Kümmerliche Mütterrente

Kathrin Brack: Alte Versäumnisse; Kommentar 30./31. Oktober/1. November

Es ist mir unverständlich, was hier für ein Getue abgeht, wegen ein paar Euro Mütterrente. Nach der Wiedervereinigung 1990 kamen von einem Tag auf den anderen circa 6 Millionen Rentner zu den bestehenden hinzu. Diese Neurentner hatten nie, völlig unverschuldet, auch nur einen Pfennig in das Westrentensystem einzahlen können. Die DDR-Währung war völlig wertlos und konnte nicht einmal als Devise gehandelt werden. Bei niedrig gerechnet 800 Euro Durchschnittsrente pro Neurentner gab es nie einen Zwergenaufstand aus der Politikerkaste wegen des Geldes. Also, was soll dieses widerliche Gehabe, das hier mit der kümmerlichen Mütterrente getrieben wird? 

Joachim Weiss Freising

Man müsste die Mütterrente über Steuern finanzieren, das sagen die richtigen! Jedes Jahr werden von der Rentenversicherung zig Milliarden für versicherungsfremde Leistungen abgezweigt. Seit Einführung der Bundeswehr dürften es zwischenzeitlich etwa eine Billion Euro sein. Die Steuern und Abgaben nimmt man dagegen von den damals geborenen ohne Scham.

 Hermann Boehm Gröbenzell

Die Präsidentin der DRV mahnt die Koalitionsverhandler davor, eine Erhöhung der Mütterrente erneut ohne Steuermitteln anzuheben. Sonst drohe ein Beitragsanstieg der Rentenversicherung! Wenn das die Präsidentin Gundula Roßbach, eine Fachfrau, sagt, sollte das den Politikern schwer zu denken geben. Denn es besteht nach wie vor eine Ungerechtigkeit, die es eigentlich nicht geben dürfte. Mütter, die vor 1992 Kinder geboren haben, werden um einen Rentenpunkt von Staats wegen betrogen, wissentlich und willkürlich! In der Schweiz erhalten Mütter achtzehn Jahre für Kindererziehung angerechnet. Dort wird die enorme Leistung dieser Frauen anerkannt. Eine andere Ungerechtigkeit unseres Staates ist es, dass die versicherungsfremden Leistungen der Rentenversicherung nicht zu 100 % aus Steuermitteln ausgeglichen werden. Es fehlen jährlich 20 Milliarden Euro, die die Versicherten alleine aufbringen und so gesamtgesellschaftliche Ausgaben tragen. Daran beteiligt sich kein Politiker, kein Selbstständiger, kein Freiberufler, kein Beamter, kein Aktionär, kein Manager usw. Das zu ändern wäre ein wichtiges Feld der angeblich sozialen Parteien, wie SPD, Grüne und Die Linke. Dieses Problem anzugehen ist weit besser, als von sozialer Gerechtigkeit zu schwafeln. 

Holger Mairoll Kolbermoor

Als ich diesen Beitrag im Münchener Merkur las, fiel mir ein das dieses Thema ebenfalls bei der Erhöhung der Mütterrente 2014 auf 2 Jahre anstelle von vorher 1 Jahr für die Mütter die ihre Kinder vor 1992 bekommen haben– auch für Aufregung gesorgt hatte. Mein Gerechtigkeitsempfinden hatte mir damals schon – wie auch heute – gesagt, dass Mütter vor 1992 mir ihren Kinder´n Deutschland mit aufgebaut haben und diese Mütter sollen nun immer – vielleicht erwartet die Regierung das sie ja bald sterben – weniger Mütterrente bekommen wie die Mütter die ihre Kinder nach 1992 bekommen haben! Ich frage mich wer hat eigentlich die Mütterrente von 3 Jahren je Kind für Mütter ab 1992 eingeführt? Aber die das beschlossen haben sind ja zum Zeitpunkt wenn diese Renten fällig sind ja nicht mehr zuständig! Ich war auch einer der vielen aus der CSU, die damals fast 2 Jahre lang für die Erhöhung der Mütterrente von 1 Jahr auf 2 Jahre für Mütter vor 1992 gekämpft haben, und nicht wie sich die CDU das auf ihr Aushängeschild hängt. Vielen Dank an Ihre Redakteurin Kathrin Brack, die dieses Thema wirklich strukturiert erläutert hat! 

Gotthard Hollrieder Peiting

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