Nicht das Papier wert

Sebastian Horsch: Milliardenstreit um die Mütterrente; Politik 19. Juli

Seit dem 1. Jul. 2014 hat die CSU den 2, Rentenpunkt für Mütter, die vor 1992 Kindergeboren haben gegen den Widerstand der CDU durch gesetzt. Das war richtig, aber auch längst überfällig, jetzt will die CSU auch den 3. RP für diese Mütter; auch das wäre richtig und überfällig. Diese „Angleichung“ (2.RP) an die älteren Mütter war aber damals ungerecht und unsozial,1: Weil sie gegen Art. 1, Abs.1 GG; Art. 3, Abs.1 GG und Art. 6, Abs.1 und 4 GG verstößt! 2: Weil sie nicht aus Steuermitteln als gesamtgesellschaftliche Aufgabe, sondern von den gesetzl. Rentenversicherten bezahlt wird oder rechnet die Bundesregierung, die Sozialpolitiker und die Sozialministerin mit dem sozialverträglichen Ableben der älteren Mütter? Beweis: Die versicherungsfremden Leistungen der Rentenversicherung circa 20 Milliarden Euro/Jahr über den Bundeszuschuss! Seit 1957 hat die Gemeinschaft der gesetzl, Versicherten insgesamt 750 Mrd. Euro an gesamtgesellschaftl. Aufgaben alleine getragen, das sind rd. zwei Bundeshaushalte! In einemSozialstaat sollte es doch möglich sein, daß sich alle Bürger an diesen Leistungen beteiligen, siehe Österreich und die Schweiz. Daß das Institut der deutschen Wirtschaft (IWD) dagegen ist, ist nicht verwunderlich, hat man in diesen Kreisen mit einer sozialen Verpflichtung nichts am Hut. Jochen Pimpertz vom IWD, sagt: „ Wer allein an Kindererziehungszeiten Ungerechtigkeiten festmacht, der vergleiche Äpfel mit Birnen.“ Denn, so sagt er weiter: „Die Mütter älterer Kinder sind ja meist älteren Jahrgangs (tolle Weisheit) und haben somit z.B. von einer niedrigeren Regelaltersgrenze profitiert als jene, die erst in 20 od. 30 Jahren in den Ruhestand gehen.“ Na, wenn das keine Äpfel und Birnen sind. Stimmt es eigentlich noch im Kopf, Herr Pimpertz? Auf den weitern Schwachsinn dieses Herren möchte ich nicht eingehen. Festzustellen bleibt: Mütter müssen für ihre Erziehungsleistung entsprechend in der Rente gewürdigt werden, da sind drei RP nur ein billiges Placebo, ein Valium für das Regierungsgewissen. Das sollten sich die Parteien für die nächste Legislaturperiode hinter die Ohren schreiben. Wer ein auskömmliches Rentensystem will, muß das System auf eine Bürger- bzw. Erwerbstätigenversicherung umstellen. Außerdem ist diese Forderung, 3. Rentenpunkt der CSU, nur im „Bayernplan“ enthalten und damit das Papier nicht wert, auf dem es steht. 

Holger Mairoll Kolbermoor

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wenige Tage vor der Wahl
Georg Anastasiadis: Was zu tun wäre; Kommentar 15. September Dirk Walter: Frauen wählen Grün – und die CSU; Bayern 16./17. September Merkel offen für …
Wenige Tage vor der Wahl
Protestantischer Flüchtlingspankert
Abschiebung nach Afghanistan; Politik 14. September
Protestantischer Flüchtlingspankert
Wo bleibt der Schutz der Opfer?
Abschiebungnach Afghanistan;Politik 14. September
Wo bleibt der Schutz der Opfer?

Kommentare