Klar ein christliches Symbol

„Nicht ein Zeichen einer Religion“; Politik 25. April

Ich begrüße die Anordnung des neuen Ministerpräsidenten, Kreuze in den Ämtern der bayerischen Staatsverwaltung aufzuhängen. Allerdings ist das Kreuz ein klar christliches Symbol, und das sollten wir auch eindeutig sagen. Ohnehin sollten wir gerade heute unseren Christenglauben offensiv bekennen, wo Fanatiker aller Art unsere Jugendlichen verhetzen wollen. Das Kreuz weist aber auch darauf hin, wie sehr der Staat seine Macht missbrauchen kann, denn Jesus starb ja als Opfer eines Justizmordes. So ist das Kreuz in staatlichen Ämtern eine bleibende Mahnung für die dort Beschäftigten, auch ein Appell an ihr Mitgefühl. 

Christian Fuchs Gutenstetten

Entweihtes Kreuz: Die religiöse Bedeutung hat Söder dem Kreuz aberkannt. Ihm geht es um das Bekenntnis zur Identität und kulturellen Prägung. Dazu gehört nun einmal, dass wichtige Orte mit dieser landestypischen Dekoration markiert werden. Um allen Menschen, unabhängig von ihrem Glauben, eine Freude zu machen, hängt nun also das frisch entweihte Wetter-Kreuz in der Staatskanzlei. Bischöfe widersprechen („Man muss das Kreuz auch im Herzen tragen!“), aber Söders Wort gilt. Eine bittere Pille für alle aufrichtigen C-Wähler. Kopf Hoch, Identität und kulturelle Prägung müssen her! Freuen wir uns schon mal auf Trachtenpflicht in Landesbehörden und Dialektpflicht in Schulen. Dafür muss wenigstens keine Religion den Kopf hinhalten. 

Roland Weber Kranzberg

Das Kreuz ist ein Zeichen für die Hingabe unseres Schöpfers zur schuldvergebenden Erlösung und unmittelbarer Ausdruck seines Gebotes zum wahren Frieden, der mit dem Namen Jesus verbunden ist, so verstehe ich dieses. Es bedeutet eine Verleugnung, dieses lediglich als ein Symbol für ein „Bekenntnis zur Identität“ und zur „kulturellen Prägung“ Bayerns darzustellen ohne religiösen Bezug. Aus der offiziellen Interpretation kann ich nur eine politische Instrumentalisierung erkennen, was dem tiefen Sinn und Willen der Liebe unseres Schöpfers die Bedeutung elementar raubt. Auch unser neuer Ministerpräsident befindet sich damit in bester Gesellschaft, wo man nach weltlichem Zeitgeist um jeden Preis punkten will. Haben ja auch schon Kirchenvertreter ihren Beitrag zur Verleugnung unseres Glauben geleistet, machen solche Tricksereien nach Vorbild weiter Schule. Es wundert nicht, dass in der zunehmenden Glaubenslosigkeit die Menschheit sich mehr und mehr verirrt und wir die vielen Lügen nicht mehr erkennen, mit denen sich die Menschheit das Leben schwer macht und Leid und Unrecht an seinesgleichen verbreitet. Beispiele gäbe es genug, wie die Lügen zur Geopolitik des Westens unter Einmischung und Zerstörung fremder Völker unter Benutzung von Feindbildern bis zum Exzess, die Vernebelung hinsichtlich der Werte von Ehe und Familie mit der beziehungslosen Willkürlichkeit und Einwirkung zu Auflösung der wichtigsten Keimzelle für das Leben, Großprojekte zulasten der allgemeinen Bevölkerung nur im Interesse von Gewinnmaximierung und Machtgier (u. a. auch Dritte Startbahn, Atomkraftpolitik) usw. Es ist zu fragen: Wann wird man je verstehn? Es braucht Menschen mit Herz und Verstand, die mit Hilfe der göttlichen Weisheit und Liebe sich für das Leben einsetzen. Das Kreuz könnte uns dazu nach wahrem Verständnis eine Hilfe sein, ja uns zum Heil werden. 

Peter Hammer Hausham

Ja, glaubt denn Herr Söder tatsächlich mit dieser Symbolpolitik einen einzigen Wähler zurückzugewinnen? Mit der der Aussage, dass ein Kreuz kein Zeichen der Religion ist, verleugnet er sogar das C in der CSU. Ob das die Wähler honorieren? 

Georg Niedermeier Haimhausen

Markus Söder lässt Kreuze in den Behörden der bayerischen Staatsverwaltung aufhängen. Das Kreuz sei kein Zeichen einer Religion und auch deshalb kein Verstoß gegen das Neutralitätsgebot. Die Kreuze in den Behördenräumen sollen (lediglich) ein Bekenntnis zur Identität und kulturellen Prägung Bayerns. Schlagworte oder vielmehr Worthülsen, die mich gerade zur Nachfrage „…und die da wären?“ provozieren. Interessante und zugleich entlarvende Aussagen des bayerischen Ministerpräsidenten, der zudem bislang Synodaler der bayerischen Landeskirche war.

Vorab: In den frühen 90ern kam es zum sogenannten Kruzifixstreit am 16. Mai 1995 zum Kruzifix-Beschluss des Bundesverfassungsgerichts, dem folgten in den folgenden Jahren weitere Rechtsentscheide, zuletzt das Kruzifixurteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom 3. November 2009. In den 90iger Jahren erhob sich vor allem in den Volkskirchen massiver Protest gegen die Abnahme der Kreuze in den Schulen. Zimperlich war man dabei auf beiden Seiten nicht. Ich selbst war damals Mitglied im Pfarrgemeinderat meiner Heimatpfarrei. Ich war damals strikt gegen den Protest, der mir schon damals oberflächig und populistisch daherkam und ich dabei den Eindruck hatte, dass das Zeichen des Kreuzes instrumentalisiert und zum zu einem schlichten Mittel zum Zweck degradiert wurde, um kulturelle Deutungshoheit zu behaupten und gesellschaftlichen Einfluss zu sichern. Ich selbst stand damals wie heute für eine differenzierte Auseinandersetzung zu diesem Thema. Als Christ stehe ich zu diesem Zeichen und bekenne ich mich zum Kreuz, wenn es auch nicht Zielpunkt des christlichen Glaubens ist - Zielpunkt und Kern ist die Auferstehung Christi und die Überwindung des Kreuzes. Das Kreuz ist darüber hinaus kein absolutes Symbol durch das das Christentum erst sichtbar und wirksam werden würde. Die frühen Christen mieden bis in das frühe vierte Jahrhundert das Kreuz als Erkennungszeichen, weil es ein Zeichen der Schande war. Das Bild des Hirten oder der „Ichtys-Fisch“ sind hingegen wesentlich ältere Zeichen christlicher Identität. Christsein oder christliche Kultur, morgen- oder abendländisch, braucht kein Vortragekreuze, schon gar nicht in den Landesfarben, es braucht keine Aufhängekreuze, weder in den Amtsräumen noch in den Herrgottswinkeln, noch als Halsketten oder Pektorale an Päpsten, Bischöfinnen und Bischöfen, Äbtissinen und Äbten. Christsein äußert sich vielmehr in der Haltung und im Handeln gegenüber sich selbst, gegenüber den Anderen und der Umwelt. Es äußerst sich im Respekt gegenüber der eigenen Abstammung, gegenüber dem woraus es sich nährt aber auch gerade gegenüber dem Fremden und Hinzugekommenen. Christsein meint Achtung, Respekt und Empathie gerade gegenüber denjenigen Menschen, die auf schwachen Füßen stehen und die ihr Kreuz zutragen haben. Gerade dafür steht auch das Kreuz, deswegen bin ich durchaus dafür, dass die Kreuze im öffentlichen Raum sichtbar sind - weniger als Schmuck und schon gar nicht als Machtsymbol. Sondern als Bekenntnis und Erinnerungssymbol. Es erinnert uns daran, was wir anderen Menschen und unseren Mitgeschöpfen durch Verzweckung von Mensch und Natur antun. Und es erinnert letztendlich daran, dass dieser Gott, soweit wir an ihn glauben, radikal und leibhaftig auf der Seite derer ist, die selbst ihren Kreuzweg gehen. Das sind weltweit die Flüchtlinge, das sind diejenigen die an der Armut, Kriegen und Bürgerkriegen in ihren Ländern verrecken, das sind diejenigen die psychisch krank sind und von manchen gerne weggesperrt würden. Im Beschluss vom 19. Mai 1995 hält das Bundesverfassungsgericht fest: „Das christliche Kreuz ist kein lediglich kulturelles Symbol und kein überreligiöses Symbol für Humanität oder Barmherzigkeit. Es ist das Symbol einer bestimmten Religion.“ Auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte sieht im Kreuz erstrangig ein religiöses Symbol. Markus Söder hat also schlichtweg sachlich unrecht, wenn er behauptet das Kreuz sei kein Zeichen einer Religion und deshalb kein Verstoß gegen das Neutralitätsgebot. Damit begibt er sich in eine gefährliche und entlarvende Nähe zur AfD. Darüber hinaus handelt er pietätslos, wenn er den Entscheid mit einem Kreuz, das klar erkennbar als christliches Symbol und zudem gesegnet ist bekräftigt. Ich empfinde ich als geschmacklos. Söder instrumentalisiert und missbraucht das Kreuz in den Behörden, wie es im Rahmen von rechtsextremen Pegida-Demontrationen instrumentalisiert und missbraucht wird. Die CSU verzweckt christliche Symbolik und Politik des reinen Macherhalts wegen. Dies zeigt sich jüngst im Einlenken in Sachen Naturschutz am Riedberger Horn und gerade so eben beim geplanten Psychiatrie-Gesetz nach massivem Protest. Es ist recht offenkundig, dass es dabei nicht primär um den Schutz der Natur und um das Wohl der psychisch erkrankten Menschen ging. Die CSU sollte sich endlich gewahr darüber werden, ob sie dem Christlichem und Sozialem in ihrem Parteinahmen überhaupt noch in irgendeiner Weise gerecht wird, wenn nicht, dann sollte sie dazu stehen. Eine Namensnennung ist dann nur recht und konsequent.

Pater Lukas Lorenz Essendorfer OSB, München

In Deutschland gilt eine Trennung zwischen Staat und Kirche. Herr Söder scheint anscheinend davon noch nichts gehört zu haben oder er will aufgrund der kommenden Wahlen in Bayern nichts mehr davon wissen. Nach seiner Aussage ist das Kreuz in den Amtsstuben der Behörden des Freistaates ein „Bekenntnis zur Identität“ und zur „kulturellen Prägung“. Wäre es hier nicht zutreffender auf „Lederhose und Laptop“ oder auch auf „barocke Kirchen, mittelalterliche Klöster und Burgen“ zu verweisen? Oder, versteht Herr Söder unter dem Bekenntnis zur Identität das Leiden Christi und dessen Einsatz, bis zu seinem Tode am Kreuze, für Schwache und Bedürftige denen er seine Hilfe zukommen ließ. Ich befürchte, das ist nicht sein Ansinnen. Ist Herrn Söder und der CSU überhaupt bewusst wofür das C und auch das S in ihrem Parteinamen stehen? Ich sehe auch dieses nicht, denn ihr politisches Wirken hilft nicht den Schwachen und Bedürftigen die es bitter notwendig hätten, es hilft eher denen wie einem gewissen Herrn Georg Fahrenschon. Mein Eindruck ist, es geht wie gehabt um Macht, Machterhaltung um jeden Preis, Machtausübung gegenüber denen die eigentlich Hilfe benötigen, Einfluss zu eigenen Gunsten um am Ende des Tages um das Füllen des eigenen Füllhorns. Herr Söder sollte einmal mehr über die Begrifflichkeiten „christlich“ und „sozial“ im Namen seiner Partei nachdenken. Er sollte sich zu den Menschen begeben die nur Zaungast unseres Wohlstandes sind und am Rande der Gesellschaft leben, nicht weil sie dafür selbst verantwortlich sind sondern weil sie dorthin gedrängt wurden, auch durch die Politik der CSU. Diese Menschen sind schon heute sehr, sehr viele und es werden täglich mehr. Schämen sollten wir uns! 

Jörg Sczesny Maisach

Was sind wir Deutsche doch für ein Volk von Nörglern, Motzern und Besserwissern. Ganz gleich was jemand macht oder vorschlägt, sofort wird kritisiert, rumgenörgelt und rumkritisiert und viele wissen sowieso alles besser. Ich kenne die genauen Beweggründe von Herrn Söder nicht, aber ich finde die Aufhängung der Kreuze völlig in Ordnung. Auch ich habe daheim einen Herrgottswinkel und ich möchte diesen nicht vermissen. Wenn wir Christen uns für unseren Glauben und für Gott so einsetzen würden wie die Moslems für den Islam, wäre die Diskussion, ob der Islam zu Deutschland gehört oder nicht, völlig überflüssig. Da können wir Christen uns ein Beispiel nehmen und noch viel dazulernen. Außerdem ist das Kreuz auch ein Ausdruck unserer bayerischen Kultur (Wegkreuze, Gipfelkreuze, Marterln und vieles mehr). Komischerweise stört das niemanden. Es würde einigen in unserem Land guttun, etwas demütiger zu werden. 

Manfred Wimmer München

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Verhandeln statt rüsten
Georg Anastasiadis: Einladung an Putin; Kommentar 13. Juli
Verhandeln statt rüsten
Über den Umgang mit Flüchtenden
Georg Anastasiadis: Seehofer pur; Kommentar, Mike Schier: Seehofer hält an Transitzentren fest; Politik 11. Juli
Über den Umgang mit Flüchtenden
In Zukunft CSU-AfD-Regierung?
Christian Deutschländer: Müllers Mission in der CSU; Politik 10. Juli, Frontex warnt vor neuer Flüchtlingsroute; Politik 9. Juli, Angezählt und angegriffen: Berlin …
In Zukunft CSU-AfD-Regierung?

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.