Meinungen zum Bundespräsidenten Wulff

Herr Wulff hat das anspruchsvolle Amt des Bundespräsidenten ohne zu Zögern angenommen und sich erst durch einen dreifachen Wahlgang in der Bundesversammlung durchgewürgt, um endlich an das, aus seiner Sicht, höchstmögliche politsche Amt zu kommen. Eine selbstkritische Reflektion auf persönliche und fachliche Voraussetzungen, die dieses Amt mit sich bringt? Fehlanzeige.

Frau Merkel hat Herrn Wulff strategisch geschickt bei erstbester Gelegenheit auf eine Position katapultieren lassen, um einen der innerparteilich größten Konkurrenten bei der nächsten Kandidatur für die Bundestagswahl auszuräumen. Und der bundesdeutsche Bürger jubelt mit – endlich, endlich junges, strahlendes „Glück“ im Schloss Bellevue. Fast wie im Märchen. Doch nur fast. Und jetzt ist ein großes Geschrei. Sicher, Fehler werden gemacht – insbesondere in jungen Jahren. Gut, wenn Fehler, wenn auch mit Hilfe Dritter, eingesehen werden und eine Entschuldigung folgt. Und wieder: Aufrichtige Reue? Fehlanzeige. Und nun? Presse einschüchtern, Berichterstattung untersagen bzw. verbieten. Das ist ein Skandal erster Güte – erst recht im Amt eines Bundespräsidenten. So ein Verhalten ist auf dieser Position indiskutabel und die Person nicht mehr haltbar. Sicherlich, er hat die Freiheit über den Verbleib im Amt zu entscheiden. Doch das Amt des Bundespräsidenten ist und war immer ein Aushängeschild unsers Landes. Bisher waren es ausnahmslos Lebenserfahrene, die diese verantwortungsvolle und würdige Position eingenommen haben. Warum war das bisher so? Vielleicht spielt die Lebenserfahrung im fortgeschrittenen Alter, besonders im Umgang mit Macht, Presse und Amt eine gewichtige Rolle, um als Bundespräsident verantwortungsvoll, würdig und weise agieren zu können. Herr Bundespräsident, agieren Sie doch nun letztendlich ihrem Amte entsprechend verantwortungsbewusst: Treten Sie zurück und überlassen Sie das Amt einem / einer Würdigeren.

Dagmar Wagner Kreuzholzhausen

Bundespräsident Wulff hat sich bei der Finanzierung seines, im Vergleich zu der Villa des Sozialismus predigenden Linken-Übervaters Lafontaine wie eine kleine Ferien-Kate anmutenden Privathauses, vielleicht ungeschickt verhalten. Und sein Anruf auf die Mailbox des Bild-Chefredakteurs Diekmann zeugt davon, dass auch ein Bundespräsident nur ein Mensch ist. Die Hatz, zu der mit systematischer Feinheit nun auf den Mann im höchsten Staatsamte geblasen wird, ist ein erschreckendes Beispiel für Respektlosigkeit und Hysterie. Weiß eigentlich irgendjemand noch, um was es ursprünglich ging? Ein amerikanischer Präsident Bill Clinton, durfte sich schwer erpressbar machen und vor einem Untersuchungsausschuss falsch aussagen. Der schwedische König wird durch Skandale gebeutelt. Aber kein Land schüttet so kübelweise Häme über seinen Repräsentanten aus wie die Deutschen und Teile ihrer Politiker. Wenn die führenden Damen der Grünen derzeit abwechselnd hochmoralisch in die Mikrofone zetern, sollten sie ihrem Bundesvorsitzenden Czem Özdemir das Wort geben. Dieser bekam als Konsequenz dafür, dass er sich als Bundestagsabgeordneter in einer finanziellen Klemme einen dubiosen Kreditgeber suchte und seine Familie auf Bundes-Bonusmeilen in den Urlaub fliegen ließ, von seiner Partei ein lukratives Europamandat verpasst, um kurz darauf als Phönix aus der Asche zum strahlenden Parteivorsitzenden gekürt zu werden. Und die verhasste schwarze Springerpresse ist für die Opposition plötzlich die Bibel, deren Chefredakteur allemal glaubwürdiger als der Bundespräsident. Wer hier gegen wen Krieg führt, ist klar ersichtlich. Das erschreckende Fazit für Deutschland jedoch lautet: Leg Dich ja nicht mit der BILD-Zeitung an! Wer unter diesen Umständen noch versucht verantwortungsvoll ein Staatsamt in Deutschland auszufüllen, dem ist viel Glück zu wünschen. Vielleicht steht schon morgen ein bestelltes Häufchen lupenreiner Demokraten vor seinem Haus und wedelt nach muslimischer Tradition als Zeichen der Verachtung mit alten Schuhen herum. Standen die bei Özdemir eigentlich auch?

Ute Nicolaisen-März Pöcking

Herr Wulff kann einem fast leidtun. Ein Mann, der weinerlich um Verständnis und seinen Platz bettelt und nur rumeiert, kann nicht Bundespräsident sein. Dieses Amt erfordert Ehrlichkeit, Volksnähe und Rückgrat. Also gedanklich eineinhalb Jahre zurück und Herr Gauck geholt und zwar sofort. Die Mehrheit des Volkes wollte ihn damals schon.

Jutta Posset Schliersee


Als ehemaliger Bild-Leser stelle ich hiermit die Frage, wieso muss Herr Diekmann genau seine Artikel veröffentlichen, wenn Herr Wulff länger im Ausland ist. Ich bin der Meinung, dass man wenn man lange genug bei jemandem sucht, man so gut wie bei jedem was findet. Soll doch die Konkurrenz mal bei Diekmann recherchieren, vielleicht gibt es da auch was zu finden? Schön, dass wir mal ein jüngeres Präsidentenpaar haben, welches uns repräsentiert, muss da wieder so ein alter Knabe kommen mit einer alten Trulla? Muss Herr Diekmann und die Springer- Presse es so weit treiben, bis wir wieder einen jungen Frührentner bekommen mit einer exorbitanten Versorgung. Die sollte Herr Diekmann dann bezahlen. Außerdem bin ich dieses Kesseltreiben monatelang in der Presse zuerst gegen Sarrazin, dann Guttenberg, nun Wulff leid, wie die meisten Menschen auch. Können Sie sich vielleicht nun wieder anderen Themen widmen, es reicht!

Rosemarie Weitzel Reichertshausen

Warum ist Herr Christian Wulff strikt gegen eine Veröffentlichung seines Anrufes bei der Bild-Zeitung (Mail-Box)? Weiterer Kommentar überflüssig.

Egon Hasenöhrl Straßlach

Haben wir sie jetzt, die Sauberfrau Schausten? Für die Pro-Kopf-Einnahmen von 150 Euro wäre dank unserer Koalitionsregierung im fernen Berlin der verminderte Mehrwertsteuer-Satz abzuführen, wobei die Kosten für das Frühstück herauszurechnen und mit dem vollen Steuersatz zu begleichen wären. Man darf aber vermuten, dass besagte Dame gar nichts ans Finanzamt zahlen muss, denn wer hat schon solche Freunde, die einem ihre Gastfreundschaft in Rechnung stellen?

Dr. Hans G. Raasch Lenggries

Jetzt müsste es langsam reichen mit dem Denunzieren des Bundespräsidenten Christian Wulff. Wenn man nämlich alle Politiker unserer Regierung unter die Lupe nehmen würde, dann hätten wir wahrscheinlich keine Volksvertretung mehr. Aber es kommt halt auch nix Besseres nach. Das ist wie im richtigen Leben. Lauter Postenjäger und Marionetten. Und Geld stinkt ja bekanntlich nicht. Davon können viele nicht genug bekommen.

Helmut Mischkulnig Hausham



Als ich das Bild (Schuh-Demo) auf der Titelseite sah, wusste ich nicht, ob ich lachen oder weinen sollte: Ist dieses Deutschland noch mein Deutschland? Reicht es nicht schon, dass wir unsere deutsche Sprache mit Anglizismen überfrachten? Müssen wir jetzt auch noch die arabischen Traditionen übernehmen? Oder waren die gezeigten Demonstranten gar Deutsche mit Migrationshintergrund? Der Kommentar von Christian Deutschländer auf der zweiten Seite ließ meine Zweifel wieder verfliegen. Es gibt doch noch Schreiberlinge, welche die Angelegenheit Bundespräsident wieder auf ein angemessenes Maß einnorden. Meine Hochachtung und Anerkennung, sehr geehrter Herr Deutschländer.

Karl-Heinz Wahler München



Seit über 40 Jahren wohne ich in Deutschland und habe mich immer für Politik interessiert. Aber das, was in Deutschland in der letzten Zeit politisch geschieht, ist mehr als skandalös und wahrhaftig unglaublich. Gehen die ehrlichen und guten Politiker in Deutschland aus oder hat das Land Deutschland es so nötig, unehrliche oder unkorrekt handelnde Leute wie Herrn zu Guttenberg und Herrn Wulff trotz ihrer Unehrlichkeiten, Falschaussagen, abgeschriebener Doktorarbeit um jeden Preis behalten zu müssen? Soll dies bedeuten, dass heutzutage derartige unehrenhafte Taten auch noch honoriert werden? Was sind das für Beispiele für junge Menschen, die mit Ehrlichkeit und Fleiß etwas erreichen sollen? Ein normaler Mensch hätte seinen Job längst verloren für einen Bruchteil, was sich Herr Wulff oder Herr zu Guttenberg geleistet haben. Und was für den kleinen Mann gilt, sollte doch erst recht für hochbezahlte Politiker gelten in allen Ämtern. Wo bleibt die Gerechtigkeit in der Politik bzw. in der CDU/CSU? Es kann auch nicht das richtige, politische Signal sein, das von dem „demokratisch regierten“ Deutschland „an den Rest der Welt“ geschickt wird.

Albert C. Humphrey München

Ist das wirklich nur ein „Job“, den ein(e) Bundespräsident(in) für einige Jahre macht? Wäre es dann nicht die Aufgabe von Jobcentern, hier vermittelnd tätig zu werden? Wie weit sind wir eigentlich mittlerweile als Gesellschaft mit der Art des Ansehens von Amt (Beruf) und Person gekommen? Der Stelleninhaber nimmt sich anscheinend selbst nicht mehr ernst, die Antipoden wedeln derzeit mit ihren Schuhen. Wie gut, dass ich diesbezüglich andere Zeiten umfänglich erleben durfte!

Günther Wentzel Fischen am Ammersee


Was wirft man unserem Bundespräsidenten vor? Er hat nie auf einen am Boden liegenden Polizisten eingeschlagen wie dieser Fischer. Er hat sich nicht der Wiedervereinigung widersetzt wie dieser von Weizsäcker. Er ist nie durch die Lande gereist, um die Bürger vor der Wiedervereinigung zu warnen wie dieser Lafontaine. Er hat nie die Zweistaatentheorie für Deutschland vertreten wie diese Grünen. Er hat sich keine Flugreisen durch die WestLB bezahlen lassen wie dieser Rau und dieser Clement. Er hat nie seinen Dienstwagen samt Fahrer in den Urlaub nachkommen lassen wie diese Ulla Schmidt. Er hat nie den Fahrdienst des Bundestages angewiesen, seine Ehepartnerin zu persönlichen Zwecken zu befördern wie diese Süssmuth und er hat auch nie die Flugbereitschaft der Bundeswehr benutzt zu familiären Besuchen in der Schweiz wie diese Süssmuth. Er hat nie dienstlich erworbene Flugmeilen benutzt weder für Urlaubsreisen wie dieser Özdemir noch zu Lustreisen nach Thailand wie dieser Schlauch. Er hat nie für einen 3-tägigen privaten Rombesuch die Flugbereitschaft der Bundeswehr genommen wie diese Schavan. Er hat also weder kriminelle Handlungen begangen noch gegen das Grundgesetz verstoßen noch die deutschen Steuerzahler betrogen. Mit diesen sauberen Damen und Herren hat er nichts zu schaffen. Stattdessen wirft man ihm vor, von Freunden, die er von Jugend an kennt, Geld geliehen zu haben, was niemanden etwas angeht. Außerdem soll er einem Chefredakteur, mit dem er seit Jahren eng vertraut ist, ein paar drastische Worte gesagt haben, was niemand wissen darf, ohne das Brief- und Telefongeheimnis zu verletzen, und ebenfalls niemanden etwas angeht. Heuchler, Pharisäer und andere, die nicht merken, wie sie von Politik und Medien aufgehetzt werden, erdreisten sich, das Wort zu nehmen, während die besonnenen Bürger resignieren und sich für das traurige Bild schämen, in dem diese Leute unser Land erscheinen lassen.

Jürgen Griessing Baldham

Christian Deutschländer: „Ein Akt der Ignoranz“; Kommentar 9. Januar, „Bundespräsident im Blickpunkt“; Leserbriefe 7./8. Januar

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