Leserbriefe

CDU laviert in Thüringen

Georg Anastasiadis:Historisch in Thüringen; Kommentar,Nach der Thüringen-Wahl; Leserforum 24. Februar,Christian Deutschländer:Die CDU schafft sich ab; Kommentar, Thüringen: „Stabilitätspakt“ gegen die AfD; Politik 22./23. Februar

Herr Anastasiadis hat ja leider so recht. Leider, weil mit der egoistischen Selbst-Demontage der CDU in Thüringen dem konservativ gesinnten Wähler dann keine Wahl mehr bleibt außer den suspekten rechten Rand zu unterstützen. Ob das Rot-Rot-Grün bedenken, wenn sie die CDU mahnen, bloß nicht wieder konservativer zu werden? Um die Provinzpolitiker ist es jedenfalls nicht schade.

Karl Klein

Fürstenfeldbruck

Nach oben kennt Dummheit keine Grenzen! Das beweist derzeit in peinlichster Weise die sich immer noch als Volkspartei beschönigende CDU – nicht nur die in Thüringen. Wer, wie sie, jeglichen Kontakt und quasi Zusammenarbeit mit der Linken untersagt, unterstellt der ostdeutschen Bevölkerung sinngemäß, dass sie sich im Wesentlichen mit dem Verbrecherstaat DDR arrangiert hätte. Daher kaum Verständnis für deren Sorgen. Schlimmer noch: Nach der Wende ließen insbesondere westdeutsche Repräsentanten die Ostdeutschen spüren, dass sie Bürger zweiter Klasse seien. Haben gewisse (west-) deutsche CDU-Politiker immer noch nicht realisiert, dass es die DDR schon seit 30 Jahren nicht mehr gibt? Und auch, dass Herr Ramelow Thüringen in den letzten Jahren nicht mit finstersten DDR-Methoden regiert hatte? Die (west-)deutsche CDU will glauben machen, mit ihrer Null-Toleranz Rückgrat zu zeigen, legt aber stattdessen eine unglaubliche Borniertheit an den Tag, die nichts anderes bedeutet, dass die in Ostdeutschland lebenden Bürger nun in die Drittklassigkeit abgeschoben werden. Einfach nur dumm! Übrigens: Berlin liegt auch voll auf ostdeutschem Territorium. Man stelle sich nur vor, dass die West-Allierten mit derselben Unions-Borniertheit verfügt hätten, „dass mit dem deutschen Verbrechervolk der Nullkontakt absoluten Vorrang hat!“ Immerhin hatten diese Deutschen in nur zwölf Jahren annähernd 35 Millionen Kriegstote ver- ursacht. Und wiesen auch nach Kriegsende eine nicht geringe Anzahl an NSDAP-Anhängern, die sich, weitestgehend geläutert, dem Wiederaufbau widmeten. Und das verweigert eine gewisse CDU den Bürgern der Ex-DDR? Fehlt denn dieser Partei die Weitsicht und die politische Klugheit, es den damaligen Siegermächten gleichzutun und die Ostdeutschen geduldig auf ihre Seite zu ziehen? Ganz offensichtlich: ja! Siehe AfD! Hamburg zeigte ganz klar auf, dass auch für eine CDU bei Wahlen ein Unter-10-Prozent-Ergebnis (kennt auch die SPD) keine Utopie mehr ist.

Uwe Schmidbauer

Höhenkirchen-Siegertsbrunn

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