Unverschämt

„,Mütterrente früher oder später aus Steuergeldern‘“; Politik 9. Dezember

Der Ausspruch des Wirtschaftsweisen Lars Feld („Die Rentenkasse darf nicht zur Plünderkasse für soziale Wohltaten werden“) empfinde ich als Unverschämtheit. Die Leistungen der Mütter, die Kinder bekommen und sie aufziehen (auch zu zukünftigen Steuerzahlern), wurden und werden von der Gesellschaft nicht anerkannt und honoriert. Die Verbesserung der Mütterrente schließt eine Ungleichbehandlungslücke, verhindert aber keinesfalls die Altersarmut von Frauen. Hier sprechen wir von den Frauen, die eine gesamtgesellschaftliche Leistung erbracht haben. Der Lohn dafür soll eine soziale Wohltat sein? Mindestlohn soll kommen, Mindestanerkennung wäre angebracht. Wo ist die Lobby dieser Gruppe?

Ute Reuter Bad Tölz

Sigmar Gabriel warnt vor steigenden Rentenbeiträgen. Das hätte er mal vor dem erpressten Kompromiss einer ungekürzten Rente mit 63 Jahren anstelle mit 67 Jahren tun sollen. Jetzt soll daran nur die verbesserte Mütterrente schuld sein. Diese kostet 1. weniger als der generationenschädliche frühere Einstieg in die Altersrente und 2. gleicht sie (halbwegs) eine himmelschreiende bisherige Ungerechtigkeit gegenüber Kinder erziehender Mütter aus. Mit Blick auf die Mütterrente gibt der ‚Wirtschaftsweise’ Lars Feld kund, dass die Rentenkasse nicht zur Plünderkasse für soziale Wohltaten werden dürfe. Wirtschaftliche Kompetenz einmal vorausgesetzt, zeigt dieser ‚Weise’ hingegen keinerlei Anzeichen sozialen Verantwortungsbewusstseins. Soziale Marktwirtschaft verlangt aber beides. In meinem engsten Familienumfeld habe ich einen Fall in welchem eine Frau 2 Kinder aufgezogen hat und erst im Anschluss berufstätig wurde. Resultat: 253 Euro Rente plus Beitrag von Euro 18,50 zur Krankenversicherung. Diese kostet mit Pflegeversicherung 335 Euro monatlich, weil die Beitragszeiten in der gesetzlichen Krankenkasse nicht ausreichend für eine Mitgliedschaft in der Krankenversicherung der Rentner waren. Von der Differenz soll sie wohl leben können? Ohne unterstützende Familienmitglieder bliebe lediglich ein Leben unter der Grasnabe! Ob der Wirtschaftsweise angesichts solcher Fälle noch immer der Meinung ist, dass ein Zuschlag für ein zweites Mütterjahr in Höhe von etwa 25 Euro monatlich eine Plünderung der Rentenkasse für soziale Wohltaten darstellt?

Hans Joachim Ehrhart Fischbachau

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