ausgebeutet werden. Es ist eine Aufgabe für alle, nicht nur für die jungen Menschen.

Jutta Schweickert

Germering

Die engagierten Diskussionen um die Reduzierung der CO2-Emission und die Vorschläge, die aus der Bevölkerung kommen weisen alle in dieselbe Richtung, die totale Konzeptionslosigkeit unserer Politiker. Es gibt noch nicht einmal den Versuch eines Konzeptes. In einem ersten Schritt müsste geklärt werden, wie viele Windräder, Solarpaneele und Maisfelder wir brauchen, wenn wir unseren Energiebedarf mit erneuerbaren Energien decken wollen. Der zweite Schritt muss klären, welche Flächen wir dafür brauchen und wo sie liegen sollen. Spätestens dann würden viele aufhören, von einer Zukunftstechnologie zu sprechen, denn diese Zukunft würde uns nur wenig Raum zum Leben lassen. Unsere ohnehin schon lädierte Natur würde von Windrädern, Solaranlagen und Maisfeldern in einem Monsterpark verwandelt. Für eine komplette Deckung unseres Strombedarfs mit erneuerbaren Energien würden Hunderttausende von Monstern in der Luft herumfuchteln, jedes 70 Meter höher als der Kölner Dom. Sie brauchen eine Gesamtfläche so groß wie Bayern. Zur Deckung des gesamten Energiebedarfs einschließlich Verkehr und Wärme sind es Flächen von der Größenordnung der Bundesrepublik. Die Rechnung ist umfangreich aber nicht schwierig. Die Politiker schweigen. Sie schwimmen im Mainstream, denn das ist weit weniger gefährlich als der Bevölkerung reinen Wein einzuschenken.

Jürgen Griessing

Baldham

Vielen Dank an Altbürgermeister Herrn Georg Klaß aus Türkenfeld, der in eigener Regie eine Turbine entwickeln will, um Energie/Wärme aus der Umgebungsluft zu gewinnen. Die Antriebsenergie, welche ohne CO2-Ausstoß zurechtkommt, gibt es bereits seit über 50 Jahren, das ist Browns Gas, welches eine wesentlich höhere Energieausbeute hat und lokal erzeugt werden kann, als sonstige Gasarten/Energien. Browns Gas heißt: Es wird aus dem für die Hydrolyse zur Verfügung stehenden Wasser ein Gasgemisch hergestellt, welches die Komponenten Wasserstoff und Sauerstoff im selben Mischungsverhältnis enthält wie das Wasser, aus dem es gewonnen wurde, nämlich 2:1. Der Vergleich: Gasart/ Energieart Energiegehalt Browns Gas 153,5 Megajoule/kg Wasserstoff 116,3 Megajoule/kg Rohöl, Benzin, Diesel je etwa 30 Megajoule/kg. Leider sind die Politiker und deren Berater von Vorgestern, das heißt, sie haben von dieser Energieart entweder noch nie gehört, oder haben diese, wegen der einfachen Handhabung und Gewinnung bewusst unter Verschluss gehalten und nur die Petrochemie wegen der Abhängigkeit von der Öllobby und der Gewinnoptimierung in der Vergangenheit gefördert. Das beschlossene Klimapaket zeigt wiederum die Unfähigkeit der verantwortlichen Politiker und deren Berater. Die Weiterentwicklung von Browns Gas hätte also vor über 50 Jahren bereits gefördert werden müssen, dann wäre das Thema CO2 Bepreisung und die unsinnigen Gedankenspiele unserer Regierungen nicht gegeben. Unsere Kraftwerke könnten mit einer sauberen Energie, sprich Browns Gas aus Wasser kostengünstig betrieben werden. Außer-dem wären wir unabhängig von Erdgas, Erdöl, Kohle und Atomstrom. Das Browns Gas ist für alle Einsatzbereiche verwendbar, ob bei Heizung, Kühlung oder Strom. Die energetischen Haussanierungen sind bei dem konsequenten Einsatz von Browns Gas nicht mehr erforderlich, da die Energie kostengünstig herzustellen ist, und Altbauten in ihrem Bestand erhalten bleiben könnten. Somit können die zum Teil falschen Wärmedämmsysteme entfallen. Wir müssten unsere schöne Landschaft auch nicht unsinnig mit Windrädern zupflastern, weil die Energie immer und überall Lokal erzeugt werden kann. Alle überregionalen Stromtrassen könnten ebenfalls entfallen. Die landwirtschaftlichen Flächen würden durch die entfallende Abwärme der unterirdischen Stromtrassen nicht geschädigt. Alle jetzigen, lokalen Kraftwerke ob mit Erdgas oder Erdöl könnten umgerüstet und betrieben werden. Mit Browns Gas steht ja eine viel höhere Leistung für die Stromerzeugung, sowie Beheizung und Kühlung zur Verfügung. Für alle Verantwortlichen müsste das Buch Browns Gas - die unerschöpfliche Energiequelle von Ulrich F. Sackstedt eine Pflichtlektüre sein, erst dann kann über die Klimaziele in Bayern und Deutschland ein Beschluss gefasst werden.

Georg Aschbichler

Röhrmoos

Klimapaket? Das Paket ist seinen Namen nicht wert. Wissenschaftler verschiedenster Fachgebiete haben sich geoutet und verweisen auf die zu gering greifenden Inhalte und Ansätze des Paketes.

Förderung Bahn: Gute Idee, aber warum erst 2025? Beginnt man heute mit Flächennutzungsplänen, Bauanträgen, Planungen und Beauftragungen, dann haben wir 2025, bis das alle durch ist. Beginnen wir damit erst ‘25, dann passiert erst ‘30 etwas!

Bahn Preise: richtiger Ansatz: Anpassung der Steuersätze. Dann aber richtiger und unter Einbezug der Flugkosten (Kerosinsteuer).

CO2-Steuer/Gebühr: So lächerlich niedrig im Wert, dass es sicherlich Niemanden zu irgendeiner Änderung seines Verhaltens anregt. 5 bis 8 Cent pro Liter Benzin/Diesel, das ist ja schon die normale Schwankung. Das bewirkt Nichts! Da wäre die sofortige Einführung der bereits beauftragten Pkw Maut die bessere Variante. Aber bitte ohne jede Kompensation! Da hat auch kein EuGH etwas dagegen. Und es tut etwas weh. (Später, im Oktober kann ja dann die Kfz-Steuer angepasst werden) Und Minister Scheuer hätte keine Rechtfertigungsprobleme mehr.

Förderung ÖPNV: Solange Sturköpfe beim MVV sitzen und die Angebote von Kommunen zur Kostenübernahme ihrer Bürger ablehnen (Gemeinde Putzbrunn in der letzten Woche) mit der Begründung: Dann wäre ja der ÖPNV überlastet, dazu reicht die Infrastruktur nicht - das will der MVV nicht. Das könnte ja Signalwirkung haben usw. Solange hat der ÖPNV und damit der Verzicht auf Individualverkehr keine Chance.

Die Politiker unserer Zeit sind kleindenkende, größtenteils nur an ihrer Macht und an ihrem Prestige festhaltende Verwalter des Ist-Standes. Sie sind keine Visionäre mit Ideen für die Gestaltung der Zukunft. Jedes Unternehmen hat Ziele und Jahrespläne. Zumeist 10 oder 15 Jahrespläne. Die Politik denkt bis zur nächsten Wahl bzw. Wahlkampf und damit nur in maximal drei Jahresabschnitten. Das kann nichts werden.

Klaus Schokolinski

Riemerling

Wieder mal kreiste der Berg und gebar uns das Klima-Paket, ein trojanisches Pferd mit inzestuöser Abstammung. Die Mutter ist eindeutig das globale Klima-Delirium, erst erzeugt und dann geschwängert vom selben Vater: dem weltweit tätigen Syndikat grüner Aktivisten und PR-Agenturen sowie einer servilen, davon profitierenden Mesalliance aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Jedoch: Man mag sich politisch korrekte Aussagen der Wissenschaft zum Klimawandel kaufen können - die Gesetze der Natur selbst sind in allen ihren Auswirkungen weder käuflich noch manipulierbar noch unterliegen sie parlamentarischem Abstimmverhalten oder gar Forderungen der Straße. Wie können sich Politiker – trotz Amtseid - von Häufigkeit, Kopfzahl oder Lautstärke von (Straßen-)Demonstrationen derart in Zugzwang setzen und vor sich hertreiben lassen? Vor Kindern, maximal Teenagern mit trotz allen Schwänzens scheinbar unbegrenzter wissenschaftlicher Expertise und Glaubwürdigkeit (aber noch mehr Chuzpe) wird gebuckelt - dagegen werden der Welt beste Wissenschaftler zu Parias erklärt, ignoriert, totgeschwiegen, gemobbt (und Schlimmeres!), sobald sie es wagen, echte Argumente gegen diese postmoderne, unwürdige Klimahysterie vorzubringen. Gleichzeitig tingelt Greta aus Schweden - neuer Messias und Galionsfigur der Planetenretter - klimaneutral um den Globus, durch Medien, Parlamente, UNO, small talkt mit Papst und Obama - und droht einer paralysierten, dejustierten Welt voller Bewunderer eines nackten Kaisers Kleider: Ich kann noch mehr! Ich werde so lange keine Partei mehr wählen und keinen Politiker, der CO2 als Klimagift denunziert, bis CO2 von echten, freien Wissenschaftlern in der realen Natur mit fairen, rein wissenschaftlichen Methoden - keine unvalidierten Computermodelle - als Ursache einer spürbaren Klimaveränderung nachgewiesen wird.

Helmut von Witsch

Freising

Von Großkundgebungen in China, Indien oder USA- den drei größten CO2-Produzenten weltweit - wird nichts berichtet, und was das Klima-Paket betrifft, muss man leider feststellen: Dar Berg kreißte und gebar - eine Maus! Politik und das Wählervolk, denn dieses ist ja wohl im Blickpunkt der Politik, handeln so, als ob CO2 für uns kein Klima-Problem ist. Beide haben insofern Recht, als Deutschland nur zu etwa zwei Prozent am weltweiten CO2-Ausstoß beteiligt ist, also selbst 0 Prozent in Deutschland fast keinen Einfluss auf das Weltklima hat. Das Argument, dass Deutschland vorausgehen soll, damit andere nachziehen, funktioniert auf vielen Gebieten nicht, zum Beispiel Atomwaffen, Atomkraftwerke, Kohlekraftwerke - China soll in nächster Zeit an die 300 neue Kohlekraftwerke bauen oder finanzieren -. Aufnahmen von Flüchtlingen in Europa etc. Zu befürchten ist aber, dass Deutschland bezüglich der Anzahl der Autos pro 1000 Einwohner Vorbild sein könnte. Dann würden bei rund 8 Mrd. Menschen und rund 600 Autos pro 1000 Einwohner und 130 gr. CO2 pro km und 12 000 km pro Jahr 7,5 Mrd. t CO2 anfallen, das wären rund zehn Mal mehr CO2 als Deutschland heute insgesamt produziert! Da die Weltbevölkerung weiter zunimmt, wird dieser Beitrag ebenfalls höher. Fazit: Die Politik vereinfacht das Problem in unverantwortlicher Weise. So wie sie handelt bedeutet es, dass wir viel Zeit haben. Wenn das nicht der Fall sein sollte, müssen die Maßnahmen wehtun!

Jürgen Schulz

Planegg

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