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Korrupt und unglaubwürdig

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Heinrich Lemer: „Blatter bleibt FIFA-Präsident: Skandalöse Wiederwahl“; Kommentar 3. Juni

„Freunde des Schmierentheaters kamen dieser Tage auf ihre Kosten. Spitzen-Funktionäre des Sports erreichten neue Höchstleistungen in den Disziplinen ,Korruption‘ und ,Glaubwürdigkeitsverlust‘. Die ,Hüter des Fair Play‘ lieferten sich bühnenreife Schlammschlachten um Machterhalt und Geld. Jahrelange systematische Korruption der FIFA ist längst aktenkundig. Zu eindeutig sind auch die Hinweise aus der Vergangenheit, dass für das chronisch korrupte IOC nur Eines zählt: (Schmier-)Geld. Fortsetzung folgt. Denn die Zeiten, in denen der Spitzen-Sport von mittellosen Amateuren und idealistischen Ehrenamtlichen geprägt wurde, sind schon lange vorbei. Das zeigen auch die peinlichen Reaktionen deutscher Sportfunktionäre von DFB-Chef Theo Zwanziger bis DOSB-Chef Thomas Bach. Der eine verharmlost Korruption – lobt den skandalumtosten FIFA-Boss – und wählt Sepp Blatter dann im Namen des Deutschen Fußballs! Der andere: sagt nichts. Das sagt alles. Wer jetzt noch schweigt, der macht sich mitschuldig an untragbaren Zuständen. Vergangene oder kommende Sport-Events sind übrigens keine Ausrede. Kein Sportereignis ist so wichtig, dass sich eine Nation von Knebelverträgen korrupter Sport-Verbände demütigen oder – wie es den Briten mit ihrer Bewerbung zur Fußball-WM 2018 widerfahren ist – von einem bestechlichen ,Wahl‘-Gremium erniedrigen lassen müsste. Auch die Politik sagt (fast) nichts, und könnte doch handeln. National, indem FIFA- und IOC-Funktionären das Steuerprivileg gestrichen wird. International, indem der Schweizer Nationalrats-Initiative zur Streichung von ,Gemeinnützigkeit‘ und ,Straffreiheit bei Korruptionsdelikten‘ für FIFA, IOC & Co. massive Unterstützung gewährt wird. Für den Sport wäre das ein Befreiungsschlag.“

Claus Gefrörer

Garmisch-Partenkirchen

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